Kindt-Matthes untersucht, wie man heute Angstphänomene in
neutestamentlichen Texten angemessen, detailliert und methodisch kontrolliert wahrnehmen und interpretieren kann.
Dazu zieht sie die Emic-etic-Debatte, historisch-kritische und psychologische Exegesen, Fragen der Analysierbarkeit von Emotionen
in althistorischen Texten, subjektive Einflüsse der Forschenden,
die Bibel als epochenübergreifendes Kommunikationsmedium
sowie Methoden von historischer Emotionsforschung heran.
Die interdisziplinäre Betrachtung von Angst ermöglicht einen
umfassenden Zugriff. Drei konkrete Analysen von Angst im
Neuen Testament werden reflektiert und münden in ein detailliertes Analyseraster mit den Teilbereichen Selbstreflexion,
Sprache, soziokultureller Kontext, Angstformen, Gottesfurcht
und Angstbewältigung. Das bietet eine methodisch kontrollierte
Möglichkeit, Angstphänomene angemessen und nachvollziehbar wahrnehmen zu können.
Laura-Sophia Kindt-Matthes wurde mit dieser Arbeit an der Universität
Paderborn promoviert; sie ist Lehrerin an der Gesamtschule Halle/Westfalen.