Herzlichen Glückwunsch zum Preis für ausgezeichnete Dissertationen!

Dr. Anne Breckner von unserem Institut hat einen der diesjährigen Preise für ausgezeichnete Dissertationen der Universität Paderborn erhalten. Die Auszeichnung bekam sie im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs für ihre Veröffentlichung „Vaterunser-Parodien in Kontinuität und Wandel. Theologische und kulturwissenschaftliche Analysen“. Wir sagen herzlichen Glückwunsch!

In seiner Laudatio erklärte Prof. Dr. Harald Schroeter-Wittke: „Das Vaterunser als zentrales Gebet der Christenheit gehört zu dessen Kerntexten. Im Laufe der Christentums- und Kulturgeschichte wurde es vielfach rezipiert. Dabei hat sich die Theologie bislang vorwiegend mit solchen Rezeptionen beschäftigt, die ernsthaft und gewichtig daherkommen. Dies blendet jedoch häufig aus, dass zu relgiösen Praktiken immer auch das Lachen und der Humor gehören, z. B. in Gebetsparodien. Vaterunser-Parodien lassen sich als solche Gebetsparodien lesen. Sie stellen eine große, aber in der Wissenschaft vernachlässigte Textgruppe dar und sind Ausdruck einer populär-kulturellen Rezeption des Vaterunsers. Die darin angesprochenen Themen zeigen u. a. die Verknüpfung von Politik und Religion, kommerziellen Interessen und Gemeinschaftsritualen, konfessionellen Gebetstraditionen und deren Transformation durch Humor und Verfremdung. Breckners Dissertation widmet sich dieser bislang kaum erforschten Textgattung. Anhand von Detailanalysen wird die Relevanz von Vaterunser-Parodien für die Theologie als auch für die Gesellschaft dargestellt, diskutiert und bewertet.“

Impressionen und weitere Informationen, darunter ein Steckbrief von Dr. Anne Breckner und die vollständige Laudatio von Prof. Dr. Harald Schroeter-Wittke, finden sich hier: https://www.uni-paderborn.de/neujahrsempfang

Pressemitteilung der Universität Paderborn vom Neujahrsempfang: https://www.uni-paderborn.de/nachricht/155953

Hintergründe zum Preis: https://www.uni-paderborn.de/forschung/fk/disserationspreise-3

Das Buch von Dr. Anne Breckner ist unter diesem Link im Open Access verfügbar: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-49007-2

Rückblick auf das Fachschaftsblockseminar

In diesem Semester fand erneut ein Fachschaftsblockseminar statt, welches dieses Mal unter dem Titel Ankommen stand.

Nach monatelanger, intensiver Vorbereitung durch das Blockseminar-Team des Interreligiösen Fachschaftsrates Theologien, unter der Leitung von Hendrik zur Mühlen und Lena Marken, begann es.

Der Auftakt am Freitagnachmittag stand im Zeichen des Poetry-Slams, welcher am Freitag, innerhalb von 1,5 Stunden vorbereitet wurde und abends stattfand: Den Anfang bildeten ein „Last Christmas“-Kanon und kreative Antworten auf die Frage: „Advent heißt …“. Die Texte waren lustig, erzählend, interaktiv und regten zum Nachdenken an.

Der Samstag begann mit einer Seminarphase, auf die in der Mittagspause ein leckeres Mitbringbuffet folgte, zu dem die Teilnehmenden etwas beisteuerten. Nach dieser waren die Teilnehmenden dazu aufgefordert ihr Wissen in den Kategorien „Weihnachten“, „Tiere“ „Wer hat das gesagt?“ „Zahlen im Lukasevangelium“, „vervollständige das Zitat“ und „griechische Begriffe“ unter Beweis zu stellen.

Ab 15 Uhr wurde es dann sportlich, als unter Anleitung von Katrin König und Michelle Ginder ein Jeopardy mit Aufgaben aus der Systematischen Theologie durchgeführt wurde, bei dem die Felder mit den Kategorien mit einem Ball erworfen werden mussten.

Der Tag endete gegen 16 Uhr, nach einer Feedbackrunde, welche vorrangig positive Rückmeldungen hervorbrachte, wobei insbesondere der Abwechslungsreichtum und die interaktive Konzeption der Veranstaltung gelobt wurden. Allen beteiligten Personen des Instituts und des Interreligiösen Fachschaftsrates Theologien gilt ein großer Dank für die monatelange Vorbereitung und Durchführung dieses Blockseminars!

Text: Jonathan Zier

Marion Keuchen zur Universitätsprofessorin ernannt

Apl. Professorin Dr. Marion Keuchen wurde zur Universitätsprofessorin für „Didaktik der Evangelischen Religionslehre mit besonderer Berücksichtigung von Inklusion“ ernannt und am 12. Januar 2026 vom Universitätspräsidenten Herrn Prof. Dr. Matthias Bauer vereidigt. Marion Keuchen freut sich auf Studierende und auf die gemeinsame kollegiale und wissenschaftliche Zusammenarbeit am Institut für Evangelische Theologie, am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK), mit der Professional School of Education (PLAZ) und mit allen weiteren Menschen der Universität Paderborn und anderen Einrichtungen. Im Rahmen einer noch nicht terminierten Antrittsvorlesung sind Feierlichkeiten geplant.

Im aktuellen Newsletter von „EvAlumni“ hatte sich Marion Keuchen auf drei Fragen ihres Kollegen Jan Christian Pinsch eingelassen:

Drei Fragen, die mich zum Denken treiben, wie ich es mag! Antworten sind selten endgültig, ein Diskurs wirft neue Fragen auf, nimmt weitere Perspektiven ein (oder auch nicht) und ringt. Also hinein in das Ringen:

Wo komme ich her?

Ich bin geboren am damals noch mehrheitlich katholischen Niederrhein und aufgewachsen mit meiner Zwillingsschwester in einer ‘Lehrerfamilie‘ mit verschiedenen Konfessionen. Verschiedene Perspektiven begleiten mich seither: in meinem Lehramtsstudium mit verschiedenen Fächern wie Theologie und Philosophie, Germanistik und Darstellendes Spiel, in meinen beruflichen Stationen an Schulen, Universitäten und religionspädagogischem Fortbildungsinstitut mit Bildung von Schüler:innen, Studierenden, Referendar:innen, Fachleitungen, Lehrkräften und Pfarrpersonen, durch meine Arbeitgeber in Kirche und Staat und in meinem privaten Umfeld. Diese Perspektivwechsel, selbstgewählt oder unumgänglich, waren und sind oftmals bereichernd, manchmal anstrengend, Horizont erweiternd oder auch verengend.

Wer bin ich?

Theologisch und menschlich geprägt haben mich:

Kirchentage mit ihrem gesellschaftlichen Blick für die Fragen unserer Zeit und die Verortung von biblischer Botschaft im Hier und Jetzt sowie in der ästhetischen Annäherung in Künsten;

franziskanische Spiritualität und Engagement für die Schöpfung;

ein vielseitiger und sensibel machender Religionsunterricht mit engagierten Lehrkräften, die sich für die Bewahrung der Schöpfung und für gerechte(re) Strukturen einsetzten;

Hochschuldozierende, die mir biblische, literarische, pädagogische und ästhetische Denkräume erschlossen;

Bücher und Theaterstücke, die mich mit anderen Erfahrungen bekannt gemacht haben

und wohl am prägendsten die Begleitung von Menschen auf meinem Lebensweg seit meiner Geburt bis heute, die ganz individuell Theologie, Philosophie, Bildung, Mensch-Sein und lebensförderliches Engagement vermittelt und gelebt haben und leben.      

Wo will ich hin?

Ich freue mich auf die Begegnungen mit Menschen und ihren Perspektiven in Paderborn, ich bin gespannt auf das zwischenmenschliche Ringen, das Miteinander-Denken und -Lernen, das ruhige(re) Nachdenken und Schreiben und auf das Miteinander-Unterwegs-Sein.

Ich möchte mich gemeinsam mit Gefährt:innen jungen, mittleren und hohen Alters, vielfältiger Perspektiven, Fähigkeiten, Einschränkungen, Bedürfnisse und Behinderungen, verschiedener Religionen und Weltanschauungen den Fragen und Antworten unserer Zeit stellen. Im Bereich der Bildung möchte ich kritisch-konstruktiv Fragen aufwerfen, in den Diskurs mit Antworten treten und Bildungsprozesse lebens- und menschenförderlich und nachhaltig gut gestalten. Dabei ist zu bedenken, „was wir sein werden, ist noch nicht sichtbar“ (1 Joh 3,2).

Multireligiöser Erlebnistag am 11. Februar für Schüler*innen

Ein multireligiöser Erlebnistag Theologie für Schüler*innen findet am 11. Februar 2026 an der Universität Paderborn statt. Natürlich ist auch unser Institut mit dabei. Dieser besondere Tag bietet die Gelegenheit, Theologie und das Universitätsleben aus den verschiedenen Blickwinkeln der Religionen und Konfessionen kennenzulernen. Gemeinsam mit Vertreter*innen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften gestalten wir ein vielfältiges Programm mit Workshops, Vorträgen und interaktiven Aktivitäten. Ziel ist es, Einblicke in die Vielfalt religiöser Traditionen zu geben und den Austausch zwischen den Konfessionen und Religionen zu fördern. Getränke, Snacks und ein Mittagessen in der Mensa sind inklusive.

Weiteren Details zur Veranstaltung finden sich auf dem Plakat. Gerne können auch ganze Kurse den Erlebnistag besuchen, Anmeldung per Mail an: theology@mail.uni-paderborn.de.

Werk mit Beitrag von Marion Keuchen gewinnt renommierten Preis

Das „Oxford Handbook of the Bible and the Reformation“ (2024) wurde mit dem John Tedeschi Prize for Reference 2025 ausgezeichnet. Der Preis wird von der Sixteenth Century Society vergeben. Jennifer Powell McNutt, Wheaton College und Herman J. Selderhuis, Theological University of Apeldoorn haben dieses Handbuch sehr engagiert herausgegeben. Am Reformationstag 2025 wurde das Werk ausgezeichnet. Ein Auszug aus der Laudatio:

„Die fünf Teile dieses gründlichen, detaillierten Bandes aus der Oxford Handbook-Reihe beleuchten verschiedene Komponenten des Dialogs zwischen der Bibel und der Reformation. Unterteilt in Kanon, Übersetzung und Druck, Hermeneutik der Reformation, Kommentatoren und Schlüsselthemen, ist der Band als Nachschlagewerk leicht zugänglich. Er zeigt die Vielfalt und Breite der Ansätze auf, mit denen sich die Verankerung der Bibel in Dialogen über konfessionelle Grenzen hinweg verstehen lässt. Diese Gruppierungen ermöglichen auch die Koexistenz verschiedener Ansätze im Dialog miteinander. Von nützlichen Artikeln zu Themen wie der Interpretation wichtiger Bibelstellen bis hin zu seiner bewusst ökumenischen Perspektive und seiner beeindruckenden geografischen Reichweite findet der Band eine lobenswerte Balance zwischen der materiellen Geschichte und der Geschichte des Buches einerseits und Themen wie Interpretationsschulen andererseits. Dies ist ein ausgezeichneter, dringend benötigter Band und ein würdiger Gewinner des Tedeschi-Referenzpreises.“

Mehr als 50 Wissenschaftler*innen haben Beiträge zu dem Werk beigesteuert. Aus unserem Institut hat Prof. Dr. Marion Keuchen einen Beitrag zu zwei (Kinder-)bibeln in der Reformationszeit verfasst: Martin Luthers „Passional“ (1529) und Wendelin Rihels „Leienbibel“ (1540).

Interaktive Werkstatt zur Kirchengeschichtsdidaktik in Oldenburg mit Paderborner Beteiligung

Anlässlich der ab 2026 vorgesehenen Einführung des gemeinsamen evangelisch-katholischen Religionsunterrichtskonzeptes „Christlicher Religionsunterricht“ (CRU) in Niedersachsen hat das Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eine zweitätige interaktive Werkstatt zur Kirchengeschichtsdidaktik veranstaltet. Im Rahmen eines Workshoptages wurde dabei anhand von Querschnittsthemen herausgearbeitet, vor welchen Herausforderungen die Kirchengeschichtsdidaktik steht. PD Dr. Harmjan Dam (Frankfurt) sprach dabei über rassismuskritische Kirchengeschichtsdidaktik, Sarah Hilmer (Göttingen) thematisierte das Problemfeld „Gender und Identität“ und von unserem Institut war Jan Christian Pinsch mit dabei, um in seinem Workshop antisemitismuskritische Bildung und Holocaust Education als notwendige Elemente der Kirchengeschichtsdidaktik aufzuzeigen.

Antrittsvorlesung von PD Dr. Richard Janus

Bereits im Mai hatten wir PD Dr. Richard Janus zu seiner Habilitation gratuliert. Nach jahrhundertelanger universitärer Tradition markiert die sogenannte Antrittsvorlesung dann auch den formellen Beginn der Lehrtätigkeit von Hochschulprofessor*innen und Privatdozent*innen. Nun ist dieser besondere Schritt erfolgt. Nach einer Einführung durch den Dekan Prof. Dr. Harald Schroter-Wittke sprach Richard Janus über „Öffnungen. Aus-, Durch- und Einblicke profaner Religionspädagogik“ und spannte den Bogen von Dietrich Zilleßen über Friedrich Schleiermacher bis hin zu Baustellenschildern im Kreis Paderborn. Herzlichen Glückwunsch!

Foto: Marion Keuchen