Treffen der Beauftragten des Bundes und der Länder für Menschen mit Behinderungen in Erfurt

Auf ihrem 64. Treffen am 3. und 4. November 2022 in Erfurt haben sich die Beauftragten des Bundes und der Länder für Menschen mit Behinderungen mit der Frage beschäftigt, wie es besser gelingen kann, Menschen mit einer Behinderung ein inklusives Arbeiten ohne Barrieren zu ermöglichen. Die Beauftragten sind der Auffassung, dass es neuer Anstrengungen, Impulse und Instrumente für die Erreichung eines inklusiven Arbeitsmarktes bis spätestens im Jahr 2030 bedarf.

Lisa Bellinghoff (Von Studierenden für Studierende) „Treffen der Beauftragten des Bundes und der Länder für Menschen mit Behinderungen in Erfurt“ weiterlesen

Wir brauchen mehr Sonderpädagog:innen!

Das Thema Lehrkräftemangel steht schon seit vielen Jahren im Fokus. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass auch an den Förderschulen in NRW ca. 600 Sonderpädagog:innen fehlen; die Sonderpädagog:innen, die an inklusiven Grundschulen fehlen, kommen noch hinzu. Die, die bereits da sind, bekommen immer mehr Aufgaben und schaffen das Pensum kaum. Die Konsequenz daraus sind Überforderung und Krankheiten.

Mona Broksieker (Von Studierenden für Studierende) „Wir brauchen mehr Sonderpädagog:innen!“ weiterlesen

Chancengleichheit – das leere Versprechen des deutschen Schulsystems

Wenn über das deutsche Schulsystem gesprochen wird, fällt immer wieder der Begriff der Chancengleichheit. Deutschland bemüht sich diese zu realisieren, aber gelingt dies auch? PISA-Studien, Bildungsforscher*innen und auch das Bundesverfassungsgericht sind klar der Meinung: Chancengleichheit gibt es im deutschen Schulsystem nicht. Immer noch bestimmen zu viele Zufälle über den Erfolg der schulischen Laufbahn deutscher Schüler:innen. Das Problem liegt in der mangelnden Garantie, dass ein hohes Bildungsangebot als Mindeststandard gesehen wird. Somit können  auch Rücktritte oder Fördermaßnahmen keine Besserung der Chancengleichheit erzielen, wie ein neuer Beitrag des Spiegel Panoramas zeigt (Chancengleichheit: Das leere Versprechen des deutschen Schulsystems,  https://www.spiegel.de/panorama/bildung/chancengleichheit-das-leere-versprechen-des-deutschen-schulsystems-a-1fe759aa-f275-4aff-99d5-b6160fd7df23).

Ines Finke (Von Studierenden für Studierende) „Chancengleichheit – das leere Versprechen des deutschen Schulsystems“ weiterlesen

WG statt Knast – Seehaus Leonberg 

Lediglich 6,9% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die gemäß des Jugendstrafgesetzes verurteilt wurden, werden inhaftiert (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) – https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/32971/jugendstrafvollzug/#:~:text=Jugendstrafvollzug%20ist%20für%20die%20Straftaten%20junger%20Menschen%20zuständig%2C,Anteil%20umfasst%20lediglich%206%2C7%20Prozent%20aller%20jugendrichterlichen%20Verurteilungen).

Seit 2003 ist es möglich, dass Jugendliche ihre Haft nicht in einem regulären Gefängnis absitzen, sondern in eine Wohngemeinschaft ziehen, in der sie mit fünf anderen jugendlichen Straftätern und einer Familie zusammenleben. Doch wie sinnvoll ist es, dass manche Straftäter nicht regulär inhaftiert werden, sondern ihre Haft im Seehaus Leonberg außerhalb von Gefängnismauern verbringen dürfen?

Nele Heuer (Von Studierenden für Studierende) „WG statt Knast – Seehaus Leonberg “ weiterlesen

Inklusion ist kein Bremsklotz des gemeinsamen Lernens!

Im Zuge der Veröffentlichung des IQB-Bildungstrend 2021 (https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/iqb-bildungstrend-die-wichtigsten-ergebnisse/) wurden die Leistungen der Schüler:innen als besorgniserregend bezeichnet. Insbesondere die Viertklässler:innen fallen in allen Kompetenzbereichen dramatisch zurück. In einer Stellungnahme nannte die Kultusministerin von Schleswig-Holstein und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Karin Prien mögliche Gründe für das schlechte Abschneiden: Die mit der Corona-Pandemie bedingten Lerneinschränkungen, aber auch eine ‚fortschreitende Inklusion‘.

Wie gefährlich derartige, teilweise unpräzise, aber auch unkorrekte Äußerungen sein können, darauf machte aktuell eine Gruppe von Kolleg:innen aus dem Schwerpunkt LERNEN und Intensivpädagogik unterschiedlicher Universitäten aufmerksam (https://www.spiegel.de/panorama/bildung/inklusion-an-schulen-kinder-mit-behinderung-sind-beim-lernen-kein-bremsklotz-a-9187483f-d1b6-45a2-a886-cc8bb059c320).

Fazit: „Die Hypothese, Inklusion bedinge das Absinken der Schulleistungen in der IQB- Studie als Negativ-Faktor (Bremsklotz) mit, hält einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand“, so Prof.’in Dr. Conny Melzer, Prof. Dr. David Scheer, Prof. Dr. Menno Baumann und Prof. Dr. Markus Gebhardt.

Lest selbst – wir finden: spannende Einblicke!

GEW NRW fordert Fortführung des Programms ‚Sprach-Kitas retten!’

Vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Zahlen an Geflüchteten aus der Ukraine und den allerorts noch spürbaren Nachwirkungen der Pandemie fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW die Fortführung des Programms ‚Sprach-Kitas‘, dessen Auslaufen der Bund für Ende 2022 plant (https://www.gew-nrw.de/meldungen/detail-meldungen/news/sprach-kitas-retten.html).

Seit 2016 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unter dem Namen „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ Kitas, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern mit einem sprachlichen Förderbedarf haben. Eckpfeiler dieses Programms sind die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, eine inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit den Familien.

Stephanie Tacken (Von Studierende für Studierende) „GEW NRW fordert Fortführung des Programms ‚Sprach-Kitas retten!’“ weiterlesen

Die Zukunft von Förderschulen – „Warum wollen eigentlich alle, dass diese Schulform abgeschafft wird?“

Die gemeinsame Beschulung von Lernenden mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, kurz Inklusion genannt, ist ein in der breiten Öffentlichkeit seit langem, strittig diskutiertes Thema. Gerade für uns als angehende Sonderpädagog:innen ist dies im Hinblick auf unsere spätere berufliche Profession eine relevante Thematik. Momentan haben die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf noch die Wahl, ob sie ihr Kind auf eine Förderschule oder auf eine Regelschule schicken. Doch die parallele Aufrechterhaltung beider Systeme ist auf lange Sicht nicht angedacht. Der Anteil der Lernenden mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die eine inklusive Schule besuchen, steigt stetig. Von den 24.020 Schüler:innen aus Niedersachen, welche einen diagnostizierten Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Lernen besitzen, werden inzwischen 19.586 inklusiv beschult.  Aber gibt es auch Gründe, warum sich Eltern für den Erhalt von Förderschulen stark machen? (https://www.spiegel.de/panorama/bildung/niedersachsen-warum-eltern-sich-fuer-den-erhalt-von-foerderschulen-starkmachen-a-71c98e0f-d81c-4abe-b4c6-84a018bef574).

Charlotte Sprenger (Von Studierenden für Studierende) „Die Zukunft von Förderschulen – „Warum wollen eigentlich alle, dass diese Schulform abgeschafft wird?““ weiterlesen

Pränataldiagnostik: Kostenloser Test in der Schwangerschaft auf Trisomie 21! Was könnte das zur Folge haben?

Die Kosten des pränatalen Bluttests zur Feststellung einer Trisomie 21 beim Fötus während der Schwangerschaft werden ab dem Frühjahr 2022 von der Krankenkasse übernommen und es stellt sich die Frage, was dieser Schritt für ein Zeichen setzt gegenüber Menschen mit Behinderungen. Werden Frauen jetzt noch mehr von der Gesellschaft gedrängt, ein Kind mit Beeinträchtigung abzutreiben? Schätzungsweise wurden schon vor dem kostenlosem Bluttest 9 von 10 Schwangerschaften abgetrieben, wenn beim Fötus Trisomie 21 während der Schwangerschaft festgestellt wurde (vgl. Downsyndrom führt meist zur Abtreibung, Spiegel Gesundheit,  https://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/down-syndrom-neun-von-zehn-frauen-treiben-ab-a-1138841.html).

Clara Moser (Von Studierenden für Studierende) „Pränataldiagnostik: Kostenloser Test in der Schwangerschaft auf Trisomie 21! Was könnte das zur Folge haben?“ weiterlesen

12 Euro Mindestlohn – nicht für alle?

Am 3. Juni 2022 hat der Bundestag dem Gesetzentwurf zugestimmt, den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn in allen Bereichen des Arbeitsmarktes auf 12 Euro pro Stunde zu erhöhen. Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung gilt allerdings nicht als regulärer Betrieb des Marktes. Daher werden die dort arbeitenden Personen auch nicht mit dem Mindestlohn entlohnt (vgl. https://www.lebenshilfe.de/informieren/arbeiten/kein-mindestlohn-in-werkstaetten/).

Merle Kolander (Von Studierenden für Studierende) „12 Euro Mindestlohn – nicht für alle?“ weiterlesen

Baden-Württemberg: Schulen in sozialen Brennpunkten sollen mehr Unterstützung erhalten

Schulen stehen in der heutigen Zeit unter großem Druck, vor allem diejenigen, die sich in sogenannten sozialen Brennpunkten befinden. Aus diesem Grund sollen die Schulen künftig beispielsweise mehr Lehrstellen bekommen. In einigen Bundesländern (z.B. Nordrhein-Westfalen und Sachsen) wurden solche Pläne bereits verkündet, nun möchte auch Baden-Württemberg ein neues Konzept erstellen und umsetzen (https://www.badische-zeitung.de/mehr-hilfe-fuer-schulen-in-sozialen-brennpunkten–214554205.html).

Hanna Brida (Von Studierenden für Studierende) „Baden-Württemberg: Schulen in sozialen Brennpunkten sollen mehr Unterstützung erhalten“ weiterlesen