„Was ist los mit Jaron?“ – Eine interaktive Fortbildung zu sexuellem Kindesmissbrauch

Sexueller Missbrauch ist ein Problem, welches die gesamte Gesellschaft umfasst. Die aktuellen Daten zeigen, dass ungefähr ein bis zwei Schüler*innen pro Schulklasse von sexuellem Missbrauch betroffen sind oder waren. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Lehrer*innen sowie pädagogische Fachkräfte auf diese Problematik aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden, damit sie professionell eingreifen und den betroffenen Kindern helfen können. 

Im Juni dieses Jahres wurde unter der Leitung des unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs die interaktive Onlinefortbildung „Was ist los mit Jaron?“ ins Leben gerufen. Die Fortbildung ist kostenlos und richtet sich an (angehende) Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die in fünf Level virtuell einzelne Grundschulen besuchen und in jedem Level zusammen mit einer Lehrkraft ein Szenario durchlaufen. Dabei gestaltet sich jedes Level unterschiedlich und widmet sich einer anderen Situation im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs. 

Und so funktioniert es: Im virtuellen Klassenraum beobachtet Ihr zu Beginn immer die Ausgangssituation mit möglicherweise betroffenen Kindern und müsst auswählen, wie die Lehrkraft handeln soll. Die Lehrkraft gibt Euch daraufhin immer eine Rückmeldung, ob und warum sie so (nicht) agieren würde und führt Euch dann weiter durch das Szenario. Nach den einzelnen Szenarien erhaltet Ihr im virtuellen Studienraum weitergehende Informationen, die Euch dabei helfen sollen, entsprechende Situationen unvoreingenommen zu erkennen und zu wissen, welche Handlungsoptionen Ihr als Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft habt. 

Während der Szenarien könnt Ihr stets auf Notizen zu den Fällen zugreifen und ein Lexikon benutzen, um Fachbegriffe nachzulesen. Dazu könnt Ihr das jeweilige Level immer pausieren. Der Pause-Button ermöglicht es Euch ebenso, den Kurs so in euren Zeitplan zu integrieren, wie es Euch passt, denn euer Kursfortschritt wird immer gespeichert. Wenn Ihr alle fünf Level erfolgreich abschlossen und Euch im Vorfeld auf der Homepage registriert habt, erhaltet Ihr eine Teilnahmebescheinigung für die Fortbildung und Ihr könnt euch alle Materialien kostenfrei herunterladen. 

Hier findet Ihr noch einen kurzen Erklärfilm zur Fortbildung: 

… und hier könnt ihr Euch registrieren und direkt mit dem Kurs beginnen: https://www.was-ist-los-mit-jaron.de/registration/

Gewalt gegen Menschen mit Behinderung – ein Einzelfall oder ein institutionalisiertes und gesellschaftliches Problem?

Häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist keine Seltenheit und in den Medien heiß diskutiert. Besonders in Zeiten von Corona rückt diese Thematik aufgrund des alarmierenden Anstiegs auf Kinder- und Jugendpsychotherapeutische Praxen mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. 
Aber wie stellt sich diese Thematik im Hinblick auf Menschen mit Behinderung dar? Welche Erfahrungen machen Menschen mit Behinderung in diesem Kontext, können sie sich wehren, haben sie eine Lobby und Menschen, die sich für sie einsetzen? Wie sieht die Rechtsgrundlage in diesem Bereich aus?

Diese Fragen werden innerhalb des SWR 2 Wissen Radiobeitrags: „Gewalt gegen Menschen mit Behinderung“ thematisiert und verschiedene Personen mit verschiedenen Blickwinkeln interviewt (https://www.swr.de/swr2/wissen/gewalt-gegen-menschen-mit-behinderung-swr2-wissen-2021-01-28-100.html#:~:text=2%20MB%20%7C%20MP3)-,Sexueller%20Missbrauch%2C%20k%C3%B6rperliche%20und%20psychische%20%C3%9Cbergriffe%3A%20Menschen%20mit%20Beeintr%C3%A4chtigung%20sind,der%20F%C3%A4lle%20gilt%20als%20enorm)

Wenn Euch das Thema interessiert, dann lest gerne mal rein!

Sophia König (Von Studierende für Studierende)

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PKS 2019 dokumentiert erneut einen Anstieg von sexualisierter Gewalt und der Verbreitung von Kinderpornografie!

Die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (vgl. https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2019/pks2019_node.html;jsessionid=E9BBFC2F30CE5BAEA15D51C9A5D0E8DC.live2291) zeigt: auch für das Jahr 2019 steigen die – wohl gemerkt registrierten – Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen (2018: 12.321; 2019: 13.670, mit einem tatsächlichen Anstieg von 1.349 und damit um 10,9%) und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften (mit einem Anstieg von 64,6%).

Die Bundesregierung hebt dagegen primär hervor: „Deutschland ist wieder ein Stück sicherer geworden“, weil die Zahl der Straftaten bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum erneut rückläufig sind (vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pks-2019-1734432).

Die Meldung des Anstiegs sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen wird dagegen in der aktuellen Berichterstattung lediglich in einem Nebensatz erwähnt – empörend!

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