Apl. Professorin Dr. Marion Keuchen wurde zur Universitätsprofessorin für „Didaktik der Evangelischen Religionslehre mit besonderer Berücksichtigung von Inklusion“ ernannt und am 12. Januar 2026 vom Universitätspräsidenten Herrn Prof. Dr. Matthias Bauer vereidigt. Marion Keuchen freut sich auf Studierende und auf die gemeinsame kollegiale und wissenschaftliche Zusammenarbeit am Institut für Evangelische Theologie, am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK), mit der Professional School of Education (PLAZ) und mit allen weiteren Menschen der Universität Paderborn und anderen Einrichtungen. Im Rahmen einer noch nicht terminierten Antrittsvorlesung sind Feierlichkeiten geplant.
Im aktuellen Newsletter von „EvAlumni“ hatte sich Marion Keuchen auf drei Fragen ihres Kollegen Jan Christian Pinsch eingelassen:
Drei Fragen, die mich zum Denken treiben, wie ich es mag! Antworten sind selten endgültig, ein Diskurs wirft neue Fragen auf, nimmt weitere Perspektiven ein (oder auch nicht) und ringt. Also hinein in das Ringen:
Wo komme ich her?
Ich bin geboren am damals noch mehrheitlich katholischen Niederrhein und aufgewachsen mit meiner Zwillingsschwester in einer ‘Lehrerfamilie‘ mit verschiedenen Konfessionen. Verschiedene Perspektiven begleiten mich seither: in meinem Lehramtsstudium mit verschiedenen Fächern wie Theologie und Philosophie, Germanistik und Darstellendes Spiel, in meinen beruflichen Stationen an Schulen, Universitäten und religionspädagogischem Fortbildungsinstitut mit Bildung von Schüler:innen, Studierenden, Referendar:innen, Fachleitungen, Lehrkräften und Pfarrpersonen, durch meine Arbeitgeber in Kirche und Staat und in meinem privaten Umfeld. Diese Perspektivwechsel, selbstgewählt oder unumgänglich, waren und sind oftmals bereichernd, manchmal anstrengend, Horizont erweiternd oder auch verengend.
Wer bin ich?
Theologisch und menschlich geprägt haben mich:
Kirchentage mit ihrem gesellschaftlichen Blick für die Fragen unserer Zeit und die Verortung von biblischer Botschaft im Hier und Jetzt sowie in der ästhetischen Annäherung in Künsten;
franziskanische Spiritualität und Engagement für die Schöpfung;
ein vielseitiger und sensibel machender Religionsunterricht mit engagierten Lehrkräften, die sich für die Bewahrung der Schöpfung und für gerechte(re) Strukturen einsetzten;
Hochschuldozierende, die mir biblische, literarische, pädagogische und ästhetische Denkräume erschlossen;
Bücher und Theaterstücke, die mich mit anderen Erfahrungen bekannt gemacht haben
und wohl am prägendsten die Begleitung von Menschen auf meinem Lebensweg seit meiner Geburt bis heute, die ganz individuell Theologie, Philosophie, Bildung, Mensch-Sein und lebensförderliches Engagement vermittelt und gelebt haben und leben.
Wo will ich hin?
Ich freue mich auf die Begegnungen mit Menschen und ihren Perspektiven in Paderborn, ich bin gespannt auf das zwischenmenschliche Ringen, das Miteinander-Denken und -Lernen, das ruhige(re) Nachdenken und Schreiben und auf das Miteinander-Unterwegs-Sein.
Ich möchte mich gemeinsam mit Gefährt:innen jungen, mittleren und hohen Alters, vielfältiger Perspektiven, Fähigkeiten, Einschränkungen, Bedürfnisse und Behinderungen, verschiedener Religionen und Weltanschauungen den Fragen und Antworten unserer Zeit stellen. Im Bereich der Bildung möchte ich kritisch-konstruktiv Fragen aufwerfen, in den Diskurs mit Antworten treten und Bildungsprozesse lebens- und menschenförderlich und nachhaltig gut gestalten. Dabei ist zu bedenken, „was wir sein werden, ist noch nicht sichtbar“ (1 Joh 3,2).