Drei Fragen an… Prof. Dr. Katrin König

Seit dem Wintersemester 2025/26 ist Katrin König am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Paderborn tätig und seit Februar 2026 frisch als Professorin für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und Ökumene ernannt. Im EvAlumni-Newsletter hat sie sich bereits für alle Ehemaligen, Interessierten und Verbundenen kurz vorgestellt. Hier auf dem Institutsblog findet sich nun eine ausführlichere Version ihrer Vorstellung.

Wo komme ich her?

Ich komme aus Westfalen, bin aufgewachsen in der Region zwischen Sauerland und Bergischem Land in einer Pfarrfamilie mit zwei Geschwistern und vielen Menschen, die bei uns ein und aus gingen. Weitere Orte, die mich geprägt haben, sind Leipzig mit dem Gefühl der Offenheit der Welt, Tübingen mit dem Tiefgang theologischer und philosophischer Wahrheitssuche, Konstanz der Weitherzigkeit der Menschen und dem weiten Blick über den See auf die Berge, und Heidelberg mit der Lebendigkeit der Studierenden. Prägend waren auch Zeiten und Menschen anderen Orten in Indonesien, in den USA und in England, die den Blick geweitet haben, dass es immer auch anders geht. Wenn ich zurückblicke, wo ich herkomme, merke ich, dass Zwischenräume für mich besondere Bedeutung haben: zwischen Philosophie und Theologie, zwischen Kirche und Universität, zwischen gelebtem Glauben und fragendem Denken. Vielleicht bewege ich mich heute auch deswegen gerne in Zwischenräumen der Theologie im Dialog.

Wer bin ich?

Ich bin tief dankbar für die Menschen, die mit mir durchs Leben gehen, die mich menschlich und theologisch geprägt haben auf meinem Weg in der Familie und Schule, Kirche und Universität. Ich übe mich darin, mit der Fehlbarkeit und Begrenztheit von mir und von anderen freundlich umzugehen und bin gespannt neu dazu zu lernen. Dabei bin hoffnungsfroh, dass das Leben immer wieder überraschend Wendungen zum Guten nehmen kann. Als Systematische Theologin bewegt mich die Frage nach Hoffnung in Krisenzeiten. Ich schätze die Tiefe theologischer und philosophischer Wahrheitssuche und die Weite, die sich im ökumenischen, interreligiösen und interdisziplinären Gespräch eröffnet und ethische Wertorientierungen für respektvolles Zusammenleben in einer offenen pluralen Gesellschaft. Wichtig ist mir – auch weil ich vor dem Ruf an die Universität Paderborn mehrere Jahre als ordinierte Pfarrerin in der Kirche gearbeitet habe – die Verbindung theologischer Reflexion mit Praktiken gelebten Glaubens und kontemplativer Spiritualität. In meiner freien Zeit mache ich großer Freude Musik, insbesondere geistliche Musik im Chor und alte Musik mit der Geige in einem vor einem Jahr gegründeten Barockensemble.

Wo will ich hin?

Ich möchte gerne als Professorin für Systematische Theologie und Ökumene in Paderborn dazu beitragen, dass man hier gut Evangelische Theologie für Bildungskontexte studieren und zu Grundfragen des evangelischen Glaubens im Dialog der Theologien und Kulturwissenschaften forschen kann. Dabei ist mir wichtig, das bleibend Bedeutsame des Glaubens mit den aktuellen Herausforderungen der Gegenwart zu verbinden. Besonders interessieren mich systematisch-theologische Grundfragen im ökumenischen, interreligiösen und interdisziplinären Dialog. Für die Arbeit am Bildungskanon gehört es für mich dazu, Beiträge von Denkerinnen zu erschließen. Außerdem ist mir eine Hermeneutik kontemplativer Spiritualität und der Bezug zu Praktiken gelebter Theologie wichtig. Ein besonderes Anliegen sind dabei neue Forschungsperspektiven traumasensibler Theologie. Damit bin ich gespannt, was sich hier in Paderborn an Gesprächen und Zusammenarbeit ergibt für gute theologische Bildung für die kommende Generation.

Das Bild zeigt Katrin König mit Kolleg*innen, Mitarbeiterinnen und Fachschaftsvertreter am Tag ihrer Ernennung.