Inklusion durch Technologie: Diagnosesoftware zur Förderung von Lesefähigkeiten

In der heutigen Bildungslandschaft spielen Technologie und Inklusion eine immer wichtigere Rolle. Angesichts der jüngsten Ergebnisse der IGLU-Studie 2023 (vgl. https://www.bmbf.de/bmbf/de/bildung/bildung-im-schulalter/iglu-internationale-grundschul-lese-untersuchung/iglu-internationale-grundschul-lese-untersuchung_node.html), die einen negativen Trend in den Lesefähigkeiten von Viertklässler:innen aufzeigt, gewinnt die effektive Nutzung von Technologie zur Förderung der Leseentwicklung besondere Bedeutung. In diesem Kontext präsentiert eine kürzlich durchgeführte Studie am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation einen vielversprechenden Ansatz: Die Verwendung von Diagnosesoftware zur Verbesserung der Lesefähigkeiten von Grundschüler:innen und gezielten Reaktionen auf individuelle Lernprobleme (vgl. https://www.dipf.de/de/dipf-aktuell/pressemitteilungen/kinder-mit-leseschwierigkeiten-besser-foerdern-software-zur-lernverlaufsdiagnostik-unterstuetzt-lehrkraefte).

Melissa Böke (Von Studierenden für Studierende)

Die Studie zur Verbesserung der Lesefähigkeit von Grundschüler:innen, die im renommierten „Journal of Computer Assisted Learning“ veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit der Diagnosesoftware „quop.“. Diese Software wurde von der Universität Münster entwickelt und steht hessischen Grundschulen kostenfrei zur Verfügung. Ziel der Software ist es, Lehrkräften ein Instrument zur Verfügung zu stellen, mit welchem sie den Lernfortschritt ihrer Schüler:innen im Leseverständnis kontinuierlich überwachen können.

An der Studie nahmen insgesamt 668 Kinder aus 77 Grundschulklassen in Hessen und Niedersachsen teil. In 46 Klassen wurde die „quop“-Software eingesetzt. Die restlichen 31 Klassen dienten als Kontrollgruppe. Die Lehrkräfte der „quop“-Klassen überwachten den Lernfortschritt ihrer Schüler:innen mithilfe der Software und erhielten regelmäßig grafische Übersichten über den durchschnittlichen Lernzuwachs der Klasse sowie der einzelnen Schüler:innen.

Die Ergebnisse der Studie waren beeindruckend. Die Schüler:innen aus den Klassen, in welchen die Diagnosesoftware verwendet wurde, erzielten bessere Ergebnisse im Leseverständnis als ihre Altersgenoss:innen in den Kontrollklassen. Besonders bemerkenswert war der positive Effekt bei den Schüler:innen, die zu Beginn größere Probleme im Leseverständnis hatten. Diese Schüler:innen profitierten am stärksten von der individuellen Unterstützung, die ihnen die Software ermöglichte.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die positiven Auswirkungen von digitalen Instrumenten, wie die der „quop“-Software, auf die Bildung.

In einer Zeit, in der die Digitalisierung in Schulen zunehmend präsent ist, bieten solche Tools den Lehrkräften die Möglichkeit, die individuelle Leseentwicklung ihrer Schüler:innen besser zu verfolgen und gezielter auf Lernprobleme einzugehen. Dies ist von besonderer Bedeutung angesichts der beunruhigenden Ergebnisse der IGLU-Studie 2023, welche eine Verschlechterung der Lesefähigkeiten bei Viertklässler:innen aufgezeigt hat.

Die Studie am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation hebt die Potenziale der Technologie in der Bildung hervor, da Lehrkräfte durch eine Diagnosesoftware wie „quop“, die Möglichkeit haben, den Lernfortschritt ihrer Schüler:innen besser im Blick zu behalten und gezielter auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Dies kann zu einer inklusiveren und effektiveren Bildung für alle Schüler:innen führen. Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, wie der richtige Einsatz von Technologie Bildung transformieren kann – hin zu einer Welt, in welcher jede:r Schüler:in die bestmöglichen Chancen erhält, seine bzw. ihre vollen Potenzialen zu entfalten.