Prof. Dr. Harry Kullmann – Neue Leitung der AG Sonderpädagogische Förderung und Inklusion mit dem Schwerpunkt Schulentwicklungs- und Unterrichtsforschung

Alle Studierenden, Kolleginnen und Kollegen sowie Leserinnen und Leser dieses sehr interessanten und lobenswerten Blogs grüße ich sehr herzlich und nutze ihn zugleich gerne, um mich Ihnen und euch ein wenig vorzustellen.

Wie in der Überschrift bereits ersichtlich, bin ich seit April 2019 Professor im Studiengang Sonderpädagogische Förderung und Inklusion mit dem Schwerpunkt Schulentwicklungs- und Unterrichtsforschung und Leiter der zugehörigen, im Aufbau befindlichen Arbeitsgruppe an der Universität Paderborn.

Bis März 2019 wurde diese Professur vertreten von Dr. Jan Christoph Störtländer.

An der Universität Paderborn bin ich aktuell in mehreren Lehrveranstaltungen rund um das Praxissemester tätig und bin von der Offenheit und dem Engagement der zugehörigen Studierenden begeistert, die ganz überwiegend dem Studiengang für Sonderpädagogische Förderung angehören.

Mein unmittelbarer Arbeitsbereich ist noch im Aufbau befindlich, weshalb es mitunter etwas chaotisch zugeht, aber das wird alles. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit mit Ihnen und euch sowie die diversen lehre- und forschungsbezogenen Projekte an der Universität Paderborn. Einer meiner diesbezüglichen Schwerpunkte soll die Stärkung der Internationalisierung werden ‒ we shall see

Herzlichst

Harry Kullmann

 

Wenn Ihr weitere interessante Informationen über den beruflichen Werdegang von Prof. Dr. Kullmann erfahren wollt – lest weiter! 

 

Meine zentrale wissenschaftliche Sozialisation in Fragen von Sonderpädagogischer Förderung und Inklusion habe ich während meiner fünfjährigen Post-Doc-Zeit (zwischen 2010 und 2015) an der „Wissenschaftlichen Einrichtung Laborschule“ der Universität Bielefeld erfahren. Diese Einrichtung ist Teil der dortigen Fakultät für Erziehungswissenschaft und erfüllt gemeinsam mit der Laborschule Bielefeld den Versuchsschulauftrag des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Laborschule ist seit über 40 Jahre eine Schule des gemeinsamen Lernens bzw. der Nicht-Aussonderung und besitzt ein diesbezüglich sehr elaboriertes Schulkonzept, unter anderem auf der Basis individualisierter Unterstützungsangebote in allen Jahrgängen, eines differenzierten Kurssystems bereits in der Mittelstufe, einem besonderen Reisecurriculum zur Förderung der Gemeinschaft, dem Verzicht auf Ziffernnoten bis zur 9. Klassenstufe und der multiprofessionellen Kooperation von Sonderpädagog*innen, Regelschullehrkräften und Schulsozialarbeiter*innen.

Geforscht und publiziert habe ich seinerzeit u.a. zum Schulischen Wohlbefinden als einem nicht leistungsbezogenen Qualitätsindikator inklusiver Schul- und Unterrichtssysteme (u.a. mit Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose, Universität Bielefeld), zur Entwicklung des Mathematikunterrichts in inklusiven Lerngruppen auf der Basis von Unterrichtsstudien (bzw. Lesson Studies, u.a. mit Prof. Dr. Mathias Hattermann, Universität Paderborn und Reto Friedli, Peter-Gläsel-Schule Detmold), zu den inklusionsbezogenen Einstellungen und Bereitschaften von Lehrkräften in Best-practice-Grundschulen des gemeinsamen Lernens (u.a. gemeinsam mit Prof. Dr. Annette Textor, Universität Bielefeld), zur Bedeutung der kritisch-konstruktiven Didaktik für die Unterrichtsplanung von Lehrkräften (u.a. gemeinsam mit Prof. Dr. Barbara Koch, Universität Kassel, Prof. Dr. Barbara Koch-Priewe, Dr. Anne Köker und Dr. Jan Christoph Störtländer, alle Universität Bielefeld), zur inklusiven bzw. Inklusion unterstützenden Didaktik sowie (kritisch) zum Begriff des forschenden Habitus.

Auf meiner ersten, zunächst befristeten Professur war ich zwischen 2015 und 2017 an der Universität Siegen u.a. im Bachelor- und Masterstudium der dortigen Lehramtsstudiengänge mit integrierter Förderpädagogik tätig. Geforscht und publiziert habe ich im seinerzeit u.a. zur multiprofessionellen Kooperation am Beispiel der Schulassistenz. Ein besonderes Siegener Projekt war die Organisation zweier englischsprachiger Workshops, getragen und gestaltet zum einen von Studierenden und zum anderen von Wissenschaftler*innen aus Kanada, Schweden, Südtirol/Italien und Deutschland im Rahmen der dortigen International Study Week on Inclusion and Diversity. Inhalte beider Workshops waren die Geschichte, die aktuellen Strukturen, die besonderen Errungenschaften sowie die dringlichsten Herausforderungen der insgesamt vier Bildungssysteme in Bezug auf Inklusion und sonderpädagogische Förderung.

Unmittelbar vor meinem Wechsel an die Universität Paderborn hatte ich seit 2017 die Professur für Allgemeine Didaktik / Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Unterrichts- und Bildungsforschung an der Universität Koblenz-Landau inne. Mein inklusionsbezogenes Tätigkeitsfeld habe ich dort um Fragen des inklusiven Potenzials kultureller Bildung erweitert.

Promoviert wurde ich 2009 an der Universität Duisburg-Essen bei Prof. Dr. Klaus Klemm und Prof. Dr. Karl-Oswald Bauer mit einer Dissertation über die Kooperation von Naturwissenschaftslehrkräften. Meine erste Post-Doc-Station war die Universität Augsburg, wo ich in unterschiedlichen Funktionen im Schwerpunkt „Heterogenität und Bildungserfolg“ sowie einem Projekt zur individuellen Förderung an Grundschulen geforscht und publiziert habe (u.a. mit Prof. Dr. Andreas Hartinger, Universität Augsburg, Prof. Dr. Josef Strasser und Prof. Dr. Wiebke Waburg, beide Universität Koblenz-Landau).

Des Weiteren bin ich ausgebildeter Lehrer für die Fächer Biologie und Chemie für Gesamtschulen und Gymnasien mit Erstem und Zweitem Staatsexamen und Schreinergeselle, ehemaliger Realschüler und ehemaliger Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (als Doktorand) sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes (als Student und Doktorand). Während meiner Promotion war ich im Rahmen eines Forschungsaufenthalts zu Gast an der Graduate School of Education der University of California, Berkeley (USA).

 

 

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