Nachgefragt bei Mai-Anh Boger: Meine besten Einfälle habe ich, wenn ich ein_e Andere_r geworden bin.

 

Wenn Ihr wissen wollt,   warum das Klavier Mai-Anh Boger (zurzeit Vertretung der W3-Professur Lernen in der inklusive Schule) beim Wachwerden hilft, wozu sie Seminare anregen und was sie tun würde, wenn sie mehr Zeit hätte …. einfach weiterlesen!

 

  • Ich beginne meinen Tag mit einem Kaffee am Klavier. Bis ich wach bin – was lange dauert – segele ich durch mein Repertoire und dann arrangiere ich den Tag.
  • Am meisten freue ich mich in der Uni Paderborn auf den Sommer. Ich sehe euch abends am Bahnhof Kasseler Tor neben mir stehen und es ist dunkel und kalt mittlerweile, nicht?
  • Seminare regen mich dazu an das Einfachste zur schwersten Übung zu machen und das Schwerste ganz einfach zu sagen.
  • Am meisten ärgert mich als ‚Praxisnähe‘ getarnte Theoriefeindlichkeit, da sie Studierende entmündigt und als schlecht kaschierter Anti-Intellektualismus die Errungenschaften der demokratischen Debatte und Diskursfähigkeit bedroht.
  • Das nächste Fachbuch, das ich lesen will liegt schon auf meinem Nachttisch: Badiou im Gespräch mit Roudinesco.
  • Energie tanke ich beim Kopieren. Ich kopiere immer noch selbst und schlendere auch gerne selbst durch die Bibliothek. Es ist mir eine meditative Übung.
  • Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich mit Störtländer eine Band gründen.
  • Wenn ich einen Rat brauche, frage ich zuerst die Alten und dann eine_n Jugendlichen, der ganz anders ist als ich, was er über diese alte Antwort denkt (alte vietnamesisch-buddhistische Weisheit).
  • Ich frage mich manchmal, wann sich endlich wieder eine Friedensbewegung formiert.
  • Kreativität entsteht, weil der Mensch freigesetzt ist, sich in die Existenz zu rufen und sich Sinn zu geben (Sartre/Badiou)
  • Freude an meinem Beruf ist mir eine pädagogische Kardinaltugend, denn Pädagogik ohne Liebe ist wie Architektur ohne Obdach.
  • Die Zeit meines Studiums in Mainz war ein großes Prä-Bologna-Glück: mit echten Oberseminaren, viel Raum für Diskussion und politische Bildung und einer lebendigen Campuskultur.
  • Wissenschaftler/innen sind Menschen …. [Punkt.]
  • Wenn ich Wissenschaftsminister/in wäre würde ich versuchen, der Ökonomisierung von Hochschule etwas entgegenzusetzen.
  • Die Faszination des Studiengangs Sonderpädagogische Förderung macht für mich aus, das Allgemeine im Besonderen und das Besondere im Allgemeinen zu entdecken.
  • Sonderpädagogik an der Uni Paderborn lehren bedeutet für mich …. Ich bin zwar gerne bei euch zu Besuch, aber uneigennützig wünsche ich euch, dass die Vertreteritis bald aufhört, sodass ihr auf eine Zukunft schauen könnt, die Kontinuität und eine koordinierte Studiengangsentwicklung ermöglicht.

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