Schule und psychische Belastungen

Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne ist Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in München, wobei sein Fachgebiet unter anderem auch ADHS, Schulabsentismus, sowie Ess-, Angst-, und depressive Störungen beinhaltet. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal Merkur.de berichtet er über psychische Belastung im Zusammenhang mit Schule.

Im Hinblick darauf, dass jedes fünfte Kind als psychisch belastet gilt, stellt Schulte-Körne klar, dass es für psychische Belastungen nicht nur eine Ursache gibt, sondern es ein Zusammenwirken von individuellen Belastungen, solchen innerhalb der Familie, sowie biologische Faktoren, ist. Dazu gehört, dass die Kinder oft einen hohen Leistungs- und Erfolgsdruck erleben, aber auch Erkrankungen, Trennung oder sogar Stress der Eltern können sich auf die Kinder auswirken.

Die Frage, ob eine bestimmte Schulart Ursache für psychische Belastungen sein kann, verneint er aber. Eine Rolle würde jedoch die individuelle Situation in der Klasse, das Verhältnis zu Lehrkräften sowie auch Noten spielen. Weiterhin merkt er an, dass bei z.B. Lernschwierigkeiten entscheidend sei, ob und wie das Kind gefördert und integriert wird.

Das gesamte Interview vom 04.01.2020 lässt sich nachlesen unter: https://www.merkur.de/leben/karriere/bildungstage-muenchen-ere449860/bildungstage-muenchen-2020-schule-psychischen-belastungen-fuehren-kann-13416819.amp.html

Charline Bunte (Von Studierenden für Studierende)

Das erste Anzeichen, welches auszumachen ist, sei eine Änderung im Lernverhalten des Schülers oder der Schülerin, zum Beispiel, dass das Kind mit den Aufgaben weniger zurechtkommt und allgemein eher mit sich selbst, als mit der Schule, beschäftigt ist. Zu weiteren Anzeichen zählen außerdem schlechter werdende Noten, welche folglich einen Teufelskreis in Gang setzen würden, da die Schüler*innen dadurch denken, sie würden den Anforderungen nicht mehr gerecht und aufgrund dessen auch immer weniger engagiert sind.

Bezüglich Schularten äußert Schulte-Körne im Interview, dass speziell auf staatlichen Gymnasien die Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Belastungen noch immer zu wenig integriert seien, weshalb Schulwechsel vom Gymnasium auf die Realschule aufgrund von Noten häufig seien, trotz Begabung und Intelligenz.

Zuletzt spricht er über den Schulwechsel nach der Grundschule und gibt Eltern Tipps, worauf dabei geachtet werden kann. Dazu gehört beispielsweise, dass die Eltern sich über Konzepte und Schwerpunkte einzelner Schulen sowie das Schulklima informieren sollten. Schließlich merkt Schulte-Körne noch an, dass auch das Wohngebiet die Auswahlmöglichkeiten von Schulen beeinflusst, da natürlich in ländlichen Regionen weniger Schulen existieren, als in den Städten.

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