Aktuelle Lieblingsbücher

Die beiden inhaltlichen Schwerpunkte der Professur Kunstunterricht und Digitales sowie Kunstunterricht und Inklusion sind aktuelle Themen, die momentan von vielen Stellen verhandelt werden. Dementsprechend wird zunehmend zu den Themen publiziert. Welche Bücher und Texte davon lesenswert sind und welche thematischen Aspekte sie behandeln, wird hier vorgestellt.

Julia Heisig, Ivana Scharf & Hiede Schönfeld (2020): Kunstlabore. Für mehr Kunst in Schulen! Ein Ratgeber zur Qualität künstlerischer Arbeit in Schulen
Julia Theis
Weshalb sind die Impulse künstlerischer Arbeit für Schulen im 21. Jahrhundert so wertvoll? Was können Lernende durch künstlerische Prozesse erfahren? Und wie kann künstlerische Arbeit in hoher Qualität gelingen und welche Aspekte sind dafür wichtig? Auf diese zentralen Fragen gibt der Ratgeber Kunstlabore: Für mehr Kunst in Schulen! von Julia Heisig, Ivana Scharf und Heide Schönfeld vielfältige Antworten.
Der Ratgeber basiert auf dem Kunstlabore-Programm der MUTIK gGmbH, gefördert von der Mercator Stiftung von 2015 bis 2019 . Innerhalb dieses Programms wurde gemeinsam mit Schulen die eigene Praxis reflektiert, um daraus künstlerische Formate und Methoden zu entwickeln. Es entstanden Ateliers in Schulen, die für Künstlerinnen und Künstler wie für Lernende geöffnet sind. Auf der Website www. kunstlabore.de werden die unterschiedlichen und gemeinsam realisieren Projekte vorgestellt.

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Im Gegensatz zu der Website, die ihren Fokus auf praxisnahe Hilfestellungen sowie Anregungen für den eigenen Unterricht legt, fokussiert der Ratgeber die Frage nach dem Wie. Dabei thematisieren die Autoren unter anderem die Anschlussfähigkeit von künstlerischen Potentialen an derzeit geltende Kompetenzmodelle sowie deren Bedeutungszuwachs. Zunächst stellen die Autoren die Veränderung der Kompetenzen, den Stellenwert der Kreativität sowie die zukünftige Bedeutung der künstlerischen Praxis in den Schulen des 21. Jahrhunderts dar. Anschließend thematisieren sie die Erfahrungspotentiale durch die Arbeit mit den Künsten. Das Hauptaugenmerk legt der Ratgeber auf fünf spartenübergreifende Qualitätsbereiche (anleitende Person; Verständigung zwischen Kunst-/Kulturschaffenden und Lehrenden; künstlerischer Prozess; Beziehung zwischen Lernenden, Kunst-/Kulturschaffenden und Lehrenden; Raum) welche für die qualitätsvolle künstlerische Arbeit in der Schule und die Erfahrungspotentiale der Lernenden entscheidend sind.
Insgesamt gibt die Publikation einen reflektierten und gleichzeitig praktischen Einblick in den Einsatz und die Auswirkungen von künstlerischem Arbeiten an Schulen. Kunstlabore: Für mehr Kunst in Schulen! bietet für Lehrende, für Schulen sowie für Kunst- und Kulturschaffende Inspirationen für die eigene Unterrichtspraxis, konkrete Hilfestellungen zur Implementierung von künstlerischer Arbeit an der Schule sowie eine fachliche Grundlage, um die Bedeutung der künstlerischen Arbeiten für die Lernenden zu verdeutlichen.
Bielefeld: transcript, ISBN: 978-3-8376-4985-7, 27,99€

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Eschment, J., Neumann, H., Rodonò, A. & Meyer, T. (2020):
Arts Education in Transition. Ästhetische Bildung im Kontext kultureller Globalisierung und vernetzter Digitalisierung
Annika Waffner
Mit dem fünften Band der Schriftenreihe „Kunst Medien Bildung“ wurde ein weiterer umfangreicher Sammelband herausgegeben, der plurale und aktuelle Positionen der Kunstpädagogik vereint. Thematisch behandeln die Artikel die gesellschaftlichen Veränderungen der Globalisierung und Digitalisierung hinsichtlich ihrer Auswirkungen für die ästhetische und kulturelle Bildung. Ergänzt werden die Artikel durch Dokumentationen künstlerischer Forschung, die einen weiteren Blick auf die Thematiken eröffnen. Neben dieser ungewöhnlich direkten Verschränkung fällt ebenfalls die Diversität der Autorenschaft auf. Bekannte und etablierte Forschende der Kunstpädagogik, wie Thorsten Meyer, Carmen Mörsch, Manuel Zahn und andere, erhalten ebenso eine Plattform wie bildende Kunstschaffende, Theaterpädagoginnen, Lehrkräfte, Anthropologinnen, Medienkulturwissenschaftler, u.v.m.

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Um die Fülle an Perspektiven zu gliedern, wurden die Artikel jeweils einem von fünf Schwerpunkten zugeordnet: Ästhetische Bildung, home/migration, Grand Tour 2017, Post-Internet Arts Education und Kunst als epistemische Praxis. Jeder Schwerpunkt geht dabei auf ein Überthema eines Semesters zurück, der an der Universität Köln in der Lehre durchgeführt wurde. Der erste Schwerpunkt fokussiert den Diskurs um das Verhältnis zwischen Kunst und Pädagogik unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen. Mit home/migration werden hingegen die Anforderungen an eine kulturelle Bildung thematisiert, wenn sich Gesellschaft zunehmend inter-, trans- und hyperkulturell entwickelt. Das dritte Thema schließt daran an und behandelt die Globalisierung hinsichtlich der Kunst. Unter Post-Internet Arts Education wird der Blick auf die Kunstpädagogik geworfen und mit der Etablierung digitaler Medien verknüpft. Abschließend werden Forschungsprojekte in Form eines Kollegs als Ausgangspunkt dafür genommen, wissenschaftliche Methoden und Perspektiven der unterschiedlichen Disziplinen zu reflektieren. Einzelne Beiträge aus diesem Zusammenhang zu rezensieren würde daher der Publikation nicht gerecht, da gerade in der Vielzahl der Beiträge ihr Potential liegt. Arts Education in Transition bietet insgesamt einen ebenso tiefen wie vielfältigen Blick auf aktuelle Prozesse, die die Kunstpädagogik betreffen. Besonders geeignet ist die Publikation für Personen in der Wissenschaft oder im Studium, die einen theoretisch geleiteten Zugang zu den Thematiken suchen.
München: kopaed, ISBN: 978-3-86736-564-2, 22,80€

Winderlich, Kirsten (2019):
grund_schule kunst bildung. band sieben: lernen
Jana Welzel
Die grund_schule der künste versteht sich laut eigenen Angaben als Bildungsraum an der Schnittstelle zwischen Hochschule, Schule und Kulturinstitution. Ihre Publikationsreihe richtet sich daher nicht, wie sich auf den ersten Blick vermuten lässt, ausschließlich an Grundschullehrkräfte, sondern es geht vielmehr darum, dass Kunst eine Grundlage für die Schule darstellen kann. Im siebten Band grund_schule kunst bildung steht der Lernbegriff aus der Perspektive ästhetischer Bildungskritik im Mittelpunkt. Aus diesem Grund beschäftigen sich die Beiträge des Herausgeberbandes mit dem sich Bilden in, an, mit und durch Kunst und wie dieses initiiert werden kann. Außerdem wird den Fragen nachgegangen, was dieses Lernen für Studierende der künstlerischen Lehramtsstudiengänge bedeutet und wie sie sich dafür während des Studiums qualifizieren können.

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Daher beschäftigt sich Kirsten Winderlich eingangs mit der These, warum sich die Kunst vor der Pädagogik hüten solle und schlägt in diesem Zusammenhang vor, sich „für ein Lernen durch und von Kunst vom Ästhetischen Bildungspotential der Kunst anregen zu lassen.“ (S.13) In den einzelnen Beiträgen wird immer wieder auf die wahrnehmende-forschende Haltung eingegangen, die als wichtiger Grundstein, der Überlegungen des Lehr- und Forschungsmodells der grund_schule der künste darstellt wird. Im Hinblick auf den Aufbau einer forschenden Haltung von Lehrkräften, die das leibgebundene Lernen von Heranwachsenden in den Blick nimmt, werden die fotogestützte teilnehmende Beobachtung sowie die Beobachtung und Dokumentation mithilfe von Videokameras beschrieben und vorgestellt. Unter dem Gesichtspunkt der forschenden Haltung werden in diesem Herausgeberwerk immer wieder praktische Umsetzungen durch Berichte, Interviews o.ä. abgebildet. Dabei ist die Verbindung zwischen der Klärung wichtiger theoretischer Begriffe und der Ableitung praktischer Implikationen für die Fächer Kunst und Musik besonders interessant. In einigen Beiträgen werden dazu auch die Gestaltung schulischer und außerschulischer Lernumgebungen sowie der Umgang mit Material näher beleuchtet und in ein praktisches Feld übertragen. Interessant ist darüber hinaus die Betrachtung der Lehrkraft als performende Person und der damit verbundenen performativen Praxis. Dabei rücken auch Theater- und Performancetheorien in das Blickfeld und die Bedeutung von Irritation und Fremdheit für das Lernen wird dargestellt. Erwähnenswert ist außerdem die Auseinandersetzung mit dem neuen Rahmenlehrplan für das Fach Kunst in Berlin und Brandenburg, der ästhetische Erfahrungen als Basis für die künstlerische Praxis begreift. Obwohl sich einige Beiträge nicht mit dem Fach Kunst beschäftigen, können auch sie in Bezug auf die Kunstpädagogik aufschlussreich sein, da sie sich mit besonders relevanten Grundbegriffen wie Inklusion, Material und Raum sowie mit dem ästhetischen Erleben auseinandersetzen. Daher bildet die Publikation insgesamt eine umfassende Grundlage, um sich mit verschiedenen Aspekten des Lernens im Sinne einer ästhetischen Bildung auseinanderzusetzten.
Oberhausen: Athena, ISBN: 978-3-7455-1086-7, 19,50€

Krautz, Jochen (2020):
Kunstpädagogik. Eine systematische Einführung
Rebekka Schmidt
Im Gegensatz zu anderen Einführungen, die eher konkrete Themen, Entwicklungen und zugrundeliegende konzeptuelle Überlegungen der Kunstpädagogik darstellen, fragt Jochen Krautz in der „systematischen Einführung“ stärker nach strukturellen Zusammenhängen in Bezug auf verschiedene Aspekte vorrangig schulischen Kunstunterrichts (z. B. Gegenstand, Bildungsaufgabe, Begründungen etc.). Dabei werden verschiedene für den Kunstunterricht relevante Facetten systematisiert, aber weniger eine in sich geschlossene Ordnung entwickelt.
Die Publikation beginnt mit der Verortung der schulischen Kunstpädagogik innerhalb der Bezugsdisziplinen und der Konkretisierung ihrer Gegenstandsfelder. Den Abschluss bilden exemplarische Überlegungen zur Kunstdidaktik und kunstpädagogischen Forschung.

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Die fünf Kapitel des Mittelteils nehmen die Bereiche Bildungsverständnis, Begründung, Fähigkeiten, Aufgabenstellung und Lernen in den Blick, deren Inhalte jeweils abschließend in einer „kunstpädagogischen Systematik“ zusammengefasst werden. Hierbei stellt Krautz pro thematischem Schwerpunkt drei Pole heraus, die den einzelnen Bereich bestimmen. Daraus ergibt sich ein beziehungs- und aufschlussreiches Feld von Bedingungsfaktoren, das vorwiegend deshalb neue Sichtweisen erlaubt, weil es über eine rein bipolare Betrachtungsweise hinausgeht.
V. a. für die Begründung, Fähigkeiten und Aufgabenstellung gelingt dies überzeugend und trägt zur Erweiterung und Ordnung verschiedener Perspektiven bei. In Bezug auf das Lernen fehlt jedoch eine Verortung in Bezug auf anerkannte Lerntheorien und eine differenzierte Betrachtung des Kompetenz- sowie des Kreativitätsbegriffs. Auch an einigen anderen Stellen wird z. T. leider eher normativ argumentiert.
Insgesamt ist die „systematische Einführung“ deshalb eher einer Leserschaft zu empfehlen, die bereits über ein gesichertes kunstpädagogisches und bildungswissenschaftliches Grundwissen verfügt. Dann kann sie jedoch durch ihre an einigen Stellen sehr überzeugende Ordnung einzelner Aspekte neue Horizonte öffnen und Zusammenhänge erschließen.
Stuttgart: UTB, ISBN: 978-3-8252-5427-8, 25,00€

Uhlig, Bettina; Fortuna, Florentine; Gosner, Lisa; Graham, Sarah & Leibbrand, Michael (2017):
Handout zur Planung von Kunstunterricht
Planen mit dem „Hildesheimer Modell“
Annika Waffner
Ein Anspruch der Fachdidaktiken besteht darin, dass sich forschungstheoretische Ergebnisse und Unterrichtspraxis gegenseitig beeinflussen und im Austausch zueinander stehen. Allerdings wird dieses Verhältnis laut der Autorenschaft der Publikation „Kunstunterricht planen“ in der Kunstpädagogik zu selten beachtet. Eine „Übersetzung“ (S. 5) von Forschungsergebnissen hin zu einem Werkzeug für den Kunstunterricht wird in ihren Augen vernachlässigt.
In einem mehrjährigen Projekt entwickelten die Forschenden in Hildesheim daher ein Modell, das diese Frage des Nutzbarmachens von Forschungsergebnissen in den Fokus nimmt. Das Ergebnis ist eine übersichtliche und klar strukturierte Publikation, die einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt, dabei aber die Anwendung und konkrete Planung von Kunstunterricht immer im Blick behält.

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Strukturiert ist das „Handout“ in drei Abschnitte, in denen die Grundlagen, Planungstools und Analysen einer Unterrichtsplanung für das Fach Kunst aufgezeigt werden. Die Aufteilung kann im ersten Moment irritieren, da die fachdidaktische, methodische und die Sachanalyse vermeintlich ans Ende des Planungsmodells rücken. Allerdings bauen die Inhalte innerhalb der einzelnen Kapitel aufeinander auf, nicht aber die Kapitel selbst. So dass der Aufbau nicht als chronologische Vorgehensweise verstanden werden sollte. Jeder besprochene Aspekt wird auf einer Seite definiert, untergliedert und diskutiert, zudem illustrieren dazugehörigen Grafiken die wichtigsten Punkte. Die Literaturangaben bieten darüber hinaus einen Anhaltspunkt für die Vertiefung einzelner Bestandteile.
Das Hildesheimer Modell zur Planung von Kunstunterricht bietet damit eine gelungene Übersicht der vielen Faktoren, die Einfluss auf die Unterrichtsdurchführung nehmen, und strukturiert dabei ebenfalls die meist unübersichtlichen grundsätzlichen Diskurse der Kunstpädagogik.
Der gesamten Publikation liegt ein stark anthropologisch ausgerichtetes Bild von Kunstunterricht zugrunde. Erfahrene Lehrkräfte werden durch diese anthropologische Ausrichtung und die weiterführende Literatur neue Anregungen aus der Publikation ziehen können. Für Studierende oder Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst bietet das Modell eine erste Orientierung zur Strukturierung der vielfältigen Aspekte.
München: kopaed, ISBN: 978-3-86736-521-5, 12,80€

Aufenanger, Stefan; Eickelmann, Birgit; Feindt, Andreas & Kamin, Anna-Maria (Hrsg.) (2020): #schuleDIGITAL. Friedrich Jahresheft XXXVIII.
Annika Waffner
Nach den Themen Feedback und Kooperation widmet sich das Friedrich Jahresheft dieses Jahr der Digitalisierung an Schulen. In insgesamt sechs Kapiteln und 38 Beiträgen beleuchtet die Autorenschaft das Thema von ganz unterschiedlichen Seiten: Von grundlegenden Diskussionen über den „Mehrwert“ digitaler Medien, wie sie Axel Krommer diskutiert, bis hin zur Frage der digitalen Ethik in der Bildung von Petra Grimm wird so die Vielfältigkeit der Fragen sichtbar, die die Schule in der digitalisierten Welt aufwirft. Bereits an der Herausgeberschaft wird deutlich, dass für das Friedrich Jahresheft wichtige Stimmen der Forschung zu diesem Thema zusammengetragen wurden. Gemeinsam mit Projektberichten und Impulsen aus der Schulpraxis und Politik gelingt es dem Friedrich Jahresheft, einen fundierten Überblick über den aktuellen Diskurs zu geben, ohne überladen zu wirken. Besonders nennenswert sind die Beiträge von Heike Schaumburg, Rebekka Schmidt und Anne Haage.

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Heike Schaumburg stellt direkt zu Beginn des Heftes die Frage „Was wissen wir über digitale Medien im Unterricht?“. Beantwortet wird dies durch einen aktuellen Überblick über die Forschungsergebnisse zu dem Thema des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht. Begleitet wird der Artikel von einer Übersicht zu den Ergebnissen der Studie ICILS 2018 von Birgit Eickelmann.
Einen dezidiert fachbezogenen Blick auf die Digitalisierung nimmt der Artikel „Immer alles digital?“ von Rebekka Schmidt ein. Auf der Folie der Ziele von ästhetischer Erfahrung und Bildkompetenz werden die Anforderungen, Möglichkeiten und Umsetzungsbeispiele aufgezeigt. Vor allem die kunstdidaktische Erweiterung des Dagstuhl-Dreiecks bietet hier eine Orientierung für die verschiedenen Themen. Die Bedeutung von Medien für inklusive Lehr-Lernsettings wird in der Publikation ebenfalls breit diskutiert. Anne Haage zeigt mit ihrem Beitrag „Von ‚Drachen‘, ‚Bienen‘ und ‚Tabletmäusen‘“, wie ein solches Setting gestaltet werden kann. Das vorgestellte Seminarprojekt untersuchte in Kooperation mit einer Dortmunder Förderschule individuelle Lernmöglichkeiten mithilfe digitaler Medien. Mit dem diesjährigen Friedrich Jahresheft „#schuleDIGITAL“ gelingt es der Autorenschaft, sowohl für Lehrkräfte als auch für Personen im wissenschaftlichen Bereich gleichermaßen relevant zu sein und einen aktuellen Blick auf das Thema zu geben.
Hannover: Friedrich Verlag, ISSN: 0176-2966, 24,90€

Muuß-Merholz, Jöran (2019): Digitale Schule. Was heute schon im Unterricht geht.
Annika Waffner

Die 2017 von der KMK geforderte Berücksichtigung der „Herausforderungen des digitalen Wandels in der Bildung“ wird oftmals – z.T. zu Recht – als Mammutprojekt dargestellt. Bei den damit verbundenen Veränderungen der einzelnen Fächer und den verschiedensten Kompetenzmodellen kann schnell die Frage in den Hintergrund rücken, wie und an welcher Stelle angefangen werden kann. Der Erziehungswissenschaftler Jöran Muuß-Merholz hat daher bereits 2015 zehn Praxisbeispiele zusammengetragen, die genau das veranschaulichen sollen. Nun wurden die Beispiele erneut aufbereitet und in einer Publikation veröffentlicht. Muuß-Merholz stellt die Projekte, die Lehrkräfte hinter ihnen und die jeweiligen Schulen gleichermaßen vor und macht so deutlich, wie der Schulalltag mit digitalen Medien gestaltet werden könnte.

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Dabei wird kein wissenschaftlicher Anspruch erhoben oder allgemeine Schlüsse gezogen. Es geht vielmehr darum, Denkanstöße für den eigenen Unterricht zu geben und die Arbeit mit digitalen Medien von einer abstrakten Ebene auf eine praktische zu bringen. Die vorgestellten Projekte setzen digitale Medien so ein, dass sie die jeweiligen didaktischen Vorhaben unterstützen, statt sie zu dominieren. Gleichzeitig können sie aber auch zu einer Erweiterung der ursprünglichen Ziele beitragen. Beispielsweise sollte das Projekt „Classroom4.eu“, bei dem Daniel Bernsen mitgearbeitet hat, zuerst als internationaler Wettbewerb zu einer Buchpublikation führen. Letztendlich wurde ein Wiki erstellt, da so an dem Projekt immer wieder weitergearbeitet werden kann und neue Essays der Lernenden veröffentlicht werden können. Die Publikation von Muuß-Merholz zeigt von einer sehr praktischen Seite, welche Veränderungen Lernen mit digitalen Medien bewirken kann und ergänzt so die wissenschaftliche und schulpolitische Diskussion mit ganz konkreten Beispielen. „Digitale Schule. Was heute schon im Unterricht geht“ zeigt dabei aber nicht nur Einsatzmöglichkeiten verschiedener Tools, sondern verdeutlicht vielmehr die Haltung und fachdidaktischen Überlegungen der Lehrkräfte hinsichtlich digitaler Medien, die zu positiven Veränderungen führen können.
ZLL21, ISBN: 978-94-6386-908-9, 17,90€

Rat für Kulturelle Bildung (Hrsg.) (2019): Alles immer smart. Kulturelle Bildung, Digitalisierung, Schule
Annika Waffner

„Die Digitalisierung wartet mit Versprechungen, aber auch Widersprüchen auf, die es zu durchschauen, zu vermitteln und gelegentlich auch auszuhalten gilt.“ (Liebau, S. 4) Wenn über den Begriff der Digitalisierung diskutiert wird, steht oft noch die technische Seite im Fokus – Welche Geräte werden angeschafft? Wie kann das WLAN flächendeckend ausgebaut werden? … Dass daneben ebenfalls eine kulturelle Perspektive auf das Thema existiert, sollte in der Diskussion jedoch nicht aus dem Blick geraten. Die neuste Veröffentlichung des Rates für Kulturelle Bildung beschäftigt sich im Rahmen einer Denkschrift mit eben diesem kulturellen Aspekt der Digitalisierung. Dafür wird das Feld in zwei Bereiche geteilt: Zum einen geht es um die Frage nach der Rolle der kulturellen Bildung in der Schule unter dem Zeichen der Digitalisierung und die Möglichkeiten der künstlerischen Fächer, Kompetenzen für die neuen Herausforderungen zu vermitteln.

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Es werden beispielsweise zukunftsorientierte Kompetenzen nicht als technisches Know-How ausgelegt, sondern vielseitige Wahrnehmungs- und Gestaltungsfähigkeiten als Anforderung der digitalisierten Welt diskutiert. Der zweite Teil weitet den Blick und verknüpft die Digitalisierung mit verschiedenen künstlerischen, geschichtlichen, sozialen und weiteren Gesichtspunkten. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss stellt beispielsweise die Frage, ob die Künste tatsächlich einen der wenigen Bereichen darstellen, die nicht digital ersetzt werden können, und Benjamin Jörissen beschäftigt sich mit der Materialität des Digitalen. Die Beiträge enden dabei mit den Auswirkungen ihrer Überlegungen für die kulturelle Bildung in der Schule. Insgesamt regt die Denkschrift dazu an, sich den praktischen Fragen zum Thema Digitalisierung an Schulen von einer übergeordneten und reflektierten Seite her zu nähern. Hierzu gehört die grundsätzliche Diskussion über die Rolle der Schule bzw. der Pädagogik angesichts der neuen Herausforderungen aber auch über die kulturellen Widersprüche der Digitalisierung selbst. Ein Leitfaden will die Denkschrift nicht sein, da verwundert es nicht, dass die praktischen Impulse unter anderem „Reflexion der Wahrnehmung fördern“ (S. 44) lauten. Nichtsdestotrotz ist es lohnend, inmitten von Diskussionen um den DigitalPakt Schule und Datenschutzbestimmungen eine Metaebene einzunehmen und sich mit der Frage nach der Grundhaltung gegenüber dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen. Die Denkschrift steht als PDF unter www.rat-kulturelle-bildung.de/publikationen zur Verfügung. Essen: o.V., ISBN: 978-3-9820173-3-4, 18,80€

Kaiser, Michaela (2019):
Kunstpädagogik im Spannungsfeld von Inklusion und Exklusion

Jana Welzel

Die Publikation von Michaela Kaiser befasst sich mit der Etablierung einer inklusiven Kunstpädagogik. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den spezifischen Voraussetzungen der fachlichen Professionsentwicklung in Bezug auf inklusionsbezogenen Überzeugungen von Lehramtsstudierenden.
Zunächst entwickelt Kaiser anhand gängiger kunstpädagogischer Konzepte und Überlegungen ein Modell einer potentialaffinen und differenzsensiblen Kunstpädagogik. Dazu geht sie auf Potentiale der Kunstwissenschaft, der Kunstdidaktik sowie der Pädagogik ein und zeigt künftige Herausforderungen auf. Die zweite Schwerpunktsetzung des Bandes liegt daher auf der Entwicklung von Handlungs- und Planungsmodellen für die kunstdidaktische Praxis.

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In Anlehnung an den Index für Inklusion (Booth & Ainscow, 2017) entwickelt Kaiser ein erstes Reflexionsinstrument für die inklusive Kunstdidaktik, betrachtet den Untersuchungsstand inklusionsbezogener Professionalisierung und geht auf die Rolle der professionsbezogenen Überzeugungen ein. Anhand einer empirischen Untersuchung bildet Kaiser die Professionalisierungsprozesse von Kunstlehrkräften ab und unterscheidet vier verschiedene Typen (affirmativer, moderater, skeptischer und aversiver Überzeugungstypus). Besonders interessant ist es, dass sie dabei schulstufenspezifische Unterschiede feststellen kann.
Abschließend wird auf die mangelnde Verzahnung von erziehungswissenschaftlicher, fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Expertise hingewiesen und Aspekte aufgezeigt, die produktiv auf die Entwicklung inklusiver Überzeugungen wirken können. Der dritte Schwerpunkt dieser Arbeit liegt damit auf dem Professionalisierungsprozess (angehender) Kunstlehrkräfte im Hinblick auf eine inklusive Unterrichtsentwicklung.
Insgesamt biete die Dissertation von Kaiser eine umfassende Grundlage, um sich mit dem interdisziplinären Konstrukt der Überzeugung als Teilbereich der professionellen Kompetenz auseinanderzusetzten. Dennoch ist sie in besonderer Weise für die Kunstpädagogik interessant, da die Arbeit bestehende Konzepte der Kunstpädagogik untersucht, um neue Perspektiven auf eine inklusive Kunstpädagogik aufzuzeigen. Es werden erste Handlungs- und Planungsmodelle für die inklusive kunstdidaktische Praxis dargestellt und neue Erkenntnisse und Vorschläge für Lehrkräftebildung im Fach Kunst entwickelt.
Oberhausen: Athena, ISBN 978-3-7455-1074-4, 24,50€

Loffredo, Anna Maria (Hrsg.) (2017)
Kunstunterricht und Inklusion
Sarah Biemann

„Inklusive Pädagogik ist … Pädagogik, was sonst.“ (S.150)
In diesem Buch werden verschiedene gedankliche Ansätze zu Kunstunterricht und Inklusion erläutert und einige praktische Beispiele für inklusiven Kunstunterricht dargestellt.
Anna Maria Loffredo hebt dabei hervor, dass
v. a. in inklusiven Settings ein erhöhtes Maß an Flexibilität und „situativer Planungsfähigkeit“ (Loffredo 2016) notwendig ist und Kunstunterricht grundsätzlich divergent gedacht werden müsse. Aus diesem Grund ist für sie der Beruf der Kunstlehrkraft in höchstem Maße kreativ. Allerdings muss ihrer Ansicht nach die Lehrperson das Rad nicht neu erfinden, sondern bewährte fachdidaktische Modelle für inklusive Lernsituationen feinjustieren.

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Loffredo präsentiert daher einige Thesen von Ken Robison zur Kreativität, die auch erläutern, wie und warum letztere in schulischen Kontexten oft verhindert wird. Daneben thematisiert sie u. a. Classroom-Management und seine dramaturgischen Inhalte als besondere Kompetenz für inklusiven Unterricht. Sie benennt den Cross-Over-Ansatz als kunstdidaktische Ressource im inklusiven Kunstunterricht. Dieser meint grundlegend die Verbindung zweier Elemente unterschiedlicher Herkunft, wie bspw. die Verbindung von digitalen und analogen Arbeitstechniken. Loffredo skizziert darüber hinaus notwendige Aspekte der Curriculumsentwicklung, sie gibt in Form von Fragen unterstützende Hinweise für die Planung inklusiven Unterrichts und verdeutlicht ihre Ausführungen durch Beispiele der US-amerikanischen Fachdidaktik.
Der erste Eindruck beim Lesen kann täuschen und dazu verleiten, das Buch schnell wieder beiseite zu legen, doch lohnt es sich, trotz der Aneinanderreihung verschiedener Beiträge, es in seiner Gänze zu lesen. Denn es birgt einige Sichtweisen, Denkanstöße und Beispiele, die nützlich und erhellend sowie inspirierend für Kunstlehrende sein können, welche vor der Aufgabe Inklusion stehen.
Oberhausen: Athena-Verlag, ISBN: 978-3- 89896-649-8, 24,50 €

Camuka, Ahmet; Peez, Georg (Hrsg.) (2017)
– Kunstpädagogik digital mobil
– Kunstunterricht mit Smartphone und Tablets
Annika Waffner

Buchcover Kunstpädagogik digital mobil. Mädchen mit Smartphones und TabletsIn einem umfassenden Forschungs- und Veröffentlichungsprojekt haben sich die Herausgeber Ahmet Camuka und Georg Peez mit der Frage nach der Implementierung von digitalen Medien im Kontext des Kunstunterrichts und der Hochschullehre beschäftigt. Neben zahlreichen Beiträgen (siehe bspw. Kunst+Unterricht „Mit Smartphones und Tablets“ Heft 415/416, 2017) und der Dissertation von Ahmet Camuka wurden zwei Sammelbände herausgegeben, die den angestoßenen Diskurs widerspiegeln sollen. Ziel der Herausgeber ist es, den Einsatz digitaler Medien im Kunstunterricht ohne Vorbehalte zu untersuchen, um eine Grundlage für die weitere Praxis zu schaffen und den Diskurs weiter anzuregen.
Beide vorliegenden Bände behandeln verschiedenste Möglichkeiten der Verwendung digitaler Medien. Der Band „Kunstpädagogik digital mobil“ fokussiert den Einsatz von Fotografie bzw. Videos und geht daraufhin zu multimedialen Konzepten über, die auch Augmented Reality und 3D-Design beinhalten. Abschließend wird der kommunikative Aspekt digitaler Medien hinsichtlich Vermittlungsmethoden betrachtet und reflektiert.

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Durch die Aufteilung nach medialem Einsatz sind die für Lesende individuell relevanten Aufsätze leicht zu finden und zeigen gleichzeitig das breite Spektrum, wie bspw. Fotografie im Kunstunterricht verschieden eingesetzt werden kann. Das so gezeichnete Bild des realen Einsatzes digitaler Medien wird durch Grundlagentexte unterstützt. Besonders empfehlenswert sind hier die Einführung von Isabell Meyer, die das Smartphone oder Tablet als Prothese in die historische und moderne Idee des Körpers eingliedert, und der Beitrag „Video-Tutorials im Unterricht“ von Werner Bloß, der den Blick auf die Entwicklung vom Lehrvortrag zum Lehrvideo wirft und die Chancen der Speicherung und Verbreitung dieser Videos diskutiert.
Der zweite Band „Kunstunterricht mit Smartphone und Tablet“ beinhaltet ebenfalls die Fotografie als Werkzeug im Kunstunterricht, allerdings wird hier die Richtung des Stop-Motion-Films und des digitalen Zeichnens und Malens aufgefächert. Zu empfehlen ist der Beitrag von Georg Peez „Berühren, Wischen, Zoomen und der Pinzettengriff“, in dem die typischen Bewegungen auf Multi-Touch-Displays mit denen von Ergebnissen der Kinderzeichnungsforschung verbunden werden. Die Berichte aus der Praxis sind auch hier vielfältig und auf alle Jahrgangsstufen verteilt.
Zusammenfassend sind die Bände von Camuka und Peez sowohl dafür geeignet, einen allgemeinen Überblick über die Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Medien zu bekommen, als auch, bestimmte Bereiche zu vertiefen. Besonders die Beiträge der zahlreichen realisierten Unterrichtsbeispiele bieten dafür eine gute Gelegenheit. Der Umfang der einzelnen Beiträge lässt dabei Platz für Diskussionen und weitere Auseinandersetzung mit dem Thema.
München: kopaed, ISBN: 978-3-86736-424-9 und 978-3-86736-423-2, je 19,80 €

Kunst+Unterricht (Heft 415/416, 2017)
Mit Smartphones und Tablets
Lena Westhoff
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Kunst+Unterricht beschäftigt sich mit dem Einsatz von mobilen digitalen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets im Unterricht. Dabei werden sowohl einige Grundlagen und Fragen zum Einsatz erklärt als auch Unterrichtsbeispiele dargestellt. Der Materialteil beinhaltet ausgewählte Beispiele von Künstlerinnen und Künstlern mit Informationen und Anregungen für den Unterricht.
Der einleitende Artikel eignet sich sehr gut für einen ersten Überblick über die Thematik. Gut verständlich zeigen Ahmet Camuka und Georg Peez auf, welche Herausforderungen und Risiken beim Einsatz von mobilen Endgeräten zu beachten sind und geben Hinweise, wie damit umgegangen werden kann. Gleichzeitig werden auch die Chancen und Aufgaben, die sich daraus für den Kunstunterricht ergeben übersichtlich dargestellt.

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Im Anschluss folgen verschiedene Unterrichtsbeispiele von der Grundschule bis zur Oberstufe, die verschiedene Möglichkeiten zeigen, Smartphones und Tablets im Kunstunterricht einzusetzen. Die Bandbreite reicht dabei von Stunden, die ohne technische Hürden umzusetzen sind, bis hin zu Beispielen, die technisch komplexere Anforderungen stellen.
Vor allem die Künstlerbeispiele in den Rubriken „Kunst aktuell“, Analyse und Interpretation sowie die Anregungen im Materialteil verdienen besondere Erwähnung. Hier werden verschiedene Beispiele vorgestellt, wie sich Künstlerinnen und Künstler mit den Möglichkeiten der digitalen Medien in unterschiedlicher Weise (nicht nur affirmativ, sondern durchaus auch kritisch und subversiv) auseinandersetzen.
Dieser Teil bietet sowohl eine exemplarische Auswahl als auch Anregungen und Impulse für den Einsatz im Unterricht.
Hannover: Friedrich Verlag, Bestell-Nr.:51415, 31,80 €

Achermann, Bruno; Amirpur, Donja; Braunsteiner, Maria-Luise; Demo, Heidrun; Plate, Elisabeth & Platte, Andrea (Hrsg.) (2017):
Index für Inklusion – Ein Leitfaden für Schulentwicklung

Jana Welzel

Die vorliegende Publikation ist eine deutschsprachige Adaption des „Index for inclusion“ von Tony Booth und Mel Ainscow (2016).
Der Index für Inklusion möchte Schulen auf ihren Weg zur Inklusion unterstützen. Es handelt sich um einen Leitfaden für Schulen, die sich nach inklusiven Werten ausrichten möchten. Der Index beginnt daher zunächst mit einem generellen Überblick. Anschließend regen Möglichkeiten zur Selbstreflexion zu einer ganzheitlichen Entwicklung der Schulen an. Für die weitere Arbeit mit dem Index werden dann verschiedene Phasen dargelegt, die den Weg zur inklusiven Schule kennzeichnen. Jede Schule soll so befähigt werden für sich selbst einen Plan für die eigene Weiterentwicklung hin zur Inklusion zu entwickeln. Hierbei werden vor allem inklusive Werte in den Mittelpunkt gerückt und drei verschiedene Dimensionen, die den Planungsrahmen bilden, fokussiert:

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Dimension A – Inklusive Kulturen schaffen,
Dimension B – Inklusive Strukturen etablieren,
Dimension C – Inklusive Praktiken entwickeln.
Jede dieser Dimensionen wird in dem folgenden Kapitel mit Hilfe von Indikatoren und konkretisierenden Fragen verdeutlicht. Sie geben Hinweise darauf, wie Vielfalt an Schulen organisiert und gelebt werden kann. Die Publikation unterstützt so die Bedeutung und Umsetzung der zuvor aufgestellten inklusiven Werte.
Des Weiteren sind Fragebögen für Lehrende, Lernende und deren Eltern beigefügt, die dazu beitragen können, dass alle Beteiligten am Entwicklungsprozess ihrer Schule teilhaben und diesen mitbestimmen können. Bedeutsam sind außerdem die Auflistungen von Schlüsselbegriffen und international ratifizierter Menschenrechtsdokumente im Anhang.
Insgesamt ist der Index für Inklusion ein gutes Instrument, um sich als Schule auf den Weg zur Inklusion vorzubereiten, da er einen Ansatzpunkt bietet, um die inklusive Entwicklung voranzubringen. Außerdem kann er beim Erkennen und Abbauen von Barrieren unterstützen und regt in jedem Fall dazu an, in einen Dialog zu treten und sich über die Umsetzung von Inklusion in der Schule konkrete Gedanken zu machen.
Bad Langensalza: Beltz, ISBN 978-3-407-63006-3, 24,95€

Schiefer, O. & Schiller, R. (2015)
– Da lebt die Farbe auf unter den Fingern… Über Kunst und Kunstpädagogik.

Sarah Biemann

Es klingt
es rauscht
es hallt
es wiederhallt
es sprüht
es duftet
und wird andächtig singendes Blau.
Das Blau verblüht zu Licht.
(Hans Arp, 1974)
„Da lebt die Farbe auf…“ – der Titel der Publikation nimmt Bezug zu Wassili Kandinskys Beschreibung der Unmittelbarkeit und Intensität, mit der Kinder die Farben in ihren Ausdrucksformen erleben können und verweist auf ihre lebendige Beziehung zu den „sonderbaren Wesen, die man Farbe nennt“ (Kandinsky, 1980). Die Kunst als Mittel die Welt zu verstehen und zu erforschen und der eigene künstlerische Ausdruck stehen stets im Fokus der Publikation. Obwohl das Buch der Waldorfpädagogik entstammt, bietet es auf 360 Seiten einige Beispiele auch für den Regelkunstunterricht. Berücksichtigung finden dabei alle Klassenstufen. Ein umfangreicher Anhang präsentiert eine Vielzahl praktischer Anregungen aus der Unterrichtspraxis für die Unterrichtspraxis. Die Publikation besticht v. a. aufgrund der zahlreichen und sehr hochwertigen Werkabbildungen aus Kunstgeschichte und Kunstunterricht, die an manchen Stellen mit Zitaten und Gedichten unterfüttert werden.
Stuttgart: Freies Geistesleben, ISBN: 978-3772527296, 39,90 €

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