Bewährtes

Manche Bücher werden immer wieder in die Hand genommen – zum Nachschlagen, für Grundsätzliches oder, weil sie sich einfach bewährt haben. Daher gibt es an dieser Stelle eine Übersicht der kunstpädagogischen Bücher, die bei uns dauerhaft im Regal stehen und die sich für den Anfang oder Ergänzung der eigenen Sammlung gut eignen.

Achermann, Bruno; Amirpur, Donja, Braunsteiner Maria-Luise; Demo, Heidrun; Plate, Elisabeth; Platte, Andrea (Hrsg.) (2017):
Index für Inklusion – Ein Leitfaden für Schulentwicklung

Jana Welzel

Die vorliegende Publikation ist eine deutschsprachige Adaption des „Index for inclusion“ von Tony Booth und Mel Ainscow (2016).
Der Index für Inklusion möchte Schulen auf ihren Weg zur Inklusion unterstützen. Es handelt sich um einen Leitfaden für Schulen, die sich nach inklusiven Werten ausrichten möchten. Der Index beginnt daher zunächst mit einem generellen Überblick. Anschließend regen Möglichkeiten zur Selbstreflexion zu einer ganzheitlichen Entwicklung der Schulen an. Für die weitere Arbeit mit dem Index werden dann verschiedene Phasen dargelegt, die den Weg zur inklusiven Schule kennzeichnen. Jede Schule soll so befähigt werden für sich selbst einen Plan für die eigene Weiterentwicklung hin zur Inklusion zu entwickeln. Hierbei werden vor allem inklusive Werte in den Mittelpunkt gerückt und drei verschiedene Dimensionen, die den Planungsrahmen bilden, fokussiert:
Dimension A – Inklusive Kulturen schaffen,
Dimension B – Inklusive Strukturen etablieren,
Dimension C – Inklusive Praktiken entwickeln.
Jede dieser Dimensionen wird in dem folgenden Kapitel mit Hilfe von Indikatoren und konkretisierenden Fragen verdeutlicht. Sie geben Hinweise darauf, wie Vielfalt an Schulen organisiert und gelebt werden kann. Die Publikation unterstützt so die Bedeutung und Umsetzung der zuvor aufgestellten inklusiven Werte.
Des Weiteren sind Fragebögen für Lehrende, Lernende und deren Eltern beigefügt, die dazu beitragen können, dass alle Beteiligten am Entwicklungsprozess ihrer Schule teilhaben und diesen mitbestimmen können. Bedeutsam sind außerdem die Auflistungen von Schlüsselbegriffen und international ratifizierter Menschenrechtsdokumente im Anhang.
Insgesamt ist der Index für Inklusion ein gutes Instrument, um sich als Schule auf den Weg zur Inklusion vorzubereiten, da er einen Ansatzpunkt bietet, um die inklusive Entwicklung voranzubringen. Außerdem kann er beim Erkennen und Abbauen von Barrieren unterstützen und regt in jedem Fall dazu an, in einen Dialog zu treten und sich über die Umsetzung von Inklusion in der Schule konkrete Gedanken zu machen.
Bad Langensalza: Beltz, ISBN 978-3-407-63006-3, 24,95€

Peez, Georg (2018)
Einführung in die Kunstpädagogik

Dr. Rebekka Schmidt

Die „Einführung in die Kunstpädagogik“, die nun bereits in der fünften überarbeiteten Neuauflage vorliegt, stellt die Grundlagen und aktuellen Entwicklungslinien des Faches in komprimierter Form dar.
Ausgehend von der Fragestellung um die Beziehung zwischen Kunst und Pädagogik (Kap. 1) werden hier sowohl die prägendsten Konzepte und die Entwicklung des Faches bis heute (Kap. 2) seine wichtigsten Grundlagen (Kap. 3, 4) sowie Arbeitsformen (Kap. 6) und Forschungsfelder (Kap. 7) erläutert. Damit vermittelt diese Einführung einen kompakten Einblick in die wichtigsten Themenbereiche der Kunstpädagogik.
Darüber hinaus finden sich auch Informationen über das Studium (Kap. 8) und berufliche Arbeitsfelder (Kap. 5), die v. a. zu Beginn oder auch als Entscheidungshilfe vor dem Studium von besonderem Interesse sein können.
Den Abschluss bilden Hinweise auf weitere Informationsquellen, die bis ins Referendariat von großem Nutzen sein können.
Dabei ist ein selektiver Einstieg mit jedem Kapitel möglich. Ein umfangreiches Verweissystem ermöglicht es dann, von dem gewählten Anfang aus, eigene Wege und Anknüpfungen zu finden.
Insgesamt ist die Einführung sehr empfehlenswert. Sie gibt einen begründeten und verlässlichen Einblick in die wichtigsten Themenbereiche der Kunstpädagogik und eignet sich daher besonders sowohl als Informationsquelle zu Beginn des Studiums als auch für das vertiefende Studium gegen Ende sowie im Referendariat.

Kirchner, Constanze (Hrsg.) (2013): Kunst – Didaktik für die Grundschule
Jana Welzel

Die von Constanze Kirchner herausgegebene Publikation gibt einen ausführlichen Überblick über die wesentlichen didaktischen Aspekte des Kunstunterrichts der Grundschule. Bereits in der Einleitung wird deutlich, welchen Beitrag Kunstunterricht zur Entwicklung unserer Gesellschaft leistet und warum eine Fachdidaktik auch für die Grundschule unentbehrlich ist. Zunächst wird von Kirchner in die Grundlagen des Kunstunterrichts eingeführt, indem entscheidende Begriffe geklärt werden. Dabei stehen aktuelle Anforderungen, Inhalte und Ziele des Kunstunterrichts im Fokus. Im darauffolgenden Kapitel betrachtet Joachim Penzel die Kompetenzen, die Lernende im Kunstunterricht der Grundschule erwerben sollen. Hierzu geht er näher auf die vier Subjektdimensionen, didaktische Positionen und curriculare Bestimmungen ein. Zusätzlich zu den bildnerischen Gestaltungskompetenzen sollen Grundschullernende ein Bild- und Kunstverständnis aufbauen, dessen Vermittlung Bettina Uhlig im dritten Kapitel näher beleuchtet. Ferner führt die Publikation kunstdidaktische Kernelemente an, die für Lehrende besonders interessant erscheinen. Es wird aufgezeigt, wie beispielsweise Gestaltungsaufgaben gestellt, Denkprozesse initiiert und kreatives Verhalten gefördert werden können. Somit wird die alltägliche Unterrichtspraxis in den Vordergrund gestellt. Auch im abschließenden Kapitel werden unterrichtspraktische Themen vorgestellt, hier mit dem Fokus auf Lernprozesse, Lernarrangements sowie einige Methoden des Kunstunterrichts.
Besonders hervorzuheben sind darüber hinaus die gestalterischen Elemente, die die Publikation strukturieren und den Lesenden einen Überblick über die Inhalte verschaffen: die einzelnen Absätze sind am Rand mit prägnanten Überschriften versehen, wichtige Inhalte werden in Boxen zusammengefasst und Zitate werden zusätzlich als solche hervorgehoben. Außerdem erleichtern passende Abbildungen das Verständnis. Insgesamt ist die Publikation von Kirchner ein gutes Übersichtswerk, welches auch in den einzelnen Kapiteln wichtige Aspekte des Kunstunterrichts der Grundschule ausgiebig vertieft.
Berlin: Cornelsen, ISBN 978-3-589-16211-6, 24,50€

Bering, K., Niehoff, R. & Pauls, K. (Hrsg.) (2017)
– Lexikon der Kunstpädagogik
Dr. Rebekka Schmidt

Die Herausgeber haben mit dem „Lexikon der Kunstpädagogik“ ein umfassendes und fundiertes Nachschlagewerk für eine Vielzahl von Begriffen geschaffen, die für den Kunstunterricht von Bedeutung sind. Das Spektrum der Beiträge reicht dabei von kunstdidaktischen und kunstwissenschaftlichen Feldern über Jugendkulturen und deren Bildwelten bis hin zu inter- und transkulturellen Fragestellungen. Die einzelnen Artikel, die zum großen Teil von ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet stammen, geben einen kurzen, wissenschaftlich begründeten und fundierten Überblick zum jeweiligen Begriff. Durch ausführliche Querverweise werden Bezüge aufgezeigt und die Inhalte miteinander vernetzt. Etwas schade ist, dass dadurch das Inhaltsverzeichnis mehr verspricht, als das Lexikon hält. Mehrere Begriffe sind lediglich genannt und müssen durch Querverweise auf z. T. mehrere Kapitel erschlossen werden. Dies schmälert die Qualität aber nur geringfügig. Insgesamt ist das Lexikon sehr empfehlenswert und gibt einen begründeten und verlässlichen Überblick über die wichtigsten Grundbegriffe der Kunstpädagogik.
Oberhausen: Athena, ISBN: 978-3-89896-690-0, 29,50 €