Auf Einladung von Frau Professor Eva-Maria Seng vom hiesigen Lehrstuhl für materielles und immaterielles Kulturerbe ist der renommierte chinesische Kunsthistoriker Professor Chen Chiyu von der Academy of Arts & Design an der Tsinghua Universität in Beijing nach Paderborn gekommen. Der Kontakt war letztes Jahr entstanden: Frau Professor Seng hatte in China über die Ursprünge des Museums in Europa gesprochen. Im Gegenzug hält Professor Chen jetzt in Paderborn Vorträge über die Entwicklung der chinesischen Malerei im 20. Jh., wie zuletzt vor einem chinesisch-deutschen Publikum im Volksbank-Forum.
In den letzten Tagen konnte ich an einer Exkursion mit Herrn Prof. Chen ins Ruhrgebiet teilnehmen. Auf dem Programm standen der Besuch des Ruhrmuseums, der Siedlung Margarethenhöhe und des Folkwang-Museums in Essen sowie der Goldenen Madonna im dortigen Dom. Den kulinarischen Höhepunkt bildete ein traditionell chinesisches Hot-Pot-Essen.
Die Führung durch das Ruhrmuseum in der ehemaligen Zeche Zollverein (heute UNESCO-Weltkulturerbe) wurde von dessen Gründungsdirektor Herrn Prof. Ulrich Borsdorf persönlich gegeben, der den chinesischen Gästen erklärte, wie aus einer Kohlewaschanlage ein kultur- und industriegeschichtliches Museum werden konnte. Herr Prof. Chen ergänzte, dass man auch in China ehemalige Industrieanlagen zu solchen Zwecken nutzt. Das Folkwang-Museum war auch deshalb für Herrn Prof. Chen besonders interessant, weil dort viele impressionistische Gemälde hängen, die einen großen Einfluss auf die chinesische Malerei im 20. Jh. hatten, ihm jedoch bisher nur aus Reproduktionen bekannt waren.


Jetzt befinde ich mich im Zug Richtung München, für einen kleinen Heimaturlaub. Ab 11.6. werde ich wieder in Paderborn sein und freue mich schon auf die dann anstehende systematische Auswertung aller Stadtschreiber-Umfragen.
Herzliche Grüße und bis dann!
Ihr Paul Duschner