BAD PRIVAT

Jan Schumacher: o.T., Acryl auf Leinwand, 100 x 150 cm

Mareen Kloppenburg: Good Morning, Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Katrin Meyer: o.T., Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm

Greta Marie Gerdes: o.T., Acryl auf Papier, 29 x 37 cm

Lea Blömeke: Unterwasser, Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm

Lena Sudahl: Badewannenmord, Acryl auf Papier, 42 x 60 cm

Sophia Biermann: o.T., Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm

Sarah Andrea Uffenbrink: o.T., Acryl auf Leiwand, 50 x 70 cm

Anita Schäfers: The Joy Of Being Alone, Acryl auf Pappe, 40 x 80 cm

Eine Badewanne in der eigenen Wohnung nutzen zu können, scheint uns im Jahre 2023 selbstverständlich. Dabei ist es dem „gewöhnlichen Volk“ (Arbeitern, Bauern und der Mittelschicht) noch bis weit ins 20. Jahrhundert nicht möglich, eine eigene Wanne oder ein eigenes Badezimmer zu besitzen. Die ab Mitte der 1920er-Jahre beworbene „Volksbadewanne“ erfreut sich zwar großer Beliebtheit, wird aber nicht fest installiert, sondern findet ihren temporären Platz oft in der Küche und kann zur Seite geräumt werden. Erst ab den 1950er-Jahren findet sie breiten Einzug in die Mietwohnungen und Badezimmer der Gesellschaft und wird damit zu einem intimen abschließbaren Raum.

Der eigentliche Zweck des Badens dient, mit einer Ausnahme im Barock, der Reinigung des Körpers und der Entspannung. Dort galt Wasser als Krankheiten übertragend und stattdessen wurde ausgiebig mit Parfum und Puder gearbeitet. Das Reinwaschen, körperlich wie geistig, hygienisch wie religiös, war lange mit dem Thema des Badens verbunden. Im Laufe der letzten Jahrhunderte spielte die Präsentation der Körper dann aber eine immer größere Rolle. Neben dem meist heterosexuellen männlichen begehrlichen Blick auf den intimen Moment der badenden Frau, sind in der Schwulen- und Lesben-Kultur der Gegenwart Fragen, wie „Wer schaut auf wen? Und wer präsentiert sich, wie?“ wichtig.

Heute ist das Badezimmer ein Ort, in dem entspannt werden kann, politische Kontakte geknüpft werden, Mord und Totschlag passiert oder das Private politisch wird. Welche Bilder oder Gefühle verbinden Sie mit dem Bad oder der Badewanne? Mit welchen Themen könnte dieser private Moment verknüpft werden? 

Lehrender: Prof. Max Schulze