Kategorie-Archiv: Fakultät KW

Partnerinterview & gegenseitiges Vorstellen

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Praxisseminar

TN-Zahl: 11

TN-Zusammensetzung: Studierende vom 1. – 11. Fachsemester, ungefähr hälftig Bachelor- und Lehramtsstudierende

Phase der Lehrveranstaltung: Einstiegssituation, Kennenlernphase

Raumsituation: U-Sitzordnung

Benötigte Materialien: Folie mit Arbeitsanweisung, Material für Notizen seitens der Studierenden

Kurzbeschreibung der Methode: Partnerinterview: Die Sitznachbarn führen ein 5-minütiges Gespräch über ihren (Studien-)Hintergrund, ihr Vorwissen zum und ihre Erwartungen ans Seminar.

Danach stellen sich die Gesprächspartner jeweils gegenseitig der Gruppe vor.

Durchführung der Methode: Zunächst mündliche Erklärung der Methode/ des Arbeitsauftrags.

Danach Projektion einer Folien mit der Arbeitsanweisung sowie Beispielen leitender Fragen für das Partnerinterview.

Der Lehrende gibt das Startsignal und stoppt die Zeit.

In der Gesprächszeit tauschen sich die Partner aus und machen sich ggf. Notizen für die nachfolgende Präsentation.

Nach Beendigung der Partnergespräche stellen sich die Studierenden gegenseitig der Gruppe vor.

Der Lehrende stellt dabei teilweise Nachfragen.

Lehr-/Lernziel: Erhebung von Vorwissen und Wünschen der Studierenden (auch, um Seminarinhalte darauf auszurichten).

Transparenz für die Studierenden schaffen, wer welches Wissen mitbringt und wo Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen.

Erste Kontakte zwischen den Studierenden anregen sowie Gruppenbildung für spätere Partnerarbeiten fördern.

 

Tipps/Hinweise: Wenn die Gruppe größer und die Zusammensetzung der Studierende weniger gemischt ist oder sich schon deutlich abzeichnet, dass die nebeneinander sitzenden Studierenden sich bereits kennen, sollte erst (etwa per Losverfahren) eine andere Sitzordnung hergestellt werden, damit tatsächlich neue Kontakte entstehen.

 

Eine Schwierigkeit könnte sein, dass zu Beginn der Sitzung noch verspätete TeilnehmerInnen kommen, die dann keinen Gesprächspartner haben bzw. erst mitten im Gespräch dazustoßen.

 

Wenn sich herausstellt, dass die anvisierten 5 Minuten zu knapp sind, sollte der Lehrende die Gesprächsdauer lieber um eine Minute erhöhen als den Gesprächsfluss/ das Kennenlernen zu unterbrechen.

 

Der/Die Lehrende sollte sich bei der Vorstellung der TeilnehmerInnen Notizen machen, damit er die Studierenden-Wünsche auch später aufgreifen und das vorhandene Wissen ‘anzapfen’ kann.

Reaktion der Studierenden: Es entstand eine gelockerte Atmosphäre zwischen den Teilnehmern.

Dadurch, dass die Studierenden erst miteinander sprechen und sich dann gegenseitig vorstellen, ist die Situation (insbesondere auch gut war für eher zurückhaltende Studierende) recht entspannt, da nicht vor der gesamten Gruppe in der ‘Ich’-Perspektive geredet werden muss.

 

Debatte

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: ca. 50

TN-Zusammensetzung: Philosophiestudierende in allen Studienphasen + Studium Generale

Phase der Lehrveranstaltung: Arbeitsphase in einer Wiederholungssitzung

Raumsituation: Großer, heller Seminarraum mit einem Mittelgang, so dass Mann/Frau leicht zwei Gruppen bilden konnten, aber auch gut in Kleingruppen arbeiten

Benötigte Materialien: Unterrichtsmaterial der Studierenden; Pinnwände / Tische

Kurzbeschreibung der Methode:  „Eine Debatte ist ein geregeltes Wortgefecht, bei dem die TeilnehmerInnen argumentativ ihren eigenen Standpunkt zu einem bestimmten Thema vertreten und versuchen ihn gegen konträre Ansichten zu behaupten.

Der Einsatz der Methode eignet sich besonders bei konfliktgeladenen Themen, um alle TeilnehmerInnen zu beteiligen oder um einer ungeordneten Diskussion Struktur und Regeln zu verleihen.“

Durchführung der Methode: In meinem Fall ging es darum zwei fundamentale antithetische Positionen in der Geschlechterfrage, die in den vorangehenden Sitzungen ausführlich behandelt worden waren, zu diskutieren. Dazu habe ich die Seminargruppe in zwei zufällig gleich große Untergruppen aufgeteilt (rechts vom Mittelgang/links vom Mittelgang), die jeweils eine der Positionen verteidigen sollten.

Die Teilnehmer erhielten 15 Minuten Zeit, ihre Unterlagen einzusehen und sich die jeweilige Position und ihre Argumente zu vergegenwärtigen. Die Gruppen durften Eröffnungsredner bestimmten, die die Debatte eröffneten (jeweils 5 Minuten Redezeit). Danach wurde die Debatte von mir moderiert.

Lehr-/Lernziel: Zweck der Debatte war zum einen die Wiederholung der bestehenden Lernergebnisse aber auch ihre Erweiterung durch die Nötigung der Studierenden, Argumente für eine Position zu finden, die sie nicht vertreten.

Die Methode bot sich unbedingt an, weil eine große Mehrheit der TeilnehmerInnen, von vornherein eine der beiden Positionen bevorzugte, vertrat und verteidigte und eine weitergehende Reflexion der anderen Position verweigerte, so dass sie in den Sitzungen etwas unterbelichtet blieb. Dieser Missstand sollte durch die Debatte behoben werden.

Tipps/Hinweise: Diese Methode lebt davon, dass die Debattierenden sich mit der von ihnen vertretenen Position (vorübergehend) identifizieren. Das ist in meinem Fall nicht allen TeilnehmerInnen gelungen. Im Fall eines erneuten Einsatzes dieser Methode unter ähnlichen Umständen, würde ich einen größeren Anreiz dafür schaffen, die geforderte Position offensiver zu verteidigen. Ich denke, es wäre erfolgsversprechend den Wettbewerbsgedanken zu betonen und einen Anreiz für einen Debattensieg zu schaffen.

Da ich die Debatte von dem gesamten Kurs ausführen ließ, der auch noch recht groß war, stellte sich die Moderation als besondere Herausforderung heraus. Manche Meldungen konnten nicht berücksichtigt werden u.ä.  In Zukunft würde ich bei größeren Seminaren die Debatte in kleineren Gruppen durchführen lassen, die am Schluss der Sitzung ihre Debattenergebnisse dem Plenum vorstellen.

Verfasst von:
Ana Rodrigues

Methoden-Highlights

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Begleitseminar

TN-Zahl: 14

TN-Zusammensetzung: Mitte Bachelor – Ende Master

Phase der Lehrveranstaltung: Arbeitsphase

Raumsituation: U-Sitzordnung, 3 Stellwände, an den Seiten Tischreihen

Benötigte Materialien: Unterrichtsmaterial der Studierenden; Pinnwände / Tische

Kurzbeschreibung der Methode: Die Methode dient dazu, dass TN eigene Materialien und Methoden vorstellen können, ohne viel Vorbereitungszeit oder großen Materialaufwand zu haben. Jeder stellt etwas vor. Die Länge der Vorstellung hängt individuell von der Person/dem Material ab, Obergrenze sind 5 Minuten Vorstellung.

Durchführung der Methode: Die Studierenden werden im vorherigen Seminar aufgefordert, eigene Unterrichtsmaterialien mitzubringen. Sie sollen solche auswählen, die sie selber gestaltet haben oder welche sie übernommen/verändert und für den Unterrichtseinsatz sehr gut befunden haben. In dem Seminar bekommen die TN 10 Minuten Planungszeit, um eine Vorstellung ihrer mitgebrachten Materialien zu organisieren. Neben den Pinnwänden können die Unterrichtsmaterialien auch auf großen Tischgruppen ausgelegt werden. Nun geht die Gruppe gemeinsam in einer Art „Museumsrundgang“ von Station zu Station und die TN stellen jeweils unter Angabe der Quelle ihre Materialien mit Vor- und Nachteilen, Wirkung auf die SuS und Lernzielen vor. Anschließend können Rückfragen der Zuhörer gestellt werden oder die Lehrperson stellt Rückfragen und es wird (konstruktives) Feedback gegeben.

Lehr-/Lernziel: Die TN sollen viele verschiedene Materialien und Methoden kennenlernen. Indem Kommilitonen diese vorstellen und dazu noch sagen können, unter welchen Bedingungen der Einsatz gut geklappt hat, kommt auch ein Austausch an Praxiserfahrung dazu.

Tipps/Hinweise: Es sollte ein offenes, positives Gespräch über die Materialien entstehen. Dafür hält sich die Lehrperson im Hintergrund und leitet die Kommentare, Rückfragen, das Feedback.

Reaktion der Studierenden: Die Studierenden sind stolz auf ihre Materialien und Methoden und freuen sich darüber, diese zu präsentieren. Sie sind interessiert an den Vorstellungen der anderen TN und fragen aus Eigeninteresse viel zu dem Vorgestellten nach.

Vernissage zu Vorwissen

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: 40

TN-Zusammensetzung: 2./4. BA-Semester

Phase der Lehrveranstaltung: Erste Arbeitsphase

Raumsituation: normaler Seminarraum

Benötigte Materialien: Vorbereitete Frage- bzw. Karteikärtchen

Kurzbeschreibung der Methode: Aktuelle Wissensstände sollten öffentlich gemacht werden, um einen Eindruck zu bekommen, wo die Teilnehmenden stehen.

Durchführung der Methode: Die Studierenden haben in der ersten Sitzung MIndmaps zu dem Seminarthema angefertigt, auf denen sie ihr Vorwissen darstellen sollten. Sie wurden dazu angehalten, sich auf ihr eigenes Wissen zu verlassen, da es sich um einen Einstieg handelt. Es wurde auch betont, dass es sich nicht um eine Testsituation handelt!

Die Studierenden haben sich ihre Mindmaps in 4er Gruppen gegenseitig vorgestellt und sollten sich befragen, wenn es Unklarheiten gab.

Lehr-/Lernziel: In dieser Sitzung sollten die Studis darüber reflektieren, welches Wissen sie zu dem Seminarthema schon haben. Sie sollten auch einen Einblick bekommen, was ihre KommilitonInnen schon wissen. In der letzten Sitzung sollen die Mindmaps wieder genutzt werden, um den Wissenszuwachs zu verdeutlichen.

Tipps/Hinweise: Die Lehrperson bekommt einen Eindruck, welches Wissen die Studierenden mitbringen, wo Fragen sind und an welche Themen scheinbar keine Anknüpfungspunkte bestehen.

Ausreichend große Zettel mitbringen (z.B. zerschnittenes Flipchart-Papier), da DINA4 doch recht klein ist.

Selbst wenn die Studierenden wissen, was im Zentrum der Mindmap steht, werden viele Impulsfragen benötigt.

Sie brauchten auch nicht viel Zeit, um sich über ihre Ergebnisse auszutauschen, wenn das Vorwissen recht gering ist. Hier helfen vllt. gute Impulsfragen, die sich die Studis untereinander stellen können (woher weißt du das? Wie kommst du darauf? Welche Erfahrungen hast du damit schon? Welche Erwartungen hast du an ds Seminar? Was willst du hinterher können/ wissen?)

Leider ließen sich die Gruppen nicht dazu bewegen, auf zu stehen für die Präsentationen (einige hatten sich erhoben, aber da der Großteil sitzen blieb, setzten auch die anderen sich wieder). Hier habe ich zu spät reagiert, die „Sitzenbleiber“ nochmals aufzufordern und die anderen zu ermutigen. Es hätte auch geholfen, entweder größere Gruppen zu bilden (sodass alle sich bewegen müssen) oder den Raum entsprechend zu präparieren (die zahlreichen Stühle und Tische machen es mühselig, sich hin und her zu bewegen).

 

Think-Pair-Share

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Blockseminar

TN-Zahl: 13

TN-Zusammensetzung: 4. FS BA und 1. bzw. 2. FS MA

Phase der Lehrveranstaltung: Arbeitsphase im Nachmittagsblock des ersten Blockseminartags

Raumsituation: Seminarraum für ca. 80 Teilnehmer

Kurzbeschreibung der Methode: Es handelt sich um eine dreistufige Methode. In der ersten Phase arbeiten die Studierenden allein, anschließend arbeiten sie in Zweiergruppen. In der dritten und letzten Phase werden die Ergebnisse im Plenum präsentiert.

Durchführung der Methode: Die Studierenden überlegten sich in der Thinkphase ein Thema und eine grobe Planung für eine Unterrichtsstunde in einer Klasse mit Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Es sollte ein Thema sein welches in verschiedenen Anforderungsstufen und Aufgabenarten aufbereitet werden kann.

In der Pairphase stellten sich die Studierenden ihre Ideen gegenseitig vor und wählten einen der beiden Vorschläge aus, den sie für die Plenumsphase auf einem Plakat visualisierten.

In der Sharephase wurden die Plakate dem Plenum vorgestellt.

Lehr-/Lernziel: Die Studierenden sollten erkennen dass es viele Themen gibt, die sich für einen differenzierten Unterricht in ihrem Schulfach eignen.

Tipps: Je nach Schwierigkeit der Aufgaben sollte man für jede Phase ausreichend Zeit zur Verfügung stellen.

Die Phasen „Think“ und „Pair“ können erst beendet werden, wenn alle Studierenden die Aufgaben der Phase abgeschlossen haben. In der Phase Share sollte jede Gruppe die Gelegenheit haben, ihre Ergebnisse vorzustellen.


Placemat

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: 17

TN-Zusammensetzung: Bachelor-Studierende im vierten bis sechsten Semester

Raumsituation: gute Raumsituation, genügend Platz für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer; Tischanordnung im „U“

benötigte Materialien: DIN A3 Zettel oder Flipchart, Eddings

Phase der Lehrveranstaltung: Einstieg in die Seminarsitzung

Kurzbeschreibung der Methode:– strukturiertes Vorgehen unter Nutzung einer grafischen Struktur
– Arbeitsresultate verschiedener Personen werden zusammengeführt
– sowohl individuelle Arbeitsergebnisse als auch Ergebnisse aus Gruppenarbeitsprozessen werden festgehalten

Die Methode eignet sich sehr gut zum Einstieg in ein Thema, indem Vorerfahrungen abgefragt werden, aber auch zur Erfassung von Lernzwischenständen und Arbeitszwischenergebnissen sowie zur abschließenden Diskussion eines Themenkomplexes.

Durchführung der Methode:
Vierergruppen: Die TeilnehmerInnen werden in Kleingruppen – vorzugsweise Vierergruppen – aufgeteilt und erhalten die vorbereitete Flipchart (siehe Abbildung)

Einzelarbeit:
In der ersten Phase setzt sich jede(r) Teilnehmer(in) in Einzelarbeit mit einer Fragestellung/These/Problemstellung/o.ä. auseinander und verschriftlicht ihre Aspekte/Meinung/Vorwissen/o.ä. auf der vorgesehenen Schreibfläche.

Austausch:
Anschließend tauschen sich die TeilnehmerInnen in ihrer Gruppe über ihre Ergebnisse aus und halten die Kernaspekte im mittleren Feld als Gruppenergebnis fest.

Im Plenum werden die Ergebnisse aller Gruppen präsentiert und diskutiert.

 

Lehr-/Lernziel:  – individuelle Auseinandersetzung mit Fragestellung
– Erhebung von Vorwissen der Studierenden
– Austausch und Diskussion in Kleingruppen

 

Reaktion der Studierenden:  – sehr zufrieden über gestaffelte Erarbeitung (EA –> GA)

Fragen an den Text, Kleingruppenarbeit, Postersession

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: 18

TN-Zusammensetzung: M.A. Transdisziplinäre Gestaltung
Vorwissen: verschiedene B.A. Abschlüsse im Design

Raumsituation: Agora (runde Sitzsituation) im 2. OG des Sanaa- Gebäudes Essen 1000qm großer offener Raum

benötigte Materialien:

  • Literatur
  • Flipchart und Flipchartpapier
  • dicke, farbige Stifte
  • Klebestreifen

Phase der Lehrveranstaltung: Arbeitsphase

Kurzbeschreibung der Methode:
Teil 1: Fragen an den Text

Die Studierenden haben zur Vorbereitung einen Text gelesen und bekommen zum Text verschiedene Fragen an die Hand.

Teil 2: Kleingruppenarbeit
Die Studierenden teilen sich selbstständig in 6 Gruppen zu den fünf Fragefeldern, um die Frage in 20 min gemeinsam am Text zu erarbeiten.

Teil 3: Postersession
Jede Kleingruppen gestalten zu ihrem Themen-/Fragenkomplex ein Poster und präsentieren es im Anschluss für ca. 10 min. im Plenum.

Durchführung der Methode:
Teil1: Fragen an den Text

Die Fragen zum Text „Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen“ von Jean Baudrillard lauten:
Gruppe 1: Wie beschreibt Baudrillard den urbanenen Stadtraum? Wie definiert Baudrillard den Wert/die Bedeutung eines Zeichens zu anderen Zeichen? (S. 20–25)
Gruppe 2: Wie beschreibt Baudrillard die Rolle der Medien in der Gesellschaft? (S. 22–29)
Gruppe 3: Wozu dienen nach Baudrillard die Akte der Graffitisten? Was ist nach Baudrillard das „politische“ an Graffiti? (S. 24–31)
Gruppe 4: Was ist der Unterscheid von Graffiti und Werbung nach Baudrillard? (S. 27–31)
Gruppe 5: Was ist nach Baudrillard der Unterschied zwischen „Kunst-Wandmalereien“ und
Graffiti? (S. 31–38)
Gruppe 6: Was ist die Funktion von Graffiti im Stadraum? Was bedeuten Graffiti im Stadtraum? Was ist die Rolle der Namen in Tags? (S. 23–38)

Teil 2: Kleingruppenarbeit
Die Studierenden gehen auseinander, finden einen ruhigen Platz im Raum, diskutieren in Gruppen von 2-4 Personen den Text,

Teil 3: Postersession
und gestalten (ohne nähere Vorgaben) ein Poster, dass sie im Anschluss in der Gruppe vorstellen.

Lehr-/Lernziel:

  • zentrale Argumente aus Baudrillards Text benennen können
  • in einer Gruppe zu einer bestimmten Frage diskutieren und argumentieren können
  • Präsentieren üben

Tipps:
Teil 1: Fragen an den Text

  • Es hat sich als hilfreich gezeigt Seitenzahlen mit anzugeben.

Teil 2: Kleingruppenarbeit

  • Es ist sinnvoll darauf zu achten, dass in jeder Gruppe mindestens ein Studierender ist, der den Text wirklich intensiv studiert (wirklich gelesen) hat.
  • Das baldige Zuendegehen der Gruppenarbeitsphase muss mehrfach angekündigt werden, sonst werden sie nie fertig.

Teil 3: Postersession

  • es kann Sinn machen nähere Vorgaben zur Postergestaltung zu machen (Bilder, Text, Bulletpoints etc.) damit die Poster nicht so super unterschiedlich werden
  • genügend Zeit für Fragen und anschließende Diskussion einplanen

Reaktion der Studierenden:
Teil 1: Fragen an den Text

Sie haben sich schnell ihre Lieblingsfragen und Gruppenpartner gesucht

Teil 2: Kleingruppenarbeit
sie haben die 20 min massiv überzogen und wollten immer weiter machen

Teil 3: Postersession
es gab sehr unterschiedliche und sehr spannende Poster (Graffiti-Style, in Stichworten, mit Zeichnungen etc.)

Die Studierenden waren sehr lebendig, engagiert und haben gut mit gemacht. Sie gaben an, diese Methoden-Kombination habe ihnen Freude und Erkenntnis gebracht.

Milling around

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: 22

TN-Zusammensetzung: M.A. Studierende verschiedener Schulformen (Gy/GE; BK)

Raumsituation: Raum für ca. 40 Personen, relativ eng, Tische sind jedes Mal unterschiedlich angeordnet

benötigte Materialien: Kleine Kärtchen mit Fragen und Antworten zur Veranstaltung

Phase der Lehrveranstaltung: Einstieg oder Revision vor der Klausur

Kurzbeschreibung der Methode: Die Dozentin/ der Dozent verteilt an die Studierenden Kärtchen (je 1 Kärtchen/ Person). Auf der Vorderseite findet sich eine Frage zum Thema und auf der Rückseite die Antwort dazu. Die Lehrperson gibt das Startsignal und die Studierenden gehen durch den Raum, treffen aufeinander, stellen und beantworten sich gegenseitig Fragen. Dabei kann die Richtigkeit der Antwort durch die Vorgabe auf dem Kärtchen überprüft werden. Anschließend werden die Kärtchen ausgetauscht und das Umherlaufen (milling around) geht immer und immer weiter, bis der/ die Dozentin ein Stopp-Signal gibt.

Mögliche Variationen:
– Offene Fragen ohne Vorgabe der Antwort.
– Die Studierenden formulieren eigene Fragen/ Antworten und schreiben sie auf die Kärtchen.

Durchführung der Methode: Die Methode wurde im Einstieg genutzt, um das Vorwissen der Studierenden zu aktivieren.

Lehr-/Lernziel: Die Studierenden sollten das zu Hause Gelesene durch die Leitfragen auf den Kärtchen sowie die vorgegebenen Antworten in Erinnerung rufen, um in das Thema wieder einzusteigen und den anschließenden Input der Lehrperson besser verarbeiten zu können.

Durch das Sprechen miteinander sollten die Studierenden aktiviert und in ihrer sozialen Kompetenz geschult werden.

Zudem sollte die Konzentrationsfähigkeit gestärkt werden.

Tipps: Achten Sie darauf, dass Sie eine gute Mischung aus einfachen und schweren Fragen finden, damit die Studierenden sowohl Erfolgserlebnisse erfahren, als auch kognitiv beansprucht werden. Manchmal kommt es durch den Tausch der Kärtchen vor, dass Studierende ein- und dieselben Fragen bekommen, was häufig in Langeweile mündet. Deshalb animieren Sie die Studierenden dazu, sich zu bewegen und auch auf Kommilitonen zuzugehen, mit denen sie noch nicht gesprochen haben und die möglicherweise neue Fragen haben. Legen Sie einen Zeitrahmen fest und beenden Sie die Austauschrunde, wenn Sie merken, dass das Gesprächspotential nachlässt – dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass die meisten Fragen bereits abgehandelt wurden.

Reaktion der Studierenden: Ich habe das Gefühl gehabt, dass die Studierenden diese Methode sehr gerne mochten, da alle aktiv in Gespräche verwickelt wurden und alle viel gelacht haben. Auch waren die Außenseiter eingebunden, was sehr vorteilhaft war. Gerade nach der Mittagspause ist die Methode zu empfehlen, da die Konzentration durch die Bewegung und Kommunikation gut gesteigert werden kann.

 

Box of Chocolate

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Seminar

TN-Zahl: ca. 42

TN-Zusammensetzung: Bachelor of Education, befinden sich größtenteils am Anfang des Studium

Raumsituation: zu kleiner Raum, leider ohne Fenster

benötigte Materialien: Pralinenschachtel, kleine Kärtchen mit Schlagworten, zwei Stühle, evtl. Tafel und Karten

Phase der Lehrveranstaltung: Reflektionsphase oder Arbeitsphase zur freiwilligen Wiederholung für die Prüfung

Kurzbeschreibung der Methode: „Life is like a box of chocolates – you never know what you get…“ Das ist der berühmte Satz, den Forrest Gump in der berühmten Bushaltestellenszene des gleichnamigen Films sagt. Angelehnt an diese Szene wird Forrest Gump von einer/m Studierenden übernommen, der/die eine Praline (Kärtchen mit einem Oberthema) zieht und diese frei assoziierend beschreibt. Dazu kommt ein/e weitere/r Student/in, die dieses Thema auf freiwilliger Basis mit besprechen kann. Sobald die Studierenden nicht mehr weiter wissen, kann der imaginäre Bus kommen und das Oberthema ist abgeschlossen. Weiterhin dürfen auch Besucher zur Bushaltestelle kommen und Ideen mit einbringen.
Diese Methode ist einerseits als Reflektion über den eigenen Kenntnisstand aus Sicht der Studierenden gedacht, andererseits erfährt der /die Dozent/in, was bei den Studierenden von den besprochenen Inhalten hängen geblieben ist. Man könnte diese Methode auch als Diskussionsforum nutzen.

Durchführung der Methode: Zwei Studierende sitzen auf zwei Stühlen, die die Buhaltestelle simulieren sollen. Sie sind zur Klasse gewandt und haben sich vorher freiwillig zur Teilnahme gemeldet. Die Rolle als Forrest Gump und als Wartende/r wird festgelegt. Der/die Dozent/in gibt die box of chocolate an Forrest Gump, der/die  daraufhin ein Kärtchen mit einem Schlagwort zieht. Nun können die beiden Hauptakteure miteinander über das Thema frei assoziierend sprechen/diskutieren. Weitere Besucher dürfen zu den beiden Hauptakteuren zustoßen, ihren Beitrag leisten und auch wieder gehen. Sofern die Hauptakteure nichts Weiteres mehr beizutragen haben, lassen sie den imaginären Bus kommen und beenden somit die Situation. Das Plenum ist unterdessen angehalten, Stichworte auf Karten festzuhalten, die nachher an der Tafel gesammelt und besprochen werden können.

Die Situation kann beliebig oft wiederholt werden.

Lehr-/Lernziel: Die Studierenden sollen über ihr eigenes Wissen reflektieren und ihre Wissenslücken erkennen. Der Dozent/die Dozentin kann nach der Übung auf eventuelle Lücken eingehen.

Tipps: Es ist wichtig, hier keinen Druck aufzubauen und die Studierenden selbst entscheiden zu lassen, ob sie als Hauptakteure teilnehmen möchten oder nicht. Sollte die Methode als Prüfungsvorbereitung angewandt werden, sollten die Studierenden vorher gebeten werden, sich die Themen (die sich in der Pralinenschachtel befinden) noch einmal anzusehen. Um die Methode einzuführen, ist es zur Visualisierung hilfreich ein Bild von der Szene aus dem Film Forrest Gump an die Wand zu projizieren. Die Rolle des Dozenten/der Dozentin sollte im Vorhinein klar bestimmt sein – wenn der Dozent/die Dozentin nur passiv ist, sollte das kommuniziert werden. Sonst wird die Lehrperson häufig bei Fragen adressiert.

Die Freiwilligkeit der Methode kann bedingen, dass sich keine Studierenden für die Hauptrollen finden lassen. Der Dozent/die Dozentin kann die Besprechung der Themen nicht in der Situation leiten; sollten also falsche Beiträge kommen, müssen diese nach der Situation besprochen werden. Es kann nicht sichergestellt werden, dass alle Themen wirklich besprochen werden.

Reaktion der Studierenden: Im Großen sehr positiv, weil die Freiwilligkeit gegeben war und die Studierenden sehen konnten, welche Themenbereiche sie sich noch einmal näher anschauen sollten.

 

Peer-Feedback

Fakultät: KW

Veranstaltungstyp: Übung

Veranstaltungstyp: in jedem Veranstaltungstyp einsetzbar, ich setzte es in Online-Seminaren ein

TN-Zahl: 25-30

TN-Zusammensetzung: Bachelor im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, vor allem 3. FS und 5. FS

Raumsituation: großer Seminarraum

benötigte Materialien: Vorbereitete Feedbackbögen für die „Expert*innen“ (s.u.)

Phase der Lehrveranstaltung: Feedbackphase nach dem studentischem Vortrag

Kurzbeschreibung der Methode: Das Peer-Feedback soll die Feedbackkultur in der Seminargruppe stärken und die Studierenden im Feedback geben und nehmen schulen. Dabei werden nacheinander die Eindrücke der Studierenden im Plenum und die von vorher festgelegten „Feedback-Expert*innen“ herangezogen. Die „Expert*innen“ erhalten zu Beginn der Sitzung einen vorbereiteten Feedbackbogen, den sie während der Präsentation ihrer Kommiliton*innen ausfüllen sollen.

Durchführung der Methode: Zu Beginn der Seminarsitzung erhalten die Teilnehmer*innen der Präsentationsgruppe, die in der Folgewoche vorträgt, vorbereitete Feedbackbögen. Sie sind für diese Seminarsitzung die „Feedback-Expert*innen“ und füllen die Bögen während der Sitzung aus.
Der Feedbackbogen umfasst zwei Teile. Teil 1 widmet sich dem Feedback zur Darstellung fachlicher Inhalte und besteht aus Fragen zu den Kategorien „Erläuterung von Theorien und Konzepten“, „Auswahl relevanter Theorien“ sowie „Bezug zur Praxis“. Teil 2 widmet sich dem Feedback zu Didaktik und Interaktion und besteht aus den Fragen zu den Kategorien „Strukturierung & Zeitmanagement“, „Gruppenaufgabenstellungen & Interaktion mit dem Plenum“ sowie „Art der Darstellung, Sprache und Körpersprache“.
Nach Ende der Präsentation können/sollen die Vortragenden um Feedback aus dem Plenum bitten. Eine Variante ist, dass die Vortragenden sich zunächst auch kurz persönlich zu ihrer Präsentation auf der Metaebene äußern dürfen, da Feedback zu Aspekten, die ihnen ohnehin bereits selbst aufgefallen sind, nicht unbedingt notwendig sein muss. Vorteil ist, dass hierbei der Rechtfertigungsdrang der Studierenden abgemildert wird. Jedoch wirkt es nicht immer professionell, auf eigene Fehler einzugehen, sodass dieses Verhalten in Hinblick auf die berufliche Zukunft nicht unbedingt „eingeübt“ werden sollte.
Die Vortragenden moderieren ihr Feedback eigenständig, indem sie ihre Kommiliton*innen zu Wort kommen lassen. Zunächst soll sich das Plenum exklusive der „Expert*innen“ äußern. Wenn aus dem Plenum keine Anregungen mehr kommen, sollen sich die „Expert*innen“ zu Wort melden. Ihr Feedback ist wegen des vorliegenden und von ihnen ausgefüllten Feedbackbogens erfahrungsgemäß deutlich ausführlicher und umfasst oft einige sehr konkrete, auch kleinere Punkte, die aber für die Wirkung nicht weniger wichtig sein müssen.
Ergänzend kann zum Abschluss die Dozentin/der Dozent das Feedback mit seinen Eindrücken abrunden.

Lehr-/Lernziel: Die Seminarteilnehmer*innen sollen den Mehrwert einer positiven Feedbackkultur erleben und sich praktisch darin üben, konstruktives Feedback angemessen anzubringen.  Die „Expert*innen“ sollen bei ihrer eigenen Präsentation in der Folgewoche zudem besonders vorbereitet werden, sodass sie vermeintliche Fehler bei der Präsentation nicht wiederholen und am Modell lernen können. Durch die Beschäftigung mit den Feedbackkategorien sollen sie insgesamt sensibilisiert werden. Die Vortragenden sollen sich darin üben, Feedback selbständig einzuholen, zu moderieren und angemessen darauf zu reagieren, d.h. sich wertschätzend dafür bedanken, auch wenn sie das Feedback für sich nicht weiter nutzen möchten, und keinesfalls in Rechtfertigungen verfallen.

Tipps: Es empfiehlt sich, in der ersten Seminarstunde (die) Feedbackregeln mit den Teilnehmer*innen zu erarbeiten. Erfahrungsgemäß gibt es zu Beginn einige Studierende mit entsprechenden Vorerfahrungen bezüglich der Feedbackregeln, jedoch ist der Wissens- und Anwendungsstand sehr heterogen. Durch eine partizipative Festlegung der Regeln werden alle Studierende eingebunden und es entsteht eine gemeinsame mentale Landkarte.
Man sollte darauf achten, eigenes Feedback als Dozent*in erst dann anzubringen, wenn keine Anmerkungen aus dem Plenum mehr zu erwarten sind.

Reaktion der Studierenden: Die Studierenden reagieren in der Regel sehr positiv. In der Seminarevaluation sprachen sie beispielsweise von einer „von Sitzung zu Sitzung erhöhten Feedbackqualität“. Insgesamt scheinen sie viel durch das gegenseitige Feedback geben und nehmen sowie durch den nachgelagerten Reflexionsprozess zu lernen

Verfasser: Julian Decius (E-Mail: julian.decius[at]uni-paderborn[dot]de)