Überlieferung der Urkunden

Die Originale der Urkunden befinden sich im Archiv des Studienfonds der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn.

Für die Arbeit an unserer digitalen Quellenedition lagen uns Fotografien und Abschriften der Urkunden vor. Die Abschriften stammen aus der Quellensammlung „Urkunden zur Gründung des Jesuitenkollegs und der Universität in Paderborn 1604-1615“ von Friedrich Gerhard Hohmann.

Hohmann hat bei der Erstellung seiner Quellensammlung selbst auf Abschriften der Originalurkunden zurückgegriffen. Sie sind alle auf Latein und liegen ohne deutsche Übersetzung vor. Festzustellen ist außerdem, dass die Gestaltung und Zustand der Urkunden bei Hohmann im Vorwort beschrieben werden, die Abschriften also nur inhaltlich übereinstimmen. Mithilfe von Metadaten ist es möglich bei der Erstellung der digitalen Quellensammlung diese äußeren Merkmale hinzuzufügen, sodass wichtige Informationen nicht verloren gehen.

Auch Josef Freisen bietet in seinem Werk „Die Universität Paderborn – Quellen und Abhandlungen von 1614 –  1808″  aus dem Jahr 1898 Transkriptionen der Urkunden.

Urkunden zur Jesuitenuniversität Paderborn – erste Rechercheergebnisse

Nach dem einführenden Vortrag zur Lerneinheit Recherche war es unsere Aufgabe herauszufinden, um welche Urkunden es sich handelt.

Mit Hilfe des systematischen Recherchieren habe ich zunächst auf der Seite des KVK den Namen Theodor von Fürstenberg, der auf der ersten Urkunde deutlich zu lesen ist, recherchiert. Bereits bei der Durchsicht der aufgelisteten Ergebnisse konnte man darauf schließen, dass es sich um die Gründung der Jesuitenhochschule in Paderborn handelt.

Nach weiterer Recherche, unter anderem auf der Seite des Internet-Portal „Westfälische Geschichte“  konnte ich einige Titel aus der Fachliteratur sowie Internetseiten zusammentragen.

Zotero – Literaturverwaltung und mehr

Ramon Voges und Martin Dröge haben uns ein wie ich finde sehr hilfreiches Werkzeug zur Literaturverwaltung vorgestellt. Zotero ist ein Literaturverwaltungsprogramm mit vielen Möglichkeiten – ich kann meine recherchierten Quellen sammeln, verwalten und zitieren. Mit wenigen Klicks ist es möglich einen eigenen Bibliothekskatalog zu erstellen. Bücher, Aufsätze, Internetseiten oder Videos sowie andere Quellen können mit quellenspezifischen Angaben gespeichert werden. Darüber hinaus ist es ebenfalls möglich, bei der Speicherung eines Buches zum Beispiel das Inhaltsverzeichnis auch dort zu speichern. Ich fand es als sehr einfach und nützlich die Daten aus dem Internet in meine Zotero-Bibliothek zu speichern – eine deutliche Zeitersparnis.

Aber als besonders nützlich erachte ich die Möglichkeit meine Quellen zu verwalten. Ich kann unterschiedliche Kategorien und Unterkategorien anlegen und Schlagwörter/Tags hinzufügen. Gerade durch die Schlagwörter werden Verknüpfungen deutlich und ich kann schnell nach Quellen zu einem bestimmten Schlagwort suchen.

Außerdem könnte ich meine eigene Zotero-Bibliothek einer Teambibliothek hinzufügen. Es ist also möglich eine größere Gruppenbibliothek zu erstellen, dass insbesondere bei Gruppenprojekten, wie die Erstellung unserer digitalen Quellenedition, sehr nützlich ist, um so einen besonders großen Pool an nützlicher Literatur zu erstellen.

Zotero soll auch bei der Zitation hilfreich sein. Hier habe ich aber noch keine eigene Erfahrung gemacht. Dennoch würde ich sagen, dass Zotero ein sehr nützliches Werkzeug zur Literaturverwaltung ist und darüber hinaus noch viele weitere kleine hilfreiche Eigenschaften, die die Arbeit an wissenschaftlichen Arbeiten erleichtern können.

Von der Urkunde zur digitalen Quellenedition – erste Überlegungen

 

Im Zusammenhang mit der Lerneinheit Recherche, lernten wir bereits am ersten Tag der Spring School die Quellen kennen, die wir editieren wollen.

Nach erster Betrachtung konnten wir feststellen, dass es sich um vier Urkunden handelt.  Als ersten Arbeitsschritt haben wir uns der Kunst des Fragens (Heuristik) gewidmet. Aus unserem geschichtswissenschaftlichen Studium wissen wir, dass Urkunden einen Rechtsakt schriftlich durchführen oder ihn fixieren. Doch was müssen wir klären, um eine Edition dieser Urkunden erstellen zu können?

Unsere ersten Überlegungen:

  • Was soll ausgezeichnet/dargestellt werden?
  • Wer? – Zeuge? Akteure?
  • An wen richten sie sich?
  • Verwahrungsort?
  • Fundstelle? —-Konvenienz
  • Wann? – Überlieferung
  • Rechtsakt/Inhalt und Aufbau
  • Schrift? Sprache? – Übersetzen
  • Material?
  • Größe?
  • Kontext?

Es wird deutlich, dass wir allein für die Erschließung der analog vorliegende Quelle zunächst einige Fragen klären müssen, um uns dann der Erstellung der digitalen Edition zu widmen.

Auch hier wurde mir bewusst, wie viele Arbeitsschritte es bedarf eine digitale Quellenedition zu erstellen.  Denn die Beantwortung  dieser Fragen ist erst der erste Schritt. Darauf folgt die mir bereits jetzt sehr komplex erscheinende Arbeit an der Digitalisierung der Quellen. Es ist also einiges zu tun, bis wir unsere digitale Quellenedition erstellt haben!

Historiker arbeiten wie Detektive!

Ramon Voges unterstreicht mit dieser Aussage die Art und Weise –die Methodik- mit der wir Historiker/innen arbeiten. Mit Hilfe der Heuristik stellen wir Sach- und Wissens- sowie Deutungsfragen an die Quellen, die wir erschließen wollen. Neben der Kunst des Fragens bestimmen wir mit der Quellenkonstitution und Quellenkritik den Quellenkorpus und seinen Aussagewert. Daran schließen sich die Arbeitsschritte der Interpretation der Quelle sowie der Darstellung der Ergebnisse an.

Für die Umsetzung des ersten Arbeitsschrittes – das Stellen von Sach-, Wissens- und Deutungsfragen an die Quelle – gibt es unterschiedliche Recherchestrategien. Zum einen das systematische und zum anderen das Unsystematische Recherchieren. Bei dem Systematischen Recherchieren können wir beispielsweise auf Bibliothekskataloge, wissenschaftliche Fachportale, Enzyklopädien, Lexika und biographischen Nachschlagewerke zurückgreifen. Dem gegenüber steht das unsystematische Recherchieren, das dem Schneeballprinzip folgt.

Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Arbeit an Quellen ist das Literatur- und Wissensmanagement, um die recherchierten Informationen zu organisieren. Ein sehr hilfreiches Tool werde ich in einem anderen Beitrag vorstellen.