Publikumsmobilität

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  • Mobilitätsverhalten bei Outdoor-Kulturveranstaltungen und dessen Auswirkungen 

Diversen Studien zufolge stellt die Publikumsmobilität bei vielen Veranstaltungen einen erheblichen, wenn nicht den größten einzelnen Emissionsfaktor dar.  

Aufgrund verschiedener Faktoren, die hier beleuchtet werden, ist für die Besucher*innen von Outdoor-Kulturveranstaltungen eine emissionsarme oder gar -freie Anreise in vielen Fällen nicht möglich. Innovative Maßnahmen und Mobilitätskonzepte können dabei helfen, den Emissionsfaktor Mobilität dennoch möglichst klein zu halten. 

  • Einflussfaktoren für Publikumsmobilität

Lage des Veranstaltungsortes 

Städtisch: oft gute Erreichbarkeit mit ÖPNV und Fahrrad, Autofahren wird durch Verkehrslage und Parkplatzknappheit an Veranstaltungsorten unattraktiv

Ländlich: mangelnde/fehlnde öffentliche Verkehrsmittel machen die Anreise mit dem Auto attraktiv/notwendig
 
Veranstaltungszeit

späte Endzeiten können ÖPNV-Nutzung einschränken

Eventgröße & -dauer

Großveranstaltungen ermöglichen gezielte Mobilitätssteuerung, sorgen aber insgesamt für mehr Verkehr 

Mehrtagesevents (Festivals) bringen andere Anforderungen/Herausforderungen mit sich, z.B. durch Campingplätze und Pendelverkehr. Viele Menschen sind beim Camping auf ihr Auto angewiesen, da sie ihr Gepäck sonst nicht transportieren können oder im Auto/Camper schlafen. 

Eventgröße & -dauer 

Reiseentfernung [3]

(positive oder negative) Vorerfahrungen [3]

Reisekosten [3]

Alter der Zielgruppe [3]

  • Emissionen der Publikums-Anreise (ÜBERSCHRIFT) 

    Bei Festival-/Konzertproduktionen können die An-/Abreise des Publikums zwischen 40 und 97% der Gesamtemissionen ausmachen [1][2][3]

    Wahl des Verkehrsmittels, Kraftstoffart und Anzahl der Mitreisenden beeinflussen pro-Kopf-Ausstoß [1]

    Beispielhafte Anreise-Verteilung & Anteil an den Gesamtemissionen pro Verkehrsmittel bei 10 Konzerten der Band AnnenMayKantereit
    (Anteil pro Verkehrsmittel an den Gesamtemissionen) [1]
    • 39,9% Auto (55,8%) 
    • 31,1% ÖPNV (13,7%)
    • 21,3% öffentlicher Fernverkehr (23,5%)
    • 6,7% Fuß & Rad (0%)
    • 0,3% Flüge (6,8%)
    • 0,7% Sonstiges: E-Bike, Taxi, E-Tretroller, E-Motorroller, Motorrad (0,2%)

  • Maßnahmen/Handlungsempfehlungen

    Standortanalyse, um die Wahl und Wirksamkeit gewählter Maßnahmen abzuwägen [3] 
     
    Wissen über die Anreise des Publikums erarbeiten, z.B. mithilfe von Mobilitätsumfragen [3]

    Rechtzeitige und umfassende Information der Besucher*innen über Möglichkeiten der umweltfreundlichen Anreise [1] – z.B.:
    • Info-Mails über Ticketanbieter
    • Newsletter (z.B. der Künstler*innen/Veranstalter*innen
    • Über Websites und Social Media Kanäle (z.B. der Künstler*innen/Veranstalter*innen/Spielstätten

Anreize zum Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel durch Push-Pull-Maßnahmen [1][4]

  • Zu Pull-Maßnahmen gehören: 
    • Mitfahrbörsen (z.B. AnnenMayKantereit in Losheim, Orange Blossom Special Festival [5])
    • Kooperation mit lokalen Verkehrsunternehmen:
      • Höhere Fahrfrequenzen zu Veranstaltungszeiten
      • Shuttlebusse (z.B. Open Flair [6])
      • Kombitickets (z.B. Vainstream [7])
    • Bereitstellen sicherer Fahrradstellplätze [3]
    • Belohnungssysteme für Fahrradfahrer*innen (z.B. kostenlose Abgabe von Helmen an der Garderobe, kostenloses Getränk am Fahrradparkplatz) [3]
    • Festivalsupermärkte und mietbares Campingequipment können bei mehrtägigen Festivals das Gepäck reduzieren und den Umstieg vom Auto erleichtern [3]
  • Beispiele für Push-Maßnahmen können sein [4]:
    • Reduzierung der verfügbaren Auto-Stellplätze um das Veranstaltungsgelände
    • Erhebung von Parkgebühren für PKW

Forderungen an die Politik stellen: Parkplatzbewirtschaftung, Fahrradwege und Nahverkehr sind oft kommunalpolitische Angelegenheiten [3] 

CO²-Kompensation [3][8] sollte keineswegs die einzige Maßnahme sein, kann aber helfen, unvermeidbare Restemissionen auszugleichen.  
Generell sollte gelten: vermeiden > verringern > ausgleichen 

Quellen: 

[1] The Changency, Crowd Impact (2024). TICKET TO RIDE – Nachhaltige Publikums-Anreise bei Großveranstaltungen – Projektzusammenfassung. Zuletzt geprüft am 07.01.2026. Abgerufen von https://tickettoride.net/ 

[2] A Greener Future (2023). AGF Festival Carbon Footprint Report. Zuletzt geprüft am 07.10.2025. Abgerufen von https://www.agreenerfuture.com/carbonimpactsassessment 

[3] Kleber, L., Vogels, J. (2025). Einfacher Mobilitätsdaten erfassen. In T. Sakschewski, N. Wuttke (Hrsg.), Nachhaltiges Veranstalten (1. Aufl., S. 133-142). Springer Gabler. 
https://doi.org/10.1007/978-3-658-47175-0_13#DOI

[4] Klement, I. (2024). Carbon Footprint of Large-Scale Events Using the Example of Music-Festivals and Sporting Events. TU Wien. Zuletzt geprüft am 07.01.2026. Abgerufen von https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/203447/1/Klement%20Iris%20-%202024%20-%20CO2-Fussabdruck%20von%20Grossveranstaltungen%20am%20Beispiel%20von…pdf 

[5] Orange Blossom Special Festival (2025).  Mitfahrbörse. https://orangeblossomspecial.de/mitfahrgelegenheit/ (letzter Zugriff am 07.01.2026) 

[6] Open Flair Festival (2026). ÖPNV: OF Shuttlebus. open-flair.de/info/stadtshuttle (letzter Zugriff am 07.01.2026) 

[7] Vainstream Rockfest (2024). Anfahrt. https://vainstream.com/info/ (letzter Zugriff am 07.01.2026) 

[8] Birker, M. (2022). Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb – ein Festival denkt um 2022. In T. Knoll, S. Luppold (Hrsg.), Praxis-Guide für Nachhaltigkeit in der Eventbranche (1. Aufl., S. 251-261). Springer Gabler. 
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36578-3_16