Laura Padgett

Fragment


BRD 1987
2:50 min
s/w
Lichtton
16mm

Der Film besteht aus Fragmenten, die in einem Zeitraum von vier Jahren entstanden sind. Alle Bilder zu diesem Film sind in meiner Wohnung aufgenommen.
Der Ton ist während der Schneidearbeit entstanden. Zwei Personen flüstern. Sie lesen Texte aus griechischen Tragödien und erfinden ihre eigenen Texte in englischer und deutscher Sprache.
Laura Padgett – In: Katalog Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1989.

Das Schattenspiel ist ein Spiel der Hände, geheimnisvoll und doch klar. Das Gesehene ist schemenhaft, das Gehörte nur ein Raunen in einer fremden Sprache (oder wird der Ton verkehrt herum abgespielt?), all das wirkt jedoch, löst ein Gefühl aus, widersetzt sich aber genauerer Festlegung.

This Film is a short study of the relation between language and visual experience. Reversal and negative takes are edited together, emphasising the quality of black and white film. The entire film was shot in one room. We hear bits of whispered text dispered within the film, creating a sense of intimacy.
https://lightcone.org/en/film-4291-fragment

Im Rahmen des Sonderprogramms „Die Liebe zu den Dingen“ am 18. Dezember 1999 im Berliner Arsenal:
Jedes Kind kennt die Gesichter der Dinge und geht mit klopfendem Herzen durch das halbdunkle Zimmer, in dem Tisch und Schrank und Sofa wilde Grimassen schneiden und mit wunderlichem Minenspiel etwas sagen wollen… Das Kind kennt diese Physiognomien gut, weil es die Dinge noch nicht ausschließlich als Gebrauchsgegen-stände, Werkzeuge, Mittel zum Zweck ansieht, bei denen man nicht verweilt. (Béla Balázs, Der sichtbare Mensch)
Dieses Programm versammelt Filme, die bei den Dingen verweilen – alte Filme und neuere Filme. Es zeigt, wie verschieden die Verhältnisse zu den Dingen sein können. Die Lust, über ein Seidentuch zu streichen, ist unterschieden von der, einen Granatapfel aufzubrechen. Eine Blume aufblühen zu sehen ist anders, als der Entstehung eines Schuhs beizuwohnen. Viele der Filme erinnern in ihrer Sorgfalt, mit der sie die Gegenstände aufnehmen, an eine Schicht des Alltagslebens, der oft wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. In anderen Filmen erscheinen Dinge selbst als Erinnerungsträger, ein Zaun, an dem einmal der tägliche Weg vorbeiführte, eine Brosche, die wir geschenkt bekamen. Der Filmstreifen selbst ist so ein Erinnerungsträger. Dinge treten im Leben bisweilen an die Stelle des Lebendigen, sie werden zu Fetischen: die Krawatte, der Schuh, das Taschentuch. Manchmal verkehrt sich dieser Erinnerungsprozeß auch wieder und Dinge stiften eine Liebe… Nur im Film jedoch können die Dinge selbst wieder als Akteure auftreten, bekommen eine Seele, wie in der Kindheit und im Traum. Möbel, die im bürgerlichen Heim jahrzehntelang ihren unverrückbaren Ort hatten, fangen, auf die Straße gesetzt, auf einmal an zu laufen, das stehen gelassene Frühstück rückt einem zu Leibe, und die Kaffeefilter leisten sich auch mal einen Sonntagsausflug.
Heide Schlüpmann, Karola Gramann

Links
http://www.lpadgett.net

Aufführungen
Programm „Die Liebe zu den Dingen“, Kino Arsenal, Berlin 1997
4. Frankfurter Filmschau
Centre Pompidou beim Lightcone Preview Show 2006 (dort im Verleih)
Filmprogramm „Women’s Films of the Eighties“  in Australien
in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut, 1990
Kunsthaus Wien 2001
reel to real Frankfurt 2005

Festivals
Oberhausen 1989


111 (One-Eleven)

USA 1980
6:50 min
Lichtton
Farbe & s/w
16 mm
D.: Paul Lisker, Isaac Menda, Laura Padgett
Produktion: Pratt Institute

Ein selbstreflexives Filmexperiment.