1525: Müntzer, der Bauernkrieg und die Schlacht bei Frankenhausen

Vor 500 Jahren erhoben sich die Bauern in verschiedenen Regionen Deutschlands, um sich von der Unterdrückung freizumachen. Das Unverständnis der Adligen ihren Untertanen gegenüber brachte das Fass zum Überlaufen. Bei ihrem Kampf ums Überleben konnten sie nicht damit rechnen, von der Obrigkeit unterstützt zu werden. Von Süddeutschland aus breiteten sich die Aufstände aus und führten dazu, dass Klöster und Burgen von den Rebellierenden zerstört wurden. Es ging dabei aber nicht nur um politische Ziele, sondern Prediger der neuen reformatorischen Bewegungen gesellten sich dazu. So verband sich kirchliche mit politischen Anliegen. In der Gestalt des Thomas Müntzers lässt sich beides beobachten. Er war von den Gedanken Martin Luthers zunächst fasziniert und durch Luthers Vermittlung erhielt er seine erste Pfarrstelle. Doch gehörte er zu denen in der aufkommenden Reformation, die mehr wollten. Von Luther wissen wir, dass er in manchen Dingen sehr behutsam vorging, um die Menschen nicht zu überfordern. Aufruhr und Unordnung war etwas, mit dem er nicht umzugehen wusste. Es war Müntzer, der den Gottesdienst komplett in Deutsch feierte. Er zog die Konsequenzen und wollte nicht warten. So war es auch in seiner Predigt und der Unterstützung des Anliegens der Bauern. Dabei scheint es so zu sein, dass Müntzer sehr charismatisch gewesen sein musste. Es wird von allen seinen Wirkungsorten berichtet, dass er die Menschen in seinen Bann zog und sehr schnell für Aufruhr in der Kirchengemeinde und dem jeweiligen Ort sorgte. Er polarisierte. Seine letzte Wirkungsstätte war die freie Reichstadt Mühlhausen. Gegenüber der Marienkirche steht das Pfarrhaus, in dem er mit seiner Frau und Kind wohnte. Von hier zog er mit den Aufständischen in die Schlacht bei Frankenhausen, wo die Bauern regelrecht niedergemetzelt wurden. Wie an vielen anderen Ort wurde den Aufständen ein blutiges Ende bereitet. Selbst Luther war darüber erschrocken. Auf Anfrage hatte er den Landesherrn bescheinigt, gegen die Bauern vorgehen zu können. Doch er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass dabei so viel Blut vergossen würde. Entsprechend könnte die DDR Luther dann auch als „Fürstenknecht“ lesen und in Müntzer einen Exponenten der „frühbürgerlichen Revolution“. Es war klar, dass der sozialistische Staat sich auf die Seite der Bauern und Müntzers stellte.

Die Marienkirche in Mühlhausen wurde in eine Gedenkstätte für Müntzer umgewandelt und in den Darstellungen wurde ihm ein Schwert in die Hand gedrückt. Wie man in der thüringischen Landesausstellung in Mühlhausen sehen kann, hat Müntzer jedoch selbst nicht zum Schwert gegriffen. Er blieb Geistlicher, der mit den Bauern in den Kampf zog, dabei war sein Schwert das Wort.

Das nach der Vorlage von Albrecht Dürer gestaltete neue Denkmal in Mühlhausen.