…ein gelungenes Unterrichtsbeispiel! Die Liebe zum Fach als Indikator für guten Unterricht!

Ich möchte ein gelungenes Unterrichtsbeispiel zum Thema Konjunktur im Fach Volkswirtschaftslehre im Ausbildungsgang Berufsfachschule (Höherer Handel) vorstellen. Mein Mentor in Wirtschaftswissenschaften unterrichtet in der Klasse zweimal in der Woche und musste die Klasse kurzfristig übernehmen, da eine Referendarin ihre Prüfung erfolgreich absolviert hat. Bedeutend daran ist, dass die Lehrkraft die Schüler und Schülerinnen der HHO2 nicht gut kennt und dennoch in der Lage war, einen fachlich gut aufbereiteten Unterricht zu kreieren, welcher auf das Vorwissen der Lernenden aufbaut und in der Interaktion mit den Lernenden die Inhalte vermittelt werden konnten. Ziel der Unterrichtsstunde war, dass die Schüler und Schülerinnen verschiedene Konjunkturindikatoren kennen und diese auf die einzelnen Konjunkturphasen einordnen bzw. übertragen können. Der Einstieg erfolgte durch eine Vorwissensaktivierung, indem die Lehrkraft die Begriffe Wirtschaftswachstum, Konjunktur und Bruttoinlandsprodukt mit Hilfe der Lernenden wiederholte. Anschließend zeichnete er den Wachstumspfad bzw. den Konjunkturverlauf an das Smartboard. Nachdem der Zyklus visualisiert wurde, wurden die Lernenden dazu aufgefordert die verschiedenen Konjunkturindikatoren tabellarisch in die verschiedenen Konjunkturphasen einzuordnen. Dies wurde erneut visuell am Smartboard im Plenum besprochen. Besonders erstaunt bzw. besonders gelungen an diesem Unterrichtsbeispiel fand ich, dass die Lehrkraft in der Lage ist, die Schüler und Schülerinnen alleine im Dialog mit ihm zu aktivieren und so fachliche Inhalte mit den Lernenden zu erarbeiten. Mit Hilfe des Smartboards konnten die Lernenden eine Visualisierung der Indikatoren und Phasen kreieren, welche längerfristig im Gedächtnis bleiben. Kurz gesagt, war ich erstaunt, dass die Lehrkraft die Fähigkeit besitzt, den vollständigen Unterricht mit Hilfe der Schülerantworten aufzubauen und sie so lenken konnte, dass sie auf die fachlich richtigen Inhalte gekommen sind. Bedeutend war hierbei auch, dass man seine Liebe zum Fach Wirtschaftswissenschaften erkennen konnte und er konkrete und lebensnahe Beispiele nennen konnte, um die Schüler und Schülerinnen zu aktivieren. So kann schlussgefolgert werden, dass die Leidenschaft und das Interesse am Fach ein normativer Faktor sein kann, um guten und interessanten Unterricht aufzubereiten. Zudem sollte man sich mit digitalen Medien, besonders dem Smartboard gut auskennen, da es eine wunderbare Hilfe sein kann (durch die vielen Tools) um Inhalte visuell darzustellen. Mir ist hier bewusstgeworden, dass guter Unterricht dann entstehen kann, wenn die fachlichen Inhalte konkret durchdrungen werden und das persönliche Interesse spürbar wird. Somit kann ich die These: „Fachinhalte immer vor Methode“ verifizieren. Denn der Unterricht lief zwar frontal ab, jedoch verlief er stetig schülerorientiert und aktivierend für die Lernenden, sodass keine Gruppenarbeit oder Partnerarbeit notwendig war.

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