{"id":994,"date":"2022-05-13T08:34:37","date_gmt":"2022-05-13T06:34:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=994"},"modified":"2022-05-13T08:34:37","modified_gmt":"2022-05-13T06:34:37","slug":"ose-schalom-bimromav-er-der-in-seinem-hohen-himmel-frieden-stiftet-job-252","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/05\/13\/ose-schalom-bimromav-er-der-in-seinem-hohen-himmel-frieden-stiftet-job-252\/","title":{"rendered":"Ose Schalom Bimromav:\u00a0Er, der in seinem hohen Himmel Frieden stiftet (Job 25,2)"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_994 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_994')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_994').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Jahrhunderts, Isaac Arama (1420-1494) war das Konzept von Shalom im Judentum mit seiner Vielzahl von Bedeutungen eine Art Stabilisator (Kaminski): \u201eShalom (&#8230;) ist das Element in der Natur, das die Bestandteile aller Dinge zusammenh\u00e4lt und stabilisiert, so dass sie ihre essentielle Qualit\u00e4t {ihre Integrit\u00e4t} bewahren.Das bedeutet auch, dass seine Abwesenheit in der Natur Spaltung und Degeneration zur Folge hat.<s>\u201c<\/s><\/p>\n\n\n\n<p>Shalom ist aber nicht nur ein stabiler Zustand, es ist das formende Element, das eine lebenswichtige Funktion erf\u00fcllt, wie die Luft f\u00fcr das Leben auf der Erde oder die DNA f\u00fcr die \u00dcbertragung der Erbmerkmale, die Menschen und die meisten Organismen auszeichnen. Es ist&nbsp;ein Element, das eine Tendenz zum Zusammenhalt und zur Einheit garantiert und Konflikte und die M\u00f6glichkeit der Zerst\u00f6rung vermeidet oder abschw\u00e4cht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff Schalom hat die folgende Bedeutung (gemeinsam mit Salam aus dem Arabischen):<\/p>\n\n\n\n<p>1. Vollst\u00e4ndigkeit, Solidit\u00e4t, Wohlergehen<\/p>\n\n\n\n<p>2. Sicherheit, Unversehrtheit (im K\u00f6rper)<\/p>\n\n\n\n<p>3. Wohlfahrt, Gesundheit, Wohlstand<\/p>\n\n\n\n<p>4. Frieden, Ruhe, Zufriedenheit,<\/p>\n\n\n\n<p>5. Frieden, Freundschaft<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;a.&nbsp;&nbsp;der menschlichen Beziehungen<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;b. mit Gott besonders in der Bundesbeziehung<\/p>\n\n\n\n<p>6. Frieden (vom Krieg)<\/p>\n\n\n\n<p>7. Frieden (als Adjektiv)<\/p>\n\n\n\n<p>8. Zustand. Begr\u00fc\u00dfung. Shalom Alechem<\/p>\n\n\n\n<p>Vom abstraktesten Konzept bis zur banalen Begr\u00fc\u00dfung erscheint der Zustand von Schalom als ein Ideal, das keineswegs offensichtlich, sondern notwendig, erw\u00fcnscht, zugleich erreichbar und utopisch ist. Es ist eine Herausforderung f\u00fcr eine Tradition, die glaubt, dass der Mensch das G\u00f6ttliche und das B\u00f6sartige (<em>ietzer hara<\/em>) in sich tr\u00e4gt und dass sein Charakter durch den Kampf zwischen diesen Kr\u00e4ften bestimmt wird. Eine Binarit\u00e4t, die die Koexistenz des B\u00f6sen und dessen Wechsel mit Perioden des Wohlbefindens erkl\u00e4rt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende eines der wichtigsten Gebete der j\u00fcdischen Liturgie, des Kaddisch, hei\u00dft es &#8222;<em>Ose schalom bimromav&#8230;&#8220;<\/em>, (Er, der in seinem hohen Himmel Frieden stiftet.&nbsp;Job 25,2)<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gebet schreibt Gott, unter seinen unendlichen F\u00e4higkeiten, die F\u00e4higkeit zu, den Himmel zu befrieden. Das Interessante dabei ist, dass das Gebet davon ausgeht, dass es im Himmel auch Konflikte, Spannungen, vielleicht sogar Krieg gibt. Vielleicht spiegelt die Erde einen Schatten der himmlischen Konflikte wider? Und wenn ja, wie w\u00fcrden diese himmlischen Konflikte aussehen? Oder ist es andersherum? Spiegelt der Himmel die Spannungen wider, die auf der Erde herrschen, denn schlie\u00dflich wurde der Mensch so erschaffen, wie er erschaffen wurde?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gebet appelliert an ein g\u00f6ttliches Eingreifen, um Frieden zu erreichen, an eine Garantie von demjenigen, der mit seinem Wort erschafft und die F\u00e4den dessen zieht, was in der Welt geschieht. Das Gebet wird mit einem Appell fortgesetzt, der zwar exklusiv ist, aber auch Raum f\u00fcr Zweideutiges l\u00e4sst: &#8230; m\u00f6ge er Frieden \u00fcber&nbsp;<strong>uns&nbsp;<\/strong>und \u00fcber das ganze Volk Israel bringen, und wir sagen Amen.&nbsp; In der traditioneller Liturgie ist dieses&nbsp;<strong>uns<\/strong>, jede einzelne j\u00fcdische Gemeinschaft. Heute, aber, interpretieren wir, dass dieses&nbsp;<strong>uns&nbsp;<\/strong>die gesamte Menschheit ist. Jeder Krieg und jeder Friedenszustand beeinflusst die ganze Welt.&nbsp;Diese Neuinterpretation eines alten Gebetes zeigt, dass wenn Frieden herrscht, dieser nicht exklusiv ist. Die Idee des Friedens des Himmels projiziert sich auf uns auf der Erde, auf uns als universelles Kollektiv und dann auch auf Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Zeiten des Krieges brauchen wir dringend ein g\u00f6ttliches Eingreifen. Solange es keine Anzeichen daf\u00fcr gibt, bete ich mit einer naiven Hoffnung, dass es den Menschen, die die F\u00e4den \u00fcber Leben und Tod in der Hand halten, gelingen wird, den dringenden Ruf nach Schalom in all seinen Bedeutungen zu akzeptieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-995\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920-400x300.jpg 400w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/peace-g00753da13_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Liliana Furmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Pnina Nav\u00e8 Levinson Seminar f\u00fcr J\u00fcdische Studien an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Frieden #Schalom #Gebet #Krieg #Hoffnung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr einen j\u00fcdischen Weisen des 15. 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