{"id":901,"date":"2022-01-21T14:21:24","date_gmt":"2022-01-21T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=901"},"modified":"2022-01-21T14:21:24","modified_gmt":"2022-01-21T13:21:24","slug":"sei-mir-nicht-fern-denn-die-not-ist-nahe-ps-2212","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/01\/21\/sei-mir-nicht-fern-denn-die-not-ist-nahe-ps-2212\/","title":{"rendered":"\u201eSei mir nicht fern, denn die Not ist nahe \u2026!\u201c (Ps 22,12)"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_901 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_901')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_901').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Die Abwesenheit und Distanz Gottes hingegen wird als schmerzhaft wahrgenommen und verspricht Unheil (z.B. Ri 6,13). Dabei ist den Menschen in biblischen Zeiten bewusst, dass Gott in seiner Pr\u00e4senz immer unbegreifbar bleibt. Er ist zu herrlich, um vom Menschen gesehen zu werden (z.B. Ex 33,18). Die Geheimnishaftigkeit Gottes bleibt durch sein Erscheinen in Feuer und Wolken gewahrt (Ex 24,16-18).<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufiger noch als durch sichtbare N\u00e4he teilt sich Gott durch sein Wort mit. Gott spricht zu den Erzeltern, Prophet*innen sowie zum Volk Israel. Doch rufen Gottes Wort und sein Erscheinen nicht nur Freude hervor, sondern auch Niederwerfung und Verh\u00fcllung (z.B. Ex 3,6). Die N\u00e4he Gottes kann sogar als qu\u00e4lend empfunden werden, wie Hiob seine Erfahrung in gro\u00dfem Leid schildert: \u201eLass ab von mir, damit ich ein wenig heiter blicken kann.\u201c (Ijob 10,20)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Christlich gesehen wird der Logos Gottes, seine N\u00e4he, in seiner Menschwerdung in Jesus Christus erfahren. In ihm ist Gott in die Welt gekommen, um ihr Trost, Vergebung und Erl\u00f6sung zu schenken. Doch auch die J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger m\u00fcssen nach Jesu Tod durch den Engel erfahren: \u201eEr ist nicht hier, [\u2026]\u201c (Mt&nbsp;28,6). Schon das irdische Leben Jesu war voll von Abschieden (z.B. Joh 14-16). Auch wenn Jesus Christus auferstanden ist und sein bzw. Gottes Geist bei uns bleibt (1 Joh 4,13), so geh\u00f6rt doch die Erfahrung des \u201eEr ist nicht hier\u201c zur Ostererfahrung hinzu.<a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;In der Erz\u00e4hlung \u00fcber die Emmausj\u00fcnger zeigt sich eine Dialektik des Erscheinens Jesu im Verschwinden, des Geschenktwerdens in der Ungreifbarkeit.<a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Dialog mit Muslimen heraus f\u00e4llt mir zur N\u00e4he Gottes nicht nur die ber\u00fchmte Zeile im Koran ein, dass Gott dem Menschen n\u00e4her ist als seine Halsschlagader (Q 50:16). In Sure 93 findet sich die Zusage Gottes: \u201eDein Erhalter hat dich nicht verlassen\u2026\u201c. Dies kann als Antwort auf die Frage des Beters in Psalm 22 verstanden werden,<a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;mit der der Psalm beginnt und den Jesus nach dem Markusevangelium am Kreuz gesprochen hat: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unbegreifbarkeit und Geheimnishaftigkeit geh\u00f6ren wohl in allen drei abrahamischen Religionen zur Gr\u00f6\u00dfe und Herrlichkeit Gottes. Was wir dadurch gewinnen ist die Freiheit des Vertrauens, des Zweifels und der Liebe. Doch die Liebe und N\u00e4he unserer Mitmenschen, in der wir christlich gesprochen durch Jesus Christus auch Gott begegnen k\u00f6nnen (Mt 25,35-40), fehlt in diesen Zeiten der Pandemie besonders. Hoffen wir, dass sich dies im Laufe des Jahres 2022 wieder \u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. F. Meures, \u201eEr ist nicht hier\u201c. Osterglaube als Teilhabe an der Gottesferne. In: Herder Korrespondenz Spezial 1 (2014), 61-64, 62.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. H. U. v.&nbsp;<em>Balthasar<\/em>, Die Abwesenheiten Jesu, in: Geist und Leben 44 (1971), 329\u2013335, hier 335.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/5725C90B-DF9F-4F04-93EA-4EB331BE61C0#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u00a0Vgl. Zohar Handromi-Allouche, \u201eMy God? Your Lord!\u201d A Qur\u00b4\u0101nic Response to a Biblical Question, in: JIQSA 3 (2018): 79-110.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"587\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-1024x587.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-902\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-1024x587.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-300x172.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-768x440.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-1536x880.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920-500x286.jpg 500w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/01\/dark-g8c903a6bb_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Dr. Cordula Heupts ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Gott #Covid #Psalm 22 #Religionen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welt ist nun schon fast zwei Jahre fest im Griff des Coronavirus und die Infektionszahlen sind in Deutschland so hoch, wie nie zuvor. 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