{"id":887,"date":"2021-12-31T09:45:37","date_gmt":"2021-12-31T08:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=887"},"modified":"2021-12-31T09:45:37","modified_gmt":"2021-12-31T08:45:37","slug":"all-things-must-pass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2021\/12\/31\/all-things-must-pass\/","title":{"rendered":"All Things Must Pass"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_887 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_887')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_887').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Dinge, Ereignisse und Erfahrungen gehen vor\u00fcber, r\u00fccken weiter weg von unserer Jetzt-Zeit und pr\u00e4gen ein lineares Zeitgef\u00fchl. M\u00f6glicherweise f\u00fchrt das auch zu einem subjektiv erlebten \u201eZeitalter der Beschleunigung\u201c (Hartmut Rosa), das besonders in diesen Tagen und Monaten getriggert wird durch eine immer kleiner werdende Halbwertszeit des Informationsgehalts \u00fcber Virusmutanten, Verhaltensregeln und Inzidenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganz andere Erfahrung machen wir in den Religionen durch ihre Konstruktion eines zyklischen Zeitbewusstseins: In den wiederkehrenden Erz\u00e4hlungen heiliger Schriften begegnet die Vergangenheit einer Heilsgeschichte, die zugleich erhofft wird. In den Festen des religi\u00f6sen Jahreskreises wird eine Zukunft erinnert, die in die Gegenwart einbricht. Immer dann, wenn ein Neubeginn gefeiert wird, der seine Orientierung aus erinnerter religi\u00f6ser Identit\u00e4t gewinnt, beispielsweise am j\u00fcdischen Sederabend, in der christlichen Adventszeit oder im islamischen Neujahrsmonat Muharram. Das zyklische Zeitbewusstsein schafft durch eine vertraute Wiederkehr des Gleichen einen Raum der Entschleunigung, der Unterbrechung linearer Gleichf\u00f6rmigkeit und er\u00f6ffnet f\u00fcr die eine oder den anderen auch die Erfahrung von Gl\u00fcck und Geborgenheit. Im religi\u00f6sen Paradox von \u201eerinnerter Zukunft und erhoffter Vergangenheit\u201c (J\u00fcrgen Ebach) entsteht qualifizierte Gegenwart. Zyklisches und lineares Zeiterleben fallen zusammen, durchdringen sich gegenseitig. Die Erfahrung von Neubeginn und Zukunft bedeutet aber auch, Dinge hinter sich lassen zu k\u00f6nnen, ohne sie zu vergessen:&nbsp;<em>All Things Must Pass<\/em>. Juden, Christen und Muslimen teilen diese Urerfahrung in der Erz\u00e4hlung \u00fcber ihren gemeinsamen Stammvater Abraham\/Ibrahim:&nbsp;<em>Geh fort aus deinem Elternhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ein Segen sollst du sein!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Etwas Neues zu wagen, aufzubrechen oder ein neues Jahr zu beginnen kann bedeuten, sich auf Gl\u00fcckssuche zu begeben. Von einer solchen erz\u00e4hlt ein k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichter Videoclip auf der offiziellen Webseite des vor 20 Jahren verstorbenen Musikers und Leadgitarristen der Beatles George Harrison zu seinem gr\u00f6\u00dften Solohit&nbsp;<em>My Sweet Lord<\/em>&nbsp;(1970). Es ist nicht zu \u00fcbersehen, dass es sich dabei um einen Werbespot f\u00fcr ein Remaster seines Albums&nbsp;<em>All Things Must Pass<\/em>&nbsp;handelt. Der etwas skurrile Videoplot zu dem Song, den man als \u201eeine Art pantheistische Lobpreishymne\u201d (S\u00fcddeutsche Zeitung v. 17.12.2021) h\u00f6ren kann, lohnt allerdings den siebenmin\u00fctigen Blick: Agenten suchen das Gl\u00fcck, finden es weder in B\u00fcchern noch in der Natur, daf\u00fcr aber im Kreis gleichgesinnter Menschen und in einer pointierten Schlussszene (die hier nicht verraten wird). Das mag einem mitunter alles etwas zu viel kitschig-religi\u00f6ses Patchwork sein, aber es hat doch einen wahren Kern: Die gemeinsame Suche nach einem gegl\u00fcckten Leben verbindet viele Kulturen und Religionen, in dieser Suche b\u00fcndelt sich gleichsam in zyklischer Wiederholung das humanisierende Potenzial religi\u00f6ser Fest- und Jahreskreise. Denn es geht ihnen nicht zuletzt um den Menschen und sein gegl\u00fccktes Leben zwischen gestern und morgen. Dinge m\u00fcssen vergehen, damit Neues entstehen und Gl\u00fcck gesucht werden kann, auch im n\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-888\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920-500x281.jpg 500w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/12\/year-gec7d111c8_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Prof. Dr. Jan Woppowa ist Professor f\u00fcr Katholische Religionsdidaktik an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Vergangenheit #Zukunft #Aufbruch #Gl\u00fcck #Religionen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende eines Jahres lassen sich in gewohnter Weise diverse Jahresr\u00fcckblicke finden, von der&nbsp;heute show&nbsp;und ihrer Verleihung des goldenen Vollpfostens \u00fcber&nbsp;die ZEIT&nbsp;und&nbsp;faz.net&nbsp;bis hin zur pers\u00f6nlichen&nbsp;spotify-Playlist (mit mehr oder weniger \u00fcberraschenden Erkenntnissen \u00fcber den eigenen Musikgeschmack). 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