{"id":618,"date":"2021-05-21T09:56:14","date_gmt":"2021-05-21T07:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=618"},"modified":"2021-11-26T08:39:19","modified_gmt":"2021-11-26T07:39:19","slug":"stille-auf-dem-schulhof-und-die-digitalen-fenster-zur-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2021\/05\/21\/stille-auf-dem-schulhof-und-die-digitalen-fenster-zur-welt\/","title":{"rendered":"Stille auf dem Schulhof und die digitalen Fenster zur Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_618 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_618')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_618').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich attestieren, dass gerade die digitalen Medien demokratische Potentiale haben: Sie erm\u00f6glichen Vernetzung im Kampf gegen Untergerechtigkeit und Unterdr\u00fcckung, k\u00f6nnen Menschen eine Stimme verleihen, die sonst nicht geh\u00f6rt werden, dienen als Multiplikatoren und erlauben Informationsaustausch \u00fcber alle Grenzen hinweg. Zugleich sind es jedoch Stichworte wie&nbsp;<em>Fake News<\/em>,&nbsp;<em>Filter Bubbles<\/em>,&nbsp;<em>Phantom-Vibrations<\/em>-Syndrom oder Pflegeroboter, die uns die Ambivalenz der digitalen Technologien vor Augen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Blick auf die konkrete Nutzung l\u00e4sst sich intuitiv vermuten: die Dosis macht das Gift. Denn es macht wohl einen Unterschied, ob ich mich abends zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort vor den Fernseher bzw. Computer setze oder das digitale Medium mit uneingeschr\u00e4nktem Zugang zu Unterhaltung, Kommunikation und Information in meiner Hosentasche mit mir herumtrage. Ablenkung, Zerstreuung und Konsum sind durch ein mobiles Endger\u00e4t nicht l\u00e4nger tempor\u00e4r oder lokal gebunden. Ob in Bus oder Bahn, beim Spazieren im Park, im Wartezimmer der Arztpraxis, ja neuerdings sogar gekoppelt mit Infotainment-Systemen moderner Kraftfahrzeuge: nirgends m\u00fcssen wir auf unser Handy verzichten. Netflix im Bus, Whatsapp im Auto, Amazon im Wartezimmer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders bemerkenswert ist die Omnipr\u00e4senz digitaler Begleiter wenn man Sch\u00fcler*innen auf unseren Schulh\u00f6fen beobachtet: in kleinen Trauben stehen sie gemeinsam \u00fcber ihre Handys gebeugt, starren auf flackernde Rechtecke. Eine surreale Stille liegt \u00fcber ihren K\u00f6pfen, die verbale Kommunikation hat sich auf das Kommentieren der virtuell dargebotenen Inhalte beschr\u00e4nkt. Das Mobiltelefon ist l\u00e4ngst nicht mehr blo\u00dfe M\u00f6glichkeit \u00fcber physische Distanz hinweg miteinander zu kommunizieren. Auf unseren Schulh\u00f6fen aber auch an vielen anderen Stellen im \u00f6ffentlichen Raum wird immer deutlicher, dass es zur Linse geworden ist, zum Filter durch den hindurch die Welt gemeinsam betrachtet wird. Statt die Welt zu erleben, wird sie portioniert, kommt hochaufgel\u00f6st, gegl\u00e4ttet und mit Werbeinhalten gespickt durch ein 6,4 Zoll 4k Display bei uns an.<\/p>\n\n\n\n<p>Was macht dies mit uns, unserem Selbst- und Weltverst\u00e4ndnis? Es scheint, als f\u00fchre uns die permanent verf\u00fcgbare Ablenkung und die st\u00e4ndige Vorfilterung der Welt in eine Passivit\u00e4t, als beschr\u00e4nke sich unser Engagement auf das Konsumieren oder Rezipieren einer bis ins unkenntliche verzerrten Welt. Ein t\u00e4tiges Leben, die vita activia, h\u00f6rt dort auf, wo wir uns selbst zu passiven Betrachter*innen degradieren, d.h. immer weniger eigenst\u00e4ndig Denken, Handeln und Schaffen. Ein t\u00e4tiges Leben h\u00f6rt dort auf, wo wir uns nicht l\u00e4nger mit uns selbst auseinandersetzen und uns von Anderen ber\u00fchren lassen oder selbst ber\u00fchren. Eine der entscheidenden Fragen der Zukunft bei denen wir wissenschaftlich und menschlich engagiert sein m\u00fcssen ist also, was digitale Technik mit uns selbst und unserem Umgang mit bzw. unserer Wahrnehmung von Mitmensch und Umwelt macht; wie im Blick auf unseren eigenen Medienkonsum ein t\u00e4tiges und damit soziales Leben erm\u00f6glicht oder blockiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In Erinnerung an die surreale Stille auf den Schulh\u00f6fen scheint zumindest klar zu sein, dass wir auch jenseits aller wissenschaftlichen Studien wohl gut daran tun, nicht auf das Smartphone schauend vor die n\u00e4chste Laterne zu laufen, sondern stattdessen in die Arme eines lieben Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1234\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/05\/pokemon-1548194_1920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-619\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Dr. Anne Weber ist Kollegiatin im Graduiertenkolleg \u201eKirche-Sein in Zeiten der Ver\u00e4nderung\u201c an der Theologischen Fakult\u00e4t Paderborn. Co-Autor f\u00fcr diesen Beitrag ist Lukas K., Lehrer in Niedersachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>#Digitalisierung #Konsum #Schulhof<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Machen wir uns nichts vor. Konsum, Medien, Unterhaltungselektronik bzw. die mit ihnen verbundene Ablenkung und Zerstreuung gibt es nicht erst seit gestern. 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