{"id":606,"date":"2021-05-07T08:44:47","date_gmt":"2021-05-07T06:44:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=606"},"modified":"2021-11-26T08:39:39","modified_gmt":"2021-11-26T07:39:39","slug":"shavuot-fest-uebergabe-der-tora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2021\/05\/07\/shavuot-fest-uebergabe-der-tora\/","title":{"rendered":"Shavuot Fest: \u00dcbergabe der Tora"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_606 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_606')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_606').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Statt der landwirtschaftlichen \u201eErnte\u201c ist es nun die spirituelle Gabe, die an diesem Tag gefeiert wird: Die \u00dcbergabe der Tora am Berg Sinai (Ex 20) &#8211;&nbsp;<em>Matan Tora<\/em>. Dieses denkw\u00fcrdige Ereignis fand, nach rabbinischer Zeitrechnung, sieben Wochen nach dem Auszug aus \u00c4gypten statt.<br>Aber warum wird der Akt der \u00dcbergabe, also der der g\u00f6ttliche Akt, der das Gesetz verk\u00fcndet und ausspricht, gefeiert und nicht der Akt der Annahme?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber diese \u00dcbergabe der Tora m\u00f6chte ich nun sprechen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re legitim zu fragen, welche Eigenschaften per se geliefert werden, da es sich um eine g\u00f6ttliche Handlung mit menschlicher Vermittlung (Moses) handelt und sie scheinbar anders sein k\u00f6nnte als das, was empfangen wird.<br>Es werden mit der Tora zehn normative Aussagen \u00fcbergeben. Die erste dient als Pr\u00e4sentation und Rechtfertigung der g\u00f6ttlichen F\u00fchrung w\u00e4hrend des Auszuges aus \u00c4gypten. Die anderen neun Imperative versuchen das Kult-, Familien- und Gemeinschaftsleben Israels zu regulieren. Die \u00dcbergabe der Tora erfolgt zun\u00e4chst m\u00fcndlich, sp\u00e4ter wird sie laut biblischem Bericht in den Gesetzestafeln eingraviert.<br>Dem Akt der \u00dcbergabe am Sinai geht eine strenge Vorbereitung, Reinigung und die Festlegung strenger Verhaltensrichtlinien voraus, die befolgt werden m\u00fcssen.<br>Das beschriebene biblische Ereignis der \u00dcbergabe hat au\u00dfergew\u00f6hnliche Eigenschaften. Es ist eine Selbstoffenbarung Gottes mit einer Intervention von Naturph\u00e4nomenen, die das Bekannte ver\u00e4ndern.<br>Die Aussagen sind klar und pr\u00e4zise. Sie m\u00fcssen keine anderen G\u00f6tter haben, Sie m\u00fcssen den Schabbat respektieren, Sie m\u00fcssen Ihren Vater und Ihre Mutter respektieren, Sie m\u00fcssen nicht t\u00f6ten &#8230; Es gibt wenig Raum f\u00fcr Zweideutigkeiten, nicht einmal f\u00fcr Interpretationen. Es ist ein diskursiver Akt \u00fcberw\u00e4ltigender Macht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re dann der Akt der Annahme Kabalat (Empfang) haTor\u00e1 gewesen?&nbsp;<br>Auch wenn bei Shavuot die \u00dcbergabe gefeiert wird, lohnt sich doch ein Blick auf die Annahme der Tora (kabalat haTora).<br>Direkt nach dem letzten Gebot beginnt eine eigenartige Beschreibung der Situation am Sinai:&nbsp;&nbsp;Exodus 20, 15, \u201e<em>Vekol haam roim et hakolot<\/em>&nbsp;\u201c, und alle Menschen schauten auf die Stimmen (und die Flammen und den Posaunenschall und den rauschenden Berg)\u201c.&nbsp;Beim Lesen des Hebr\u00e4ischen Textes lesen wir tats\u00e4chlich diese Verwirrung: \u201e\u2026 die Leute haben sich die Stimmen angesehen\u201c (Die \u00dcbersetzungen versuchen, diesen \u201eFehler\u201c zu \u201ekorrigieren\u201c). Was sahen diese versammelten und verwirrten Menschen in den Stimmen, dass sie sogar Mose im n\u00e4chsten Vers baten, derjenige zu sein, der mit ihnen spricht und nicht Gott. So gro\u00df war ihre Angst vor der N\u00e4he Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sinai war das H\u00f6rbare zu sehen, was anderswo nicht zu sehen ist, deutet ein j\u00fcdischer Exeget.&nbsp;<br>In der Offenbarung werden die Sinne somit umgekehrt oder komplexer gemacht.<br>Exodus deutet, so scheint es, dass das H\u00f6rbare die Qualit\u00e4t eines Textes besitzt.&nbsp;<br>In diesen ersten Moment des Kontakts zwischen der Tora und den Menschen in Exodus geht es nur um, die \u00dcbergabe der Tora als heiliges Dokument.&nbsp;<br>Nur in Aus\u00fcbung des Gesetzes wird die Tora empfangen. In jedem Studium und jeder Diskussion, in jeder Interpretation wird die Tora empfangen.&nbsp;<br>Durch die starke Begleitung im j\u00fcdischen Alltag wird ihre Relevanz fortw\u00e4hrend garantiert und ihr Sinn immer wieder erneuert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2021\/05\/torah-4299038_1920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-609\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Liliana Furman ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur f\u00fcr J\u00fcdischen Studien der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Tora #Gesetz #Shavuo #VolkIsrael #Sinai<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bald ist Shavuot, das j\u00fcdische Wochenfest.&nbsp; Urspr\u00fcnglich hat das Fest in der Bibel eine landwirtschaftliche Bedeutung (Dtn 16,9-10). 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