{"id":462,"date":"2020-10-16T13:39:41","date_gmt":"2020-10-16T11:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=462"},"modified":"2021-11-26T08:44:37","modified_gmt":"2021-11-26T07:44:37","slug":"insallah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2020\/10\/16\/insallah\/","title":{"rendered":"In\u0161all\u0101h"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_462 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_462')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_462').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Das werden Sie sehen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Biden: \u201eWann!? <em>In\u0161all\u0101h<\/em>!?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese kurze Auseinandersetzung in der Pr\u00e4sidentschaftsdebatte der\nUS l\u00f6ste einige heftige Online-Debatte aus. Die Palette der Kommentare reichte von\nBidens Arabophobie und Islamophobie durch die beleidigende Nutzung des Ausdrucks\n\u201eso Gott will!\u201c (<em>in \u0161\u0101\u02be All\u0101h<\/em>) bis\nhin zum Lob, da er diese kolloquiale Phrase auf den Punkt gebracht hat: in der muslimischen\nGesellschaft gilt <em>in\u0161all\u0101h<\/em> n\u00e4mlich l\u00e4ngst\nals ein Euphemismus daf\u00fcr, dass etwas nie geschehen wird; ein im Vorfeld\ngebrochenes Versprechen, k\u00f6nnte man sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dieser Ausdruck das Jahr 2020 ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt hat, ist\ninzwischen klar: neben der sarkastischen Bemerkung Joe Bidens, machten im\nJanuar die Nachrichten die Runde, dass diese Phrase im Jahr 2020 in den Duden aufgenommen\nwurde (was allerdings nicht stimmt, da sie bereits seit 1942 im Duden steht,\nwie die Duden-Sprecherin Nicole Weiffen erkl\u00e4ren musste). Die urspr\u00fcngliche\nBedeutung der Phrase \u2013 aus der eine gewisse Schicksalsergebenheit spricht, gem\u00e4\u00df\nwelcher sich der Mensch dem Willen Gottes (<em>ma\u0161\u012b\u02beat\nAll\u0101h<\/em>) ergibt und sein Urteil annimmt \u2013 gewann mit dem Ausbruch der\nPandemie seit M\u00e4rz dieses Jahres wieder an Bedeutung. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle unsere Pl\u00e4ne sind bis auf Weiteres verschoben:\nFamilienbesuche sagen wir bis auf unbestimmte Zeit hoffnungsvoll ab; geplante\nAufenthalte, Veranstaltungen und Konferenzen sind uns sogar f\u00fcr das Jahr 2021\nunsicher. Auf das Digitale sind wir zwangsweise angewiesen. Uns fehlt die\nmenschliche N\u00e4he. Und das bl\u00f6de Mikrofon vergessen wir immer auf Laut zu stellen,\nwenn wir was \u00fcber Zoom sagen wollen. Alles wirkt so \u201eplastisch\u201c, virtuell und\nunnat\u00fcrlich. Deswegen \u00e4u\u00dfern wir gerade mit der Phrase <em>in\u0161all\u0101h<\/em>, voller Hoffnung und Demut, unseren Wunsch, dass die\nPandemie bald vergeht und wir wieder in den Alltag zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. So, wie\nder Prophet Mu\u1e25ammad, Friede sei mit ihm, auf die Offenbarung der Geschichten\nvon den \u201eGef\u00e4hrten der H\u00f6hle\u201c, sowie der des \u1e2ai\u1e0dr und der des \u1e0e\u016b l-Qarnayn\nwartete, um den Dialog mit einer Delegation der Juden aus Na\u01e7r\u0101n fortzuf\u00fchren \u2013\ngenauso warten auch wir. Anfangs sagte der Prophet Mu\u1e25ammad der Delegation\nzuversichtlich, sie sollen am n\u00e4chsten Tag kommen und er wird die Antworten f\u00fcr\nsie parat haben. Dabei sagte er aber nicht \u201e<em>in\u0161all\u0101h<\/em>.\u201c\nSein Warten auf die Offenbarung dauerte 40 Tage. In dieser Zeit wurde er selbst\ndurch das Warten bedr\u00fcckt. Der Wurm des Zweifels fra\u00df sich in die Herzen\neiniger seiner Gef\u00e4hrten. Nach 40 Tagen wurde die Sure <em>Kahf<\/em> endlich offenbart \u2013 mit allen Antworten auf die Fragen der\nDelegation aus Na\u01e7r\u0101n. In Mitten der Sure, in Versen 23 und 24, wurde der Grund\nf\u00fcr die unerwartete Verz\u00f6gerung dieser Offenbarung angegeben:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eUnd sag nicht von einer Sache: \u00abIch\nwerde dies morgen tun\u00bb,<\/em> <em>es sei denn (du f\u00fcgst\nhinzu): \u00abSo Gott will.\u00bb Und gedenke deines Herrn, wenn du es vergessen hast,\nund sag: \u00abMein Herr m\u00f6ge mich zu etwas rechtleiten, was der richtigen\nHandlungsweise eher entspricht als dies!\u00bb\u201c<\/em> (18:23,24)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Phrase ist im christlichen Kontext als \u201ejakob\u00e4ischer Vorbehalt\u201c(<em>Conditio Jakobaea<\/em>) l\u00e4ngst bekannt und erinnert daran, dass die geplanten Ereignisse dem Willen Gottes unterliegen. Sie geht auf den Jakobusbrief zur\u00fcck, in dem der Apostel vor Selbstsicherheit warnt und auf den Willen Gottes hinweist: <em>\u201eDagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.\u201c<\/em> (Jak 4, 15)<\/p>\n\n\n\n<p>Freitags soll die Sure <em>Kahf<\/em> rezitiert werden: <em>\u201eWer Sure <\/em>Kahf<em> am Freitag rezitiert, bekommt ein Licht (n\u016br), welches f\u00fcr ihn bis zum n\u00e4chsten Freitag scheint.\u201c <\/em>(\u1e24adi\u1e6f) So rezitieren wir diese und vergessen nicht auf unsere Zukunftspl\u00e4ne \u201e<em>In\u0161all\u0101h<\/em>!\u201c zu sagen \u2013 nicht sarkastisch, wie das Biden gemacht hat \u2013 sondern dem\u00fctig und hoffnungsvoll. Und wer wei\u00df, vielleicht zeigt tats\u00e4chlich auch Donald Trump seine Steuererkl\u00e4rung bis zum 3. November doch noch, <em>Deo volente<\/em>! <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-464\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920-500x281.jpg 500w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/10\/cubes-4764351_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Ahmed Husi\u0107 ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar f\u00fcr Islamische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wallace: \u201eWerden Sie uns sagen, wieviel Steuern Sie in 2016 und 2017 bezahlt haben?\u201c Trump: \u201eMillionen von Dollar!\u201c Wallace: \u201eSie bezahlten Millionen von Dollar?\u201c Trump: \u201eMillionen von Dollar. 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