{"id":288,"date":"2020-05-29T21:18:12","date_gmt":"2020-05-29T19:18:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=288"},"modified":"2021-11-26T08:48:22","modified_gmt":"2021-11-26T07:48:22","slug":"defensio-unicornis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2020\/05\/29\/defensio-unicornis\/","title":{"rendered":"defensio unicornis"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_288 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_288')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_288').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Als christliches Kind habe ich mich aber irgendwann mit einem, zumindest heute als bewusst empfundenen, Willensakt aus meinem Paradies selbst verbannt. Denn damals war f\u00fcr das orthodoxe M\u00e4dle das Argument: \u201eDie Kirche ist dagegen\u201c noch nicht etwas, was in Frage gestellt wurde. Ich belehrte sowohl Gleichaltrige als auch meine Eltern, dass Aberglaube, Wahrsagerei und Co. S\u00fcnde seien. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher, obwohl ich vielen Formen esoterischen Denkens, etwa einer zu gro\u00dfen Beachtung n\u00e4chtlicher Tr\u00e4ume, nach wie vor mit Vorsicht begegne.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, vor der ich heute stehe, ist die nach dem Kriterium der Wahrheit mitten in der Transzendenz oder auch der Fiktion. Ich pflichte Klaus von Stosch bei, dass Religion sehr viel mit Wirklichkeit zu tun hat und es auch soll. Und doch sollte man sich davor h\u00fcten, ihr die Transzendenz, eben das Irreal-Traumhafte zu nehmen, sufistisch gesprochen, den \u201eGeschmack\u201c, Dhawq. Sie sollte ja auch ihren Abenteuercharakter nicht verlieren \u2013 trotz der Ernsthaftigkeit der Fragen, die sie besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch der Beitrag von Klaus von Stosch zeigt, sehnt sich die j\u00fcngere Generation auch \u2013 vielleicht nebst diesen Fragen \u2013 nach der rosaroten Transzendenz voller Einh\u00f6rner, die sie, wie eine Morgenr\u00f6te, sanft und sorgenlos entr\u00fcckt. Wie keine andere Religion ehrt das Christentum den Ernst des Lebens. Welche Rolle d\u00fcrfen Spiel und Spa\u00df dabei noch haben? Und das nicht auf der Ebene der Kindergottesdienste und nicht eines Escape Room (tats\u00e4chlich im Paderborner Dom einmal zu Gesicht bekommen), sondern auf der Ebene der Begegnung mit Gott, die ja schlie\u00dflich gerade auch im Gebet stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann, sp\u00e4testens, wenn der eigene Nachwuchs kommt, m\u00f6chte ich in die elfenvollen Gefilde meiner Kindheit zur\u00fcck. Dem Feenglauben, dem Sprechen mit den B\u00e4umen, dem Reiten auf Einh\u00f6rnern wohnt f\u00fcr mich ein Zauber inne, der es vielleicht verdient, neben dem Glauben der Gro\u00dfen gepflegt zu werden. Tut man den Kleinen damit aber nicht unrecht? Das h\u00e4ngt davon ab, wie man die Frage nach dem gro\u00dfen Wahrheitskriterium f\u00fcr sich pers\u00f6nlich beantwortet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende h\u00e4tte ich noch eine Frage: Wenn die kleine Tochter statt einer Einhorn-Herde eine nette Engelsschar zum gemeinsamen Familiengebet eingeladen h\u00e4tte, d\u00fcrften die G\u00e4ste dann bleiben?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"810\" height=\"1086\" class=\"wp-image-290\" style=\"width: 150px\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/05\/Unbenannt.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/05\/Unbenannt.png 810w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/05\/Unbenannt-224x300.png 224w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/05\/Unbenannt-768x1030.png 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/05\/Unbenannt-764x1024.png 764w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Elizaveta Dorogova ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar f\u00fcr Islamische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem Beitrag vom 15.05.20 gibt Klaus von Stosch zu erkennen, dass er nicht mit Einh\u00f6rnern gemeinsam beten m\u00f6chte. 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