{"id":2072,"date":"2026-08-14T14:35:14","date_gmt":"2026-08-14T12:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=2072"},"modified":"2026-08-14T14:35:14","modified_gmt":"2026-08-14T12:35:14","slug":"und-hielten-rat-ueber-ihn-wie-sie-ihn-umbraechten-mk-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/08\/14\/und-hielten-rat-ueber-ihn-wie-sie-ihn-umbraechten-mk-36\/","title":{"rendered":"\u2026 und hielten Rat \u00fcber ihn, wie sie ihn umbr\u00e4chten (Mk 3,6)"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2072 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2072')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2072').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Geht man dem spontanen Eindruck analytisch nach, so zeigt sich auf atemberaubende Weise, welche formale Schl\u00fcsselrolle diesem einen Vers zukommt und welche Brisanz ein einziger Satz des Neuen Testaments enthalten kann. Doch der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>1. Ein Mordplan zu Beginn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nestle-Aland bieten in der j\u00fcngsten Auflage folgenden Text: kai\u00ab e\u02d9xelqo\/nte\u00df oi\u02da Farisai\u221aoi eujqu\\\u00df meta\u00bb tw\u25can \u00d4Hrw\u02c6dianw\u25can sumbou\/lion \u2122e\u02d9di\u00f7doun kat\u2206 aujtouv o\u00a2pw\u00df aujto\\n a\u00d3pole\u00f7swsin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der textkritische Apparat gibt dazu folgende Auskunft: \u2122 epoihsan <a>\u00e5<\/a> C \u2202 \u0153 892mg <em>pc<\/em> \u00bb epoioun A (W) \u00cf1 33 <a>\u00c2<\/a> \u00bbpoiounte\u00df D a \u00bb txt B L \u00cf13 28. 565. 700. 892\u00b0vid. 2427 <em>pc<\/em> bomss |<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit anderen Worten, Nestle-Aland gibt der Lesart der Codices Vaticanus aus dem 4. Jahrhundert und Regius aus dem 8. Jahrhundert sowie einiger Minuskeln (\u00cf<sup>13 <\/sup>u.a.) und einiger weniger Einzelhandschriften den Vorzug. Damit folgen sie dem Prinzip der <em>lectio difficilior<\/em>; denn der in der biblischen und au\u00dferbiblischen Literatur seltenere Ausdruck sumbou\/lion e\u02d9di\u00f7doun legt den Akzent auf den <em>Vorsatz<\/em> der Handlung, so dass man besser \u00fcbersetzt, \u00absie hielten einen Rat\u00bb als bereits abschlie\u00dfend \u00absie fassten einen Plan\u00bb. Wichtige Zeugen kennen daneben auch das dem Pr\u00e4dikat e\u02d9di\u00f7doun syntaktisch gleichwertige e\u02d9poi\u00f7hsan, so der Codex Sinaiticus (4. Jahrhundert), der Codex Ephraemi Syri rescriptus (ein Palimpsest aus dem 5. Jahrhundert) und die j\u00fcngeren Codices Sangallensis und Coridethianus (beide aus dem 9. Jahrhundert) sowie die Minuskel 892. Andere dagegen schreiben statt des Aorist das Imperfekt e\u02d9poi\u00f7oun, das die Handlung wiederum als unabgeschlossen ansieht, und das auch der Vulgata als Vorbild dient (<em>consilium faciebant<\/em>), wie der Codex Alexandrinus (5. Jahrhundert), die Minuskeln \u00cf<sup>13<\/sup> und \u00cf<sup>28<\/sup> oder der sogenannte Mehrheitstext. Ausgerechnet der Codex Bezae Cantabrigiensis kennt sogar das Partizip poiounte\u00df, was nur eine Verschreibung sein kann (angesichts der \u00c4hnlichkeit etwa ein Homoioteleuton), da durch die Abwesenheit eines eigentlichen Pr\u00e4dikats der Hauptsatz fehlerhaft ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>2. Drei sind genug<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drei architektonische Elemente \u00fcberlagern sich im Vorfeld. Ein viertes wird uns sp\u00e4ter in einem \u00fcbergreifenden Kontext besch\u00e4ftigen. Vom Beginn des Markusevangeliums bis zu 3,6 zeigt sich folgende Gliederung:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Der Anfang&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 1,1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Der Verhei\u00dfende&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 1,2\u20138<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Der Verhei\u00dfene&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 1,9\u201315<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Der Ort&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 1,16\u201328<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Die J\u00fcnger&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 1,29\u201345<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Die S\u00fcnden&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 2,1\u201312<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Die Nachfolge&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 2,13\u201328<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Der Plan&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mk 3,1\u20136<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus unterstreicht seine <em>Lehre<\/em> durch <em>Heilungswunder<\/em>. Es handelt sich um zun\u00e4chst vier Heilungen, die immer umfangreicher und eindringlicher beschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1,23\u201327 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Exorzismus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1,29\u201331 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heilung der Schwiegermutter des Petrus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1,40\u201345 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heilung des Auss\u00e4tzigen und \u00abMessiasgeheimnis\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2,3\u201311 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heilung des Gel\u00e4hmten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3,1\u20135 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heilung der verdorrten Hand<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach folgt ein l\u00e4ngerer Abschnitt, w\u00e4hrend dessen es um andere Dinge geht, eine <em>retardatio<\/em> (2,13\u201328). Dann tritt die <em>climax ein<\/em>: Ein kurzes Wunder und der Beschluss, ihn zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inmitten dieser Wunderepisoden kommt es zu einer entscheidenden Wende: \u00abDeine S\u00fcnden sind Dir vergeben.\u00bb (kai\u00ab i\u02d9dw\u00bbn oJ \u2206Ihsouv\u00df th\\n pi\u00f7stin aujtw\u25can le\u00f7gei tw\u02c6\u25ca paralutikw\u02c6\u25ca: te\u00f7knon, a\u00d3fi\u00f7entai\u00f7 sou ai\u02da amarti\u00f7ai. 2,5) Das ist neu \u2013 und unertr\u00e4glich, denn 26: \u00abWer kann S\u00fcnden vergeben als Gott allein?\u00bb (ti\u00f7 ou\u221eto\u00df ou\u00a2tw\u00df lalei\u221a`; blasfhmei\u221a: ti\u00f7\u00df du\/natai a\u00d3fie\u00f7nai amarti\u00f7a\u00df ei\u02d9 mh\\ ei\u2013\u00df oJ qeo\/\u00df 2,6). Genug, dass Jesus Dinge <em>tut<\/em>, aufgrund deren sich die Leute \u00abentsetzen\u00bb (e\u02d9qambh\/qhsan 1,27a) \u2013 immerhin erkennen sie an, dass er dies mit Vollmacht tut (1,27b); und offensichtlich lehnen sie dies nicht ab (1,32.33; 1,45). Doch nun ist die Grenze \u00fcberschritten. Jesus <em>sagt<\/em>, was allein Gott vorbehalten ist. Das ist nicht zu dulden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seitdem das Wort von der \u00abS\u00fcnde\u00bb (2,5) gefallen ist, sind Schriftgelehrte oder Pharis\u00e4er immer in der N\u00e4he. Kurze Gespr\u00e4che ergeben sich zwischen ihnen und Jesus (2,6\u201310; 2,16\u201317; 2,24\u201328): Wer kann allein S\u00fcnden vergeben? Isst dieser mit S\u00fcndern? Warum tun seine J\u00fcnger, was am Schabbat nicht erlaubt ist? Doch dreimal ist genug. 3,2\u20136: Das vierte Zusammentreffen ger\u00e4t zum Eklat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soll man am Schabbat Gutes tun? Sie lauern. Jesus spricht sie an. Sie schweigen. Dann verlassen sie die Szene und fassen einen Plan. Poetisch unnachahmlich \u00fcbersetzt Luther (1545):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vnd er gieng abermal in die Schule. Vnd es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrete Hand. Vnd sie hielten auff jn, ob er auch am Sabbath jn heilen wuerde, Auff das sie eine sache zu jm hetten. Vnd er sprach zu dem Menschen mit der verdorreten hand, Trit erfur. Vnd er sprach zu jnen, Sol man am Sabbath gutes thun, Oder boeses thun? Das leben erhalten oder toedten? Sie aber schweigen stille<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Vnd er sahe sie vmbher an mit zorn, vnd war betruebet vber jrem verstockten Hertzen, vnd sprach zu dem Menschen, Strecke deine hand aus. Vnd er strackte sie aus, Vnd die hand ward jm gesund wie die ander. Vnd die Phariseer giengen hin aus, vnd hielten als bald einen Rat mit Herodis diener, vber jn, wie sie jn vmbbrechten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>3. Der Schl\u00fcssel<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,6 bildet die <em>climax<\/em> der gesamten Einleitung und verweist zugleich auf die <em>climax<\/em> des gesamten Evangeliums.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>a) Der Anfang: Mk 1,1<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist eine \u00dcberschrift, die mit dem Substantiv eujagge\u00f7lion sowohl die Gattung als auch den Inhalt der folgenden Schrift bestimmt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>b) Der Verhei\u00dfende: Mk 1,2\u20138<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter R\u00fcckgriff auf alttestamentliche Verhei\u00dfung wird der eingef\u00fchrt, der das Kommen eines noch ungleich Gr\u00f6\u00dferen vorbereitet. Haltung und Habitus des Wegbereiters werden gezeichnet; zu ihm kommen pa\u25casa hJ \u2206Ioudai\u00f7a cw\u00bfra kai\u00ab oi\u02da \u00d4Ierosolumi\u221atai pa\u00bfnte\u00df und schlie\u00dflich der Verhei\u00dfene selbst (1,9).<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>c) Der Verhei\u00dfene: Mk 1,9\u201315<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser, obwohl als Sohn Gottes proklamiert, f\u00fcgt sich in der Taufe dem, was geschehen muss (Mt 3,15) und stellt sich denen gleich, f\u00fcr die er gekommen ist (Lk 3,21); denn peplh\/rwtai oJ kairo\u00df (Mk 1,15).<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>d) Der Ort: Mk 1,16\u201328<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4ndliche Gegend, gelegen am Meer. Im Land der Galil\u00e4er, k\u00f6niglicher Verk\u00fcndigung (Mt 2,2) g\u00e4nzlich unangemessen. Doch an diesem Ort geht Jesus erstmals auf die Menschen zu. Fischer und Tagel\u00f6hner h\u00f6ren zuerst metanoei\u221ate kai\u00ab pisteu\/ete e\u02d9n tw\u02c6\u25ca eujaggeli\u00f7w\u02c6\u00bb (1,15) \u2013 und Feinde der basilei\u00f7a touv qeouv erkennen ihn zuerst (1,23f), Besessene, Ausgesto\u00dfene, in der Stadt Unerw\u00fcnschte.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>e) Die J\u00fcnger: Mk 1,29\u201345<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enger wird der Kreis: Die J\u00fcnger kommen in den Blick, ihr Alltag, ihre Familien. Der Alltag der Begegnung mit Jesus.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>f) Die S\u00fcnden: Mk 2,1\u201312<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und zum ersten Male tritt er heraus aus dem Kreis derer, die zu seiner Zeit ebenso wie er Wunder wirken (Mt 12,27)<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Jetzt fallen Worte, die nur Gott sprechen kann: te\u00f7knon, a\u00d3fi\u00f7entai\u00f7 sou ai\u02da amarti\u00f7ai.\u00bb<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>g) Die Nachfolge: Mk 2,13\u201328<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und erst nach diesem er\u00f6ffnet er seinen J\u00fcngern das, was er von ihnen fordert und was er m\u00f6glich macht \u2013 und die J\u00fcnger tun es sogleich: kai\u00ab le\u00f7gei aujtw\u02c6\u25ca: a\u00d3kolou\/qei moi. kai\u00ab a\u00d3nasta\u00bb\u00df hjkolou\/qhsen aujtw\u02c6\u25ca.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun folgen Reden und Taten, in denen Jesus sich als der zeigt, der (didach\\ kainh\\, 1,27) etwas ganz <em>Neues<\/em> lehrt als das Gesetz der Schriftgelehrten \u2013 gerade <em>indem <\/em>er das Gesetz lehrt: oujde\u00f7pote a\u00d3ne\u00f7gnwte; (2,25)<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>h) Der Plan: Mk 3,1\u20136<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so kann es nicht ausbleiben, dass es auf Dauer nur eine einzige M\u00f6glichkeit gibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; oi\u02da Farisai\u221aoi &#8230; meta\u00bb tw\u25can \u00d4Hrw\u02c6dianw\u25can sumbou\/lion e\u02d9di\u00f7doun kat\u2206 aujtouv o\u00a2pw\u00df aujto\\n a\u00d3pole\u00f7swsin.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Satz ist nichts weniger als der Schl\u00fcsselsatz des ganzen Evangeliums, sowohl des \u00abhistorischen\u00bb Berichts als auch der guten Botschaft. Gleichsam den Angelpunkt bildend, h\u00f6ren ihn die einen als Befreiung <em>von<\/em> einem, der das Alte zerrei\u00dft (2,22), die anderen als Befreiung <em>durch<\/em> einen, der alles neu macht (Mk 1,27; Apk 21,5). Am Anfang stehend, weist er auf das Ende. Sodann \u00abentweicht\u00bb<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Jesus (3,7).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><em>4. <\/em><\/a><em>Sprache, Theologie und Mathematik<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liest man Markus 3,1\u20136 im Licht seiner Parallelen \u2013 Mt 12,9\u201314 und Lk 6,6\u201311 \u2013 so zeigt sich, wie Matth\u00e4us ganz frei mit seiner Vorlage umgeht. Ein nicht unfreundlicher Dialog entspinnt sich, und nat\u00fcrlich wollen die Pharis\u00e4er (sie kennen wir aus Vers 2) Jesus in eine Falle laufen lassen; aber man ist am Ende doch \u00fcberrascht, wenn ihnen nichts anderes in den Sinn kommt, als seinen Tod zu beschlie\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie anders Lukas: Die wichtigsten Handschriften bezeugen, wie sich Lukas in seiner Schilderung des Vorfalls genauestens an die Satzstruktur seiner Vorlage h\u00e4lt. Anzahl der S\u00e4tze, parataktische und hypotaktische Bauformen \u00fcbernimmt Lukas modellhaft. Selbst den Ablauf des Geschehens, seine einzelnen Stationen, den Konflikt, tastet Lukas nicht an. Und doch hat die Episode bei ihm einen g\u00e4nzlich anderen Charakter als bei Markus. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,1 \/ Lk 6,6: Lukas schreibt hohen Stil. W\u00e4hrend Markus in seiner Aufz\u00e4hlung der Ereignisse wie bis anhin auf schlichte Weise (kai) fortf\u00e4hrt, hebt Lukas an: e\u02d9ge\u00f7neto.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,2 \/ Lk 6,7: Die Frage der Anklage lautet bei Markus lediglich: i\u00bana kathgorh\/swsin aujtou. Lukas indes braucht ein weiteres Verb, das ihm erm\u00f6glicht, das Verb, um das es geht, infinitivisch zu \u00aberheben\u00bb: i\u00bana eu\u00a2rwsin kathgorei\u221an aujtouv.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,3 \/ Lk 6,8: Die schlichte Aufforderung, hervorzutreten \u2013 e\u00b6geire ei\u02d9\u00df to\\ me\u00f7son\u00bb, wird bei Lukas nicht nur \u00abeingekleidet\u00bb in die Formulierung aujto\\\u00df de\u00ab h\u00d8\u00a1dei tou\\\u00df dialogismou\\\u00df aujtw\u25can, sondern auch die Reaktion des Kranken wird hervorgehoben: e\u00b6geire kai\u00ab sthvqi ei\u02d9\u00df to\\ me\u00f7son kai\u00ab a\u00d3nasta\u00bb\u00df e\u00b6sth.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,4 \/ Lk 6,9: Und in dem nunmehr anhebenden Fragment eines Dialoges bel\u00e4sst es Lukas nicht bei der Frage Jesu, sondern eine Selbsteinleitung in seine Frage wird ihm in den Mund gelegt: ei\u2022pen aujtw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von besonderem Interesse jedoch ist, was nun folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,5 \/ Lk 6,10: Die Wendung kai\u00ab peribleya\u00bfmeno\u00df aujtou\\\u00bb\u00df wird bei Lukas angereichert mit einem schm\u00fcckenden, inhaltlich freilich pleonastisch anmutenden pa\u00bfnta\u00df. Doch wie Jesus sich nun verh\u00e4lt, zeigt ihn bei Markus ganz als Menschen, mit komplexen Empfindungen, voller Trauer und Zorn: met\u2206 ojrghv\u00df, sullupou\/meno\u00df e\u02d9pi\u00ab th\u00d8v pwrw\u00bfsei thv\u00df kardi\u00f7a\u00df aujtw\u25can. Dies aber schw\u00e4cht Lukas nicht nur ab, sondern enth\u00e4lt es seinen Lesern ganz vor, so dass bei ihm die Parallele einfach lautet: kai\u00ab peribleya\u00bfmeno\u00df pa\u00bfnta\u00df aujtou\\\u00df ei\u2022pen aujtw\u02c6\u25ca: e\u00b6kteinon th\\n cei\u221ara\u00bf sou.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mk 3,6 \/ Lk 6,11: Ganz gleich verf\u00e4hrt Lukas mit dem \u00abSchl\u00fcsselsatz\u00bb. Zwar schreibt er den Pharis\u00e4ern zu, sie seien e\u02d9plh\/sqhsan a\u00d3noi\u00f7a\u00df, also erf\u00fcllt mit Unverstand, <em>vulgo<\/em>: von Sinnen. Doch im Hinblick auf Jesus l\u00e4sst er sie nur dielalei\u221an<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, ti\u00f7 a\u00b7n poih\/saien tw\u02c6\u25ca \u2206Ihsouv. Obwohl man ahnt, worauf es hinauswill, wagt er es nicht, den Vorsatz beim Namen zu nennen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Markus schreibt einen Text, der in seiner schlichten Naivit\u00e4t \u00fcber weite Strecken beinahe unbeteiligt wirkt. Und doch, gerade weil er sparsam mit Emotionen umgeht, entfaltet er eine ber\u00fchrende Wirkung, wenn es unversehens und j\u00e4h zu Ausbr\u00fcchen kommt oder eben dann, wenn unerwartet ein einziges Wort f\u00e4llt, das der Brutalit\u00e4t des Leidens Jesu ungeschminkt Ausdruck verleiht. Der Stil entspricht seiner Theologie. Der sich zuvor ganz als Gott Erwiesene (1,11; 2,7; 2,28) zeigt sich in seiner Heftigkeit und seiner Trauer als Mensch. Und offenbar <em>muss<\/em> Jesus sterben: Der Satz Mk 3,6 wird sich als Leidensank\u00fcndigung erweisen; denn in Kapitel 11, Vers 18 begegnet er nochmals in beinahe w\u00f6rtlicher \u00dcbereinstimmung; kaum ist Jesus in Jerusalem eingetroffen, da schreibt Markus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">kai\u00ab h\u00a1kousan oi\u02da a\u00d3rcierei\u221a\u00df kai\u00ab oi\u02da grammatei\u221a\u00df kai\u00ab e\u02d9zh\/toun pw\u25ca\u00df aujto\\n a\u00d3pole\u00f7swsin: e\u02d9fobouvnto ga\u00bbr aujto\/n, pa\u25ca\u00df ga\u00bbr oJ o\u00a1clo\u00df e\u02d9xeplh\/sseto e\u02d9pi\u00ab th\u00d8v didach\u00d8v aujtouv.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sprachlich ist es fast ein Leitmotiv. Die theologische Bedeutung indes ist reziprok: Wir sollen wissen, dass das, was geschehen wird, geschehen <em>muss<\/em> (Lk 24,26).<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inhaltlich ist es vollkommen plausibel, warum Markus den Satz aus 3,6 an dieser Stelle \u00abwiederholt\u00bb. So scheint es denn \u00fcberfl\u00fcssig, genauer hinzusehen. Doch im Verh\u00e4ltnis der beiden S\u00e4tze 3,6 und 11,18 zueinander gibt es eine \u00dcberraschung. Die beiden analogen S\u00e4tze Mk 3,6 und 11,18 markieren einen Raum und teilen ihn in zwei ungleiche Teile. Unterzieht man sich der M\u00fche, die Anzahl der W\u00f6rter zu bestimmen, die zwischen dem ersten und dem zweiten a\u00d3po\/llumi-Satz (ca. 6300) sowie zwischen diesem und dem Schluss Mk 16,8 (ca. 4700) stehen, so findet man, dass die beiden so abgesteckten R\u00e4ume in einem Verh\u00e4ltnis stehen, das dem <em>Goldenen Schnitt<\/em> sehr nahekommt!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>6. Syntax und Psychologie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">o\u00a2pw\u00df &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten \u00dcbersetzer verstehen den Nebensatz als Finalsatz, und da von einem Mordkomplott zuvor nie die Rede gewesen war, nehmen sie an, er sei an dieser Stelle vereinbart worden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vulgata und Luther dagegen \u00fcbersetzen den Nebensatz als indirekte Frage und \u00fcbertragen das o\u00a2pw\u00df w\u00f6rtlich. Dieser Auffassung m\u00f6chte ich mich anschlie\u00dfen. Aus folgendem Grund: Wie die meisten \u00dcbersetzer richtig erkennen, er\u00f6rtert die Frage, \u00abwie sie ihn umbr\u00e4chten\u00bb, nicht die <em>Ausf\u00fchrung<\/em> der Tat. Aber wie feiner als ein finales \u00abDass\u00bb zeichnet das modale \u00abWie\u00bb die Psychologie dieser Szene!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz zu i\u00bana <em>kann<\/em> o\u00a2pw\u00df \u00abwie\u00bb <em>und <\/em>\u00abdass\u00bb bedeuten. Der Verfasser des Markusevangeliums gebraucht \u2013 im Gegensatz zu den \u00fcbrigen neutestamentlichen Autoren \u2013 <em>immer <\/em>i\u00bana. Offenbar zieht er die unzweideutige Konjunktion vor. Nur <em>einmal<\/em> greift er zu dem W\u00f6rtchen o\u00a2pw\u00df \u2013 an dieser Stelle! Das gleichsam \u00abschwebende\u00bb des Augenblicks sucht er einzufangen: Ihre Meinung steht l\u00e4ngst fest, und doch fragen sie einander: \u00abWas sollen wir tun?\u00bb<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">eujqu\\\u00df &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der \u00dcbersetzer bezieht Menge<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a> das eujqu\\\u00df auf die Bewegung der Pharis\u00e4er. Philologisch ist das nicht unm\u00f6glich, und es erf\u00e4hrt eine gewisse Abst\u00fctzung durch den punktuellen Aorist des Partizipiums e\u02d9xelqo\/nte\u00df, auch wenn die Stellung des eujqu\\\u00df in diesem Fall der Erkl\u00e4rung bedarf. Angesichts der Emphase der Szene \u00fcberzeugt diese L\u00f6sung sehr!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter diesem Gesichtspunkt ist es als dem Subjekt nachgestellt aufzufassen. So inkludieren die beiden handelnden Gruppen ein Zentrum, und zusammen mit den beiden \u00e4u\u00dferen Verbalausdr\u00fccken des Hauptsatzes ergibt sich ein erster Chiasmus. An der Nahtstelle zum Finalsatz aber dann erst recht:<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">statt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">kat\u2206 aujtouv o\u00a2pw\u00df a\u00d3pole\u00f7swsin aujto\\n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wie zu erwarten w\u00e4re<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a>,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schreibt Markus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">kat\u2206 aujtouv o\u00a2pw\u00df aujto\\n a\u00d3pole\u00f7swsin.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abEr\u00bb, um <em>den<\/em> es geht, inkludiert das \u00abWie\u00bb, um <em>das<\/em> es geht. Das Ergebnis ist am Ende eine chiastische Zuordnung des Nebensatzes zum Hauptsatz:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"172\" height=\"671\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2074\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild1.png 172w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild1-77x300.png 77w\" sizes=\"auto, (max-width: 172px) 100vw, 172px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so wirkt das nachgestellte a\u00d3pole\u00f7swsin wie ein Donnerschlag! Und das Wie <em>zeigt<\/em> sich als das Kreuz.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>7. Semantik und Akteure<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wortschatz der Perikope bildet einen unauff\u00e4lligen Hintergrund, vor dem Schl\u00fcsselwort a\u00d3pole\u00f7swsin deutlich abhebt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>e\u02d9xerco\/mai 34 Vorkommen in NT, davon 18 mal e\u02d9xelqo\/nte\u00df<\/li>\n\n\n\n<li>Farisai\u221ao\u00df 98 Vorkommen (vor allem bei Mt), davon 50 mal im Nominativ Plural Farisai\u221aoi<\/li>\n\n\n\n<li>eujqu\\\u00df 51 Vorkommen, davon 40 mal (!) bei Mk und nur 5 mal bei Mt, 3 mal bei Joh, 1 mal bei Luk &amp; in der Apg<\/li>\n\n\n\n<li>\u00d4Hrw\u02c6dia\u00bfdo\u00df<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a> 9 Vorkommen (nur Mt &amp; Mk), davon 3 mal im Genitiv Plural<\/li>\n\n\n\n<li>sumbou\/lion 7 Vorkommen (nur Mt &amp; Mk), stets zu lesen als Akkusativ Singular<\/li>\n\n\n\n<li>di\u00f7domi 28 Vorkommen, als Imperfekt der 3. Person Plural (eigentlich e\u02d9di\u00f7dosan) nur bei Markus<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pharis\u00e4er und Herodianer: Eine Mehrheit von zwei Gruppen, welche einerseits Jesu eigenes Volk, andererseits das der Heiden vertreten, ergreift Partei gegen \u00abihn\u00bb, den lediglich das Personalpronomen vertritt. Ein Hinweis darauf, dass die \u00abgesamte Welt\u00bb gegen Jesus steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verben der Bewegung, des Sprechens, der Aktion: Hinausgehen, beraten, umbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reihenfolge ist sprechend. Nur die namentlich Genannten handeln. <em>Er<\/em> ist passiv, erleidet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahl der Worte pr\u00e4gt die Perikope, verleiht ihr eine erdr\u00fcckende Eindeutigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text \u00fcbt Verzicht auf Bilder und Metaphern, spricht karg und knapp.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schlimmste steht zwischen den Zeilen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Halten sie miteinander einen Rat, <em>wie<\/em> sie ihn umbringen, so ist, <em>dass<\/em> sie ihn t\u00f6ten, im Herzen jedes Einzelnen l\u00e4ngst beschlossen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"598\" height=\"226\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2075\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild2.png 598w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild2-300x113.png 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Bild2-500x189.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2076\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-300x212.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-768x543.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-1536x1085.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-2048x1447.jpg 2048w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/08\/Hendrick-Goltzius_Des-Kuenstlers-rechte-Hand-425x300.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">N 058, 13-10-2006, 10:57,  8C, 7380&#215;4728 (288+3264), 100%, Custom, 1\/120 s, R45.4, G17.6, B29.2<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-fd95b47dccd649c49d9f1ec912912f22 wp-block-paragraph\">PD Dr. habil. Mathias Kissel ist Privatdozent am Institut f\u00fcr Evangelische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dass Luther bis 1545 das Partizip e\u02d9siw\u00bfpwn als praesens historicum \u00fcbersetzt, ist schlicht genial. Dadurch nimmt er gleichsam den Leser mit in die Handlung. Sp\u00e4tere Revisionen haben das Tempus leider an die Umgebung assimiliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Apg 19,13<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> F\u00fcr a\u00d3nacworei\u221an gebe ich dem \u00abEntweichen\u00bb den Vorzug vor dem einfachen Fortgehen. Der Bezug zu dem, was sich soeben ereignet hat, erscheint mir allzu offensichtlich, nicht nur aufgrund der Konjunktion kai\u00ab. Auch erinnert es an Lk 4,29.30, eine Szene, in der Jesus der Mordabsicht der Gegner \u00abentweicht\u00bb. Die sprachliche Konstruktion freilich ist bei Lukas eine andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Auff\u00e4lligerweise findet sich die Flexion diela\u00bfloun an keiner anderen Stelle der Bibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Obwohl der Text uneinheitlich bezeugt ist: \u00a2a\u00d3rcierei\u221a\u00df kai\u00ab oi\u02da grammatei\u221a\u00df\u203a&#8230;\u2122e\u02d9xeplh\/sseto e\u02d9pi\u00ab th\u00d8v didach\u00d8v aujtouv. \u00a2 <em>4 2 3 1<\/em> N \u00a9 \u00cf13 1241 \u00c2 syh \u00bb gramm. kai oi Farisaioi 1424 <em>pc<\/em> | \u2122 exeplhssonto \u00e5 \u2202 579. 892. 1424. 2542 <em>al<\/em> c vgmss |<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00dcber Hermann Menge (1841 \u2013 1939) lohnt sich, ein Wort zu verlieren. Menge hatte zeitlebens das Amt eines Schullehrers inne, ist Verfasser einer Reihe nicht unerheblicher Lehrwerke zur griechischen und lateinischen Sprache und befasste sich erst w\u00e4hrend seines Ruhestandes mit der \u00dcbersetzung der Bibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl.etwa V. 2 kai\u00ab pareth\/roun aujto\\n ei\u02d9 toi\u221a\u00df sa\u00bfbbasin qerapeu\/sei aujto\/n, i\u00bana kathgorh\/swsin aujtouv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> eine j\u00fcdische Minderheit, die die Herrschaft des Tetrarchen Herodes Antipas (4 v.Chr. \u2013 39 n.Chr.) unterst\u00fctzte (Mt 22,16)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein einziger Satz am Beginn des Markusevangeliums f\u00e4llt ins Auge. Kaum beginnt Jesus zu predigen und Menschen zu heilen, wird sein Tod beschlossen. 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