{"id":2051,"date":"2026-07-24T11:41:05","date_gmt":"2026-07-24T09:41:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=2051"},"modified":"2026-07-24T11:41:05","modified_gmt":"2026-07-24T09:41:05","slug":"eine-erfrischend-andere-apokalypse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/07\/24\/eine-erfrischend-andere-apokalypse\/","title":{"rendered":"Eine erfrischend andere Apokalypse"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2051 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2051')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2051').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Es hat also einen Grund, dass sich auch in der Theologie und den Kulturwissenschaften immer wieder neu damit befasst wird, was die Apokalyptik uns zu sagen hat \u2013 und wie sie heute popkulturell oder politisch aufgegriffen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Sommerferien begonnen haben, verbinde ich dieses Thema mit einem Unterhaltungstipp f\u00fcr Tage, an denen es zu hei\u00df zum Rausgehen ist, denn auch der Wetterbericht gibt Anlass, \u00fcber apokalyptische Bilder nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die spannendste Verarbeitung des Weltuntergangsthemas, das ich in den letzten Jahren gesehen habe, war die Science-Fiction-Serie \u201ePluribus\u201c. Die Handlung setzt damit ein, dass sich ein Virus weltweit verbreitet. Die Infizierten werden nicht krank und verwandeln sich auch nicht in Zombies, wie in vergleichbaren Filmen. Die Katastrophe kommt vielmehr freundlich daher: die Menschheit wird zu einem einzigen \u201eWir\u201c und teilt ein kollektives Bewusstsein. Niemand kann jemand anderen mehr B\u00f6ses tun, der Menschheitsschwarm kann nicht l\u00fcgen, teilt dieselben Erinnerungen, und \u00fcberhaupt ist er immer richtig gl\u00fccklich. Die Protagonistin der Serie allerdings geh\u00f6rt mit einigen weiteren Menschen zu denen, die immun sind und kein Interesse haben, zum neuen \u201eWir\u201c zu geh\u00f6ren, das alles wei\u00df, im Frieden lebt und die Grenzen der Menschlichkeit \u00fcberwunden hat. Nicht nur ist das eine erfrischend andere Weltuntergangserz\u00e4hlung; es l\u00e4sst sich schlie\u00dflich dar\u00fcber streiten, ob es \u00fcberhaupt um den Weltuntergang geht oder doch eher um Erl\u00f6sung. Die Serie wirft zugleich Fragen auf, mit denen wir heute konfrontiert sind: welche Zukunft ist erstrebenswert angesichts der M\u00f6glichkeiten K\u00fcnstlicher Intelligenz und Vernetzung? Wird am Ende der einzelne Mensch \u00fcberwunden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der katholische Fundamentaltheologe Johann Baptist Metz hat darauf bestanden, dass apokalyptisches Denken fest zum Christentum geh\u00f6rt und nicht einfach mit dem Verweis auf \u00e4ltere Weltbilder verabschiedet werden kann. Dabei geht es nicht um Spekulationen \u00fcber das Weltende oder andere Katastrophen. Im Blick hat Metz vielmehr die biblisch inspirierte Verhei\u00dfung ausstehender Gerechtigkeit; die Geschichte des einzelnen Menschen darf nicht einfach vergessen werden zugunsten einer besseren Zukunft oder dem gro\u00dfen Nichts. Ins Fiktionale gewendet konfrontiert \u201ePluribus\u201c mit einer vergleichbaren Herausforderung. Die Serie r\u00fchrt bei aller Science-Fiction-Neuheit an die uralte Frage, was es eigentlich hei\u00dft, ein Mensch zu sein, und um welchen Preis wir bereit w\u00e4ren, aus dem Menschsein auszubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-5f360f85bf451b8c968f547ec058de24 wp-block-paragraph\">Dr. Lukas Wiesenh\u00fctter ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltuntergang hat Konjunktur, jedenfalls in der politischen Rhetorik. Be\u00e4ngstigend ist das dort, wo Konflikte und Kriege zum endzeitlichen Kampf stilisiert werden. 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