{"id":2001,"date":"2026-04-10T09:51:37","date_gmt":"2026-04-10T07:51:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=2001"},"modified":"2026-04-10T09:56:56","modified_gmt":"2026-04-10T07:56:56","slug":"if-we-leave-them-an-environment-that-is-fit-for-pigs-they-will-be-like-pigs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/04\/10\/if-we-leave-them-an-environment-that-is-fit-for-pigs-they-will-be-like-pigs\/","title":{"rendered":"\u201cIf we leave them an environment that is fit for pigs, they will be like pigs.\u201d\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2001 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2001')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2001').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Dort folgt aus einem Verst\u00e4ndnis intergenerationaler Gerechtigkeit die Handlungsanweisung f\u00fcr heutige (\u00f6konomische) Entscheidungen gem\u00e4\u00df eines \u201cdevelopment that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs&#8220;. Genau dieses fundamentale auf Verteilungsgerechtigkeit beruhende Nachhaltigkeitsverst\u00e4ndnis wird von Mark Sagoff in seinem Buch \u201cThe Economy of the Earth\u201d (Cambridge University Press, 1988) in Frage gestellt. Folgt man den \u00dcberlegungen von Sagoff, dann laufen Gerechtigkeits\u00fcberlegungen bei dem, was wir f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen sch\u00fctzen und vorhalten sollen, ins Leere. So g\u00e4be es kaum Entscheidungen, die wir heute treffen, die nicht auch im Sinne der Pr\u00e4ferenzen und Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen sind. Warum das so ist, begr\u00fcndet er mit zwei grundlegenden Fakten, die die Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen pr\u00e4gen: Erstens, Pr\u00e4ferenzen werden durch Werbung gepr\u00e4gt. Durch geschickte Werbekampagnen werden sich nachfolgende Generationen immer darin beeinflussen lassen, das gut zu finden, was wir hinterlassen. Zweitens und vielleicht noch viel erschreckender, werden nachkommende Generationen das gut finden, was sie vorfinden. Das hat einfach damit zu tun, dass sie nichts vermissen k\u00f6nnen, was sie nicht kennengelernt haben. Sie k\u00f6nnen den vorgefundenen Zustand nicht mit dem nicht eingetretenen Zustand vergleichen, um dar\u00fcber ihre Pr\u00e4ferenzen auszubilden. Noch deutlicher wird das in den \u00dcberlegungen des Philosophen Derek Parfit, der k\u00fcnftigen Generationen das Recht, sich \u00fcber das Hinterlassene zu beschweren, mit dem Argument abspricht, dass unsere heutigen Konsum- und Lebensentscheidungen immerhin zur Zeugung der k\u00fcnftigen Generation gef\u00fchrt haben. H\u00e4tten wir andere Pl\u00e4ne mit unserem Leben gehabt, w\u00fcrde es sie gar nicht geben. Folgt daraus nun, dass wir gar keine Verantwortung gegen\u00fcber unseren Nachfahren haben und mit unserer Umwelt heute machen k\u00f6nnen, was wir wollen? Im Gegenteil, unsere Verantwortung ist sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Wir pr\u00e4gen mit unseren heutigen Entscheidungen die Identit\u00e4t k\u00fcnftiger Generationen. Unser Umgang mit der Umwelt pr\u00e4gt direkt die Pr\u00e4ferenzen und Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen, in den Worten von Sagoff: \u201cIf we leave an environment that is fit for pigs, they will be like pigs.\u201d Wir m\u00fcssen also nicht nur eine Welt hinterlassen, die wir f\u00fcr uns als lebenswert erachten und damit auch pr\u00e4gen wird, was k\u00fcnftige Generationen als Lebenswelt sch\u00e4tzen werden. Vor allem m\u00fcssen wir unseren Nachkommen die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr eine intakte, gesunde Umwelt mit einer hohen Biodiversit\u00e4t lehren. Das Erfordernis f\u00fcr \u00f6kologisch nachhaltiges Handeln folgt damit nicht aus einem Gebot der Verteilungsgerechtigkeit, sondern ist Teil der moralisch-\u00e4sthetischen Erziehung und Pr\u00e4gung, die wir zum Erhalt unseres Wertekodex aka Verst\u00e4ndnis von Zivilisation an k\u00fcnftige Generationen weitergeben m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2002\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/04\/Bild1_ZeKK_BloKK2026-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-4d90fbad7e1b1d2573a0e364446cdd74\">Prof. Dr. Ren\u00e9 Fahr ist Professor im Bereich Betriebswirtschaftslehre, insb. Corporate Governance an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Verantwortung, die wir im Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen gegen\u00fcber k\u00fcnftigen Generationen zeigen m\u00fcssen, erfolgt meist anhand des Brundtland-Berichts \u201cOur Common Future\u201d, der 1983 von der UN eingesetzten Weltkommission f\u00fcr Umwelt und Entwicklung unter &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/04\/10\/if-we-leave-them-an-environment-that-is-fit-for-pigs-they-will-be-like-pigs\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9271,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9271"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2001"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2004,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2001\/revisions\/2004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}