{"id":1991,"date":"2026-03-27T10:59:26","date_gmt":"2026-03-27T09:59:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1991"},"modified":"2026-03-27T10:59:26","modified_gmt":"2026-03-27T09:59:26","slug":"zwischen-text-theorie-und-diskussion-ein-persoenlicher-bericht-aus-dem-semesterkolloquium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/03\/27\/zwischen-text-theorie-und-diskussion-ein-persoenlicher-bericht-aus-dem-semesterkolloquium\/","title":{"rendered":"Zwischen Text, Theorie und Diskussion: Ein pers\u00f6nlicher Bericht aus dem Semesterkolloquium"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1991 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1991')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1991').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Februar 2026 fand am Paderborner Institut f\u00fcr Islamische Theologie ein Forschungskolloquium statt, bei dem Promovierende sowie Lehrende des Instituts und des ZeKK ihre aktuellen Projekte vorstellten und gemeinsam diskutierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt gestalteten die Professoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Zishan Ghaffar f\u00fchrte uns in methodisch-exegetische Grundfragen ein: Wie viel d\u00fcrfen und k\u00f6nnen wir in einen Text hineinlesen? Besonders spannend war die Frage, wie der Koran mit mehrdeutigen Aussagen umgeht \u2013 und ob er selbst eine eigene Hermeneutik formuliert, wenn er zwischen klaren (<em>mu\u1e25kam\u0101t<\/em>) und mehrdeutigen (<em>muta\u0161\u0101bih\u0101t<\/em>) Versen unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter ging es mit Prof. Dr. Idris Nassery. Theologisch und religionsp\u00e4dagogisch spielte er mit uns das Szenario \u201eMensch gegen Maschine\u201c durch. Zwischen <em>\u02bfilm<\/em>, <em>i\u01e7tih\u0101d<\/em> und \u201eBlack-Box\u201c-Modellen K\u00fcnstlicher Intelligenz entstand ein spannungsreiches Gespr\u00e4ch \u00fcber die epistemische Struktur von Wissen. Seine zugespitzte These blieb h\u00e4ngen: Islamische Normativit\u00e4t lebt vom Verstehen \u2013 nicht vom Berechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Raid al-Daghistani entf\u00fchrte uns anschlie\u00dfend in mystische Gefilde. Aus seinem Lesebuch zu Begriffen islamischer und christlicher Mystik lie\u00df er uns kosten \u2013 vielleicht etwas zu intensiv. Fast schon w\u00e4re aus dem Lesebuch ein Vokabular geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ging weiter mit den Nachwuchsforschern.<\/p>\n\n\n\n<p>Sarah Lebock pr\u00e4sentierte die schriftliche Ausarbeitung ihres IMOC-Vortrags und gew\u00e4hrte uns einen Einblick in die Praxis der psychosozialen Trauerbegleitung. Besonders eindr\u00fccklich war dabei, wie interreligi\u00f6se Impulse konkret in sozialarbeiterische Kontexte hineinwirken und welche hermeneutischen Chancen, aber auch Herausforderungen daraus entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch G\u00fclbahar Erdem bewegte sich in einem sensiblen Feld. Sie stellte ein anspruchsvolles Kapitel ihrer Dissertation vor, in dem sie die Begriffe \u201eKrise\u201c und \u201ePr\u00fcfung\u201c aus islamisch-religi\u00f6ser Perspektive untersucht. Es wurde deutlich, dass die beiden Begriffe Leid nicht nur beschreiben. Vielmehr ist die Interpretation bereits impliziert und verweist auf M\u00f6glichkeiten des Umgangs.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Tag begann und ich durfte den Auftakt machen. Ich stellte den Einstieg in das erste Kapitel meiner Dissertation vor, in dem es um die islamrechtliche Verantwortungsarchitektur geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach mir waren die Post-Docs an der Reihe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Yael Attia f\u00fchrte uns in ihre aktuelle Forschung zur j\u00fcdischen Tradition ein und reflektierte das Thema \u201ebody and flesh\u201c. Ihre Ausf\u00fchrungen machten deutlich, wie sehr k\u00f6rperbezogene Begriffe theologisch aufgeladen sind \u2013 und wie sie religi\u00f6se Anthropologien pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Mohammad Abdelrahem lie\u00df uns am Begriff der Wahrheit und an der Kategorie der \u201eRichtigkeit\u201c zweifeln. Seine Auseinandersetzung mit der Maxime \u201e<em>kullu mu\u01e7tahid mu\u1e63\u012bb<\/em>\u201c \u00f6ffnete den Raum f\u00fcr die Frage, ob und wie unterschiedliche Urteile zugleich legitim sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Ahmed Husic nahm uns mit in ein europ\u00e4isches Grenzgebiet und zeigte anhand seiner Forschung zu Hasan Kafi, wie eng politische Ethik, gesellschaftliche Ordnung und religi\u00f6se Argumentation miteinander verflochten sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss bildete Dr. Stefan Kokew, der sein Buchprojekt zum Thema Toleranz vorstellte. Kaum pr\u00e4sentiert, wurde er auch schon praktisch herausgefordert. Mit Bravour konnte Dr. Stefan Kokev auch divergierende Meinungen bez\u00fcglich des Themas tolerieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende standen zwei dichte Tage intensiver Gespr\u00e4che. Viele Fragen blieben offen. Gerade darin lag jedoch der eigentliche Gewinn. Wissenschaftliche Arbeit lebt von solchen Momenten gemeinsamer Reflexion, in denen Perspektiven aufeinandertreffen und neue Denkbewegungen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein herzlicher Dank gilt auch Frau Katja Grash\u00f6fer und Frau Hannin Hamidi Abdullah f\u00fcr ihre bereichernde Teilnahme. Auch bedanken wir uns herzlich bei Frau Selin Avci und Frau Heike Troja, die mit ihrer tatkr\u00e4ftigen Unterst\u00fctzung und organisatorischen Pr\u00e4senz wesentlich zum Gelingen des Kolloquiums beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1994\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/03\/WhatsApp-Image-2026-03-16-at-19.05.43-1.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-c98d4ac585c8ac60053d31bb56aab468\">Tarik Eroglu ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Paderborner Institut f\u00fcr Islamische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei intensive Tage voller Filterkaffee, Pizza, Snacks und vor allem intensiver Diskussionen \u00fcber Texte, Begriffe und Erkenntnis. 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