{"id":1960,"date":"2026-01-29T23:18:43","date_gmt":"2026-01-29T22:18:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1960"},"modified":"2026-01-31T10:16:11","modified_gmt":"2026-01-31T09:16:11","slug":"arbeit-am-orientierungswissen-zur-dialogischen-theologie-von-christoph-schwoebel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2026\/01\/29\/arbeit-am-orientierungswissen-zur-dialogischen-theologie-von-christoph-schwoebel\/","title":{"rendered":"Arbeit am Orientierungswissen: zur dialogischen Theologie von Christoph Schw\u00f6bel"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1960 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1960')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1960').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Dieses lebendige Gespr\u00e4ch mit theologischer Tiefe und menschlicher Weitherzigkeit ist durch seinen pl\u00f6tzlichen Tod im September 2021 verstummt. Gleichzeitig er\u00f6ffnet seine dialogische Theologie gegenw\u00e4rtig neue Gespr\u00e4che, an denen sich Menschen aus unterschiedlichen Wissenschaften, Konfessionen, Religionen, L\u00e4ndern und Kulturen beteiligen. Das Verm\u00e4chtnis seiner dialogischen Theologie gewinnt so aktuell neu an Bedeutung in einer herausfordernden gesellschaftlichen Situation. Gespr\u00e4che verh\u00e4rten sich in polarisierten Debatten. Theologisches Orientierungswissen und kirchliche Bindung schwinden. Die Konvivenz in einer freiheitlichen pluralistischen Gesellschaft und regelbasierten internationalen Ordnung wird durch autorit\u00e4re Bewegungen, neue Kriege und Gewalt fragil. Und angesichts digitaler Medialit\u00e4t und k\u00fcnstlicher Intelligenz entsteht die Frage: Was zeichnet eigentlich zwischenmenschliche kommunikative Beziehungen aus im Vergleich zu technischer Kommunikation mit KI-Chatbots?<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser neuen Situation haben 2025 die Theologinnen Judith Wolfe und Margaret McKerron einen Band mit Gespr\u00e4chsbeitr\u00e4gen ver\u00f6ffentlicht zu: \u201eChristoph Schw\u00f6bel: Theology in Conversation\u201c. Dabei wird deutlich, dass eine dialogische Theologie in evangelischer Perspektive, wie Christoph Schw\u00f6bel sie pr\u00e4gte, drei Gespr\u00e4chsrichtungen miteinander verbindet:<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen f\u00fchrt das Gespr\u00e4ch \u00fcber theologisches Orientierungswissen nach innen in die Tiefe biblischer Quellen und historischer Traditionslinien des eigenen Glaubens. Hier machte Christoph Schw\u00f6bel in Ankn\u00fcpfung an die reformatorische und moderne protestantische Theologie als trinit\u00e4tstheologische Rahmentheorie stark, dass Gott sich in christlicher Perspektive selbst im Gespr\u00e4ch als dreieiner Gott im Gespr\u00e4ch offenbart.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen f\u00fchrt dieses theologische Orientierungswissen gleichzeitig nach au\u00dfen in die Weite des offenen Gespr\u00e4chs mit anderen Wissenschaften und K\u00fcnsten, Konfessionen und Religionen. In den Kulturwissenschaften pflegte er das Gespr\u00e4ch mit der Philosophie \u00fcber Metaphysik und Hermeneutik, mit der Musikwissenschaft \u00fcber die Werke von Johann Sebastian Bach, und mit der Literaturwissenschaft \u00fcber Religion im Werk von Thomas Mann. In den Theologien pflegte er das \u00f6kumenische Gespr\u00e4ch mit der r\u00f6misch-katholischen Theologie \u00fcber Grund und Gegenstand des Glaubens und mit der anglikanischen Theologie \u00fcber Grundlagen von Kirchengemeinschaft. Der Austausch zwischen englischsprachiger und deutschsprachiger Theologie lag ihm dabei seit den fr\u00fchen Jahren in London bis zur letzten Zeit in St. Andrews am Herzen. Interreligi\u00f6s war ihm das Gespr\u00e4ch mit j\u00fcdischer Theologie besonders wichtig. Er nahm den Gedanken von Abraham Joshua Heschel auf, Toleranz aus Glauben zu pflegen und religi\u00f6sen Pluralismus aus theologischen Wahrheits\u00fcberzeugungen zu bejahen. So f\u00f6rderte er mit Methoden des \u201eScriptural and Doctrinal Reasoning\u201c die Verst\u00e4ndigung zwischen christlichen und islamischen Theologien \u00fcber Kernthemen des Glaubens und baute Br\u00fccken, an denen heute andere weiterbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese dialogische Theologie zeichnet sich schlie\u00dflich durch eine dritte praxisorientierte Gespr\u00e4chsrichtung aus, \u00fcber Praktiken gelebten Glaubens in Gottesdienst und Gebet, theologische Bildungsaufgaben und die politische Gestaltung des Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft. In der heutigen Situation nehme ich diese dreifache Ausrichtung dialogischer Theologie wahr als einen Weg zur\u00fcck nach vorne. Zur\u00fcck nach vorne ins Gespr\u00e4ch. Als Beitrag zu dieser Dialogkultur wird gerade am Lehrstuhl f\u00fcr Systematische Theologie und \u00d6kumene am Institut f\u00fcr Evangelische Theologie an einer Ver\u00f6ffentlichung gearbeitet mit Beitr\u00e4gen von Christoph Schw\u00f6bel zu \u201eArbeit am Orientierungswissen\u201c. Dies geschieht im Gespr\u00e4ch mit Menschen in Paderborn, St. Andrews und T\u00fcbingen in dankbarer Erinnerung und in der Hoffnung, damit zum Dialog der Theologien und Kulturwissenschaften beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1963\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280-400x300.jpg 400w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2026\/01\/sailing-ship-2808542_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-c6b67f93df8d1de2cf1e3f3a08242f57\">Vertr.-Prof. Dr. Katrin K\u00f6nig ist Vertretungsprofessorin am Institut f\u00fcr Evangelische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Kolleg:innen und Studierenden aus den Theologien und Kulturwissenschaften in Paderborn werden bei mir Erinnerungen lebendig an meinen Doktorvater Christoph Schw\u00f6bel. 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