{"id":1924,"date":"2025-11-21T12:35:25","date_gmt":"2025-11-21T11:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1924"},"modified":"2025-11-21T12:35:25","modified_gmt":"2025-11-21T11:35:25","slug":"nicaea-ort-christlicher-erinnerung-an-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2025\/11\/21\/nicaea-ort-christlicher-erinnerung-an-einheit\/","title":{"rendered":"Nic\u00e4a \u2013 Ort christlicher Erinnerung an Einheit"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1924 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1924')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1924').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Im langsam zu Ende gehenden Jahr 2025 gedenkt man der Hochzeit des Reformators aus Wittenberg, den Geburtstagen des Kirchenlehrers und des musikalischen Genies barocker Musik, dem Aufbruch der reformatorischen Bewegung im 16. Jahrhunderts sowie dem ersten \u00f6kumenischen Konzil. Jubil\u00e4en, die sich im Leben eines jeden Menschen in Form von Geburtstagen allj\u00e4hrlich ereignen, binden historische Ereignisse mit der Gegenwart zusammen. Sie sorgen daf\u00fcr, dass sich die Bedeutung von konkreter Geschichte nicht verliert, sondern in die gegenw\u00e4rtige Zeit hineingerettet und aktualisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aktualisierung in die Gegenwart hinein hat die christlichen Kirchen im Jahr 2025 mit Blick auf das sich zum 1700. Mal j\u00e4hrende Gedenken an das Konzils von Nic\u00e4a besch\u00e4ftigt. Im Jahr 325 beruft Kaiser Konstantin eine Synode nach Nic\u00e4a ein, um Streitigkeiten in der Reichskirche zu schlichten. Das Motiv des Kaisers, der seit 324 Alleinherrscher im R\u00f6mischen Reich ist, ist sehr wahrscheinlich in erster Linie politisch \u2013 die Diskussionen der versammelten Bisch\u00f6fe in erster Linie \u2013 so hoffen wir \u2013 theologisch. Es geht um den Streit um die Position des Theologen Arius, der sagt, es habe eine Zeit gegeben, in der der g\u00f6ttliche Sohn nicht gewesen sei. Eine Aussage mit christologischer Sprengkraft. Wenn es eine Zeit gegeben hat, in der der g\u00f6ttliche Sohn nicht gewesen ist, dann ist der Sohn selbst nicht ewig, sondern ein Gesch\u00f6pf des ewigen Gottes, des Vaters. Kann man unter diesen Voraussetzungen aber von der wahren G\u00f6ttlichkeit Jesu Christi sprechen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konzilsv\u00e4ter verurteilen die Position des Arius und formulieren ein Bekenntnis, das knapp 60 Jahre sp\u00e4ter im Rahmen des Konzils von Konstantinopel (381) rezipiert und um Bekenntnisaussagen zum Geist Gottes erweitert wird. Im Zentrum des Bekenntnisses steht der stark diskutierte und im Nachgang zum Konzil noch heftig umstrittene griechische Begriff <em>homoousios<\/em>, der die Gleichwesentlichkeit zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn zum Ausdruck bringen soll. Der Sohn sei nicht weniger als der Vater, sondern <em>in gleicher Weise<\/em> g\u00f6ttlich. Die Rede von der Gleichwesentlichkeit von Sohn und Vater ist ein trinit\u00e4tstheologisches Motiv mit soteriologischer Tiefenwirkung: Sie zeigt an, dass in der Begegnung mit Jesus Christus Gott selbst erfahrbar wird. Die theologischen Ausdifferenzierungen, die am Bekenntnis zur wahren G\u00f6ttlichkeit Jesu Christi h\u00e4ngen, erschweren die Verst\u00e4ndigung innerhalb des Christentums in den Jahren nach Nic\u00e4a. Nichtsdestoweniger wird das Bekenntnis von Nic\u00e4a breit getragen und stellt sowohl im Osten als auch im Westen die Grundlage christlich-theologischen Denkens dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist gerade diese Besonderheit des Konzils von Nic\u00e4a, die im Jahr 2025 besonders hervorgehoben wird. Nic\u00e4a steht inhaltlich f\u00fcr die Einheit der christlichen Kirchen. Alle gro\u00dfen christlichen Kirchen k\u00f6nnen sich auf die Grundwahrheit Nic\u00e4as einigen und das nic\u00e4nische Bekenntnis mitbeten. Die Symbolkraft, die von Nic\u00e4a f\u00fcr die Verbindung der Kirchen untereinander ausgeht, ist gro\u00df. Umso wichtiger ist es, dass Nic\u00e4a nicht nur dankbar erinnert, sondern immer wieder neu aktualisiert wird \u2013 liturgisch wie theologisch. &nbsp;Die vielen Feiern, Tagungen, Vortr\u00e4ge und Publikationen des Jahres 2025, die Nic\u00e4a in den Mittelpunkt gestellt haben, geben Zeugnis von dem Bem\u00fchen, das 325 formulierte Bekenntnis wach und lebendig zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Jubil\u00e4en \u2013 im rechten Licht betrachtet ist es fast schon kurios, Menschen und Ereignisse nur deshalb zu feiern, weil sich ihr Gedenktag rundet. Wenn diese Jahrestage allerdings Anlass sind, wichtige und entscheidende Momente der Geschichte f\u00fcr die Gegenwart wachzurufen und f\u00fcr das Heute zu durchdenken, sind sie unverzichtbare Meilensteine zwischen gestern und heute.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"756\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/11\/Nicaea_icon-756x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1925\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/11\/Nicaea_icon-756x1024.jpg 756w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/11\/Nicaea_icon-221x300.jpg 221w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/11\/Nicaea_icon-768x1041.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/11\/Nicaea_icon.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 756px) 100vw, 756px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-8b09b3682685826fa9334317d7aa687e\">Jun.-Prof. Dr. Cornelia Dockter ist Juniorprofessorin f\u00fcr \u00d6kumenische Theologie an der Theologischen Fakult\u00e4t in Paderborn.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben die Hochzeit Martin Luthers mit seiner Frau Katharina von Bora, Thomas von Aquin, Johann Sebastian Bach, die T\u00e4uferbewegung und das Konzil von Nic\u00e4a gemeinsam? 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