{"id":188,"date":"2020-03-06T09:29:52","date_gmt":"2020-03-06T08:29:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=188"},"modified":"2021-11-26T08:50:38","modified_gmt":"2021-11-26T07:50:38","slug":"digitales-empowerment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2020\/03\/06\/digitales-empowerment\/","title":{"rendered":"Digitales Empowerment?"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_188 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_188')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_188').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Digitale Technologien und \u201asmarte\u2018 Software erm\u00f6glichen die Speicherung, Organisation und Verarbeitung gro\u00dfer Datenmengen und unterst\u00fctzen die Pr\u00e4zisierung und Automatisierung von komplexen Prozessen und Abl\u00e4ufen. Die damit einhergehende Systementlastung soll neue R\u00e4ume f\u00fcr kreatives und innovatives Denken und Handeln schaffen. Auch die M\u00f6glichkeit unabh\u00e4ngig von Zeit und Raum miteinander in Verbindung treten bzw. bleiben zu k\u00f6nnen, sowie die logistisch-koordinative Erleichterung unserer Planungen durch softwaregest\u00fctzte Karten, Zeittafeln oder Kalender fasziniert. Neben der reinen N\u00fctzlichkeit, lassen sich durch digitale Medien zudem auch Potentiale entdecken, die f\u00fcr sp\u00e4tmoderne Gesellschaften wertvolle M\u00f6glichkeiten f\u00fcr&nbsp;<em>emanzipatorisch-demokratische Vergesellschaftung<\/em>&nbsp;verhei\u00dfen: So scheinen mit smarten Technologien, deren intuitiver Verst\u00e4ndlichkeit und anwendungsfreundlichen Designs diskriminierende lebensweltliche Kategorien \u00fcberwunden. Zumindest erweist sich die Zug\u00e4nglichkeit zu virtuellen Welten, die Teilhabe an ihnen, sowie deren Nutzung in Form von Partizipation und kreativer Weiterentwicklung als grunds\u00e4tzlich unabh\u00e4ngig von sozialer Herkunft, Bildungsstand, Alter, Geschlecht, kultureller, ethnischem oder religi\u00f6sem Hintergrund. Zudem deutet sich in dem hoch diversifizierten, bunten Angebot an, wie unterschiedliche Interessen und Bed\u00fcrfnisse einer heterogenen, perspektivenpluralen Gesellschaft nebeneinander bestehen und eine Eigenlogik entfalten k\u00f6nnen. Auch im Blick auf den Netzaktivismus, wie er sich in spontaner politischer Mobilisierung gerade zu \u00f6kologischen Themen andeutet, l\u00e4sst vermuten, dass die digitale \u00d6ffentlichkeit von den diskursiven Erm\u00fcdungserscheinungen der analogen Welt noch nicht heimgesucht wurde.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920-1024x669.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-190\" width=\"429\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920-1024x669.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920-300x196.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920-768x502.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920-459x300.jpg 459w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/03\/superhero-534120_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 429px) 100vw, 429px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es mag vor diesem Hintergrund also nicht verwundern, dass auch politische Agenden, St\u00e4dteentwicklungspl\u00e4ne, Bildungsinstitutionen und selbst religi\u00f6se Institutionen sich zunehmend digital profilieren (wollen), ihre Inhalte und Anliegen digital pr\u00e4sentieren und mit Digitalisierung werben, ja eine viel offenere und fokussierter Entwicklung in Deutschland fordern \u2013 nicht nur, um B\u00fcrger*innen, Nutzer*innen, Auszubildende oder Gl\u00e4ubige digital zu erm\u00e4chtigen, sondern auch um beim globalen Vergleich mithalten, international wettbewerbsf\u00e4hig sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen diese Stimmen und Programme, die digitalen Transformationsprozessen kategorisch mit Demokratie und&nbsp;<em>Empowerment<\/em>&nbsp;gleichsetzen, ja manchmal in allem Digitalen eine Form der&nbsp;<em>Erl\u00f6sung<\/em>&nbsp;wahrnehmen, erheben sich wiederum zunehmend solche Stimmen und Positionen, die diesem Prozess \u00e4u\u00dferst skeptisch gegen\u00fcberstehen. Auch wenn man in der digitalen Transformation nicht die&nbsp;<em>Apokalypse<\/em>&nbsp;sehen muss und die Annahme die regelm\u00e4\u00dfige Nutzung digitaler Technologien f\u00fchre notwendig zu einem Ausverkauf der Menschlichkeit, (wahlweise einer Verdummung, Verrohung und Verstummung der Welt) an der Realit\u00e4t vorbeigeht, so ist die Skepsis gegen\u00fcber einer rein positivistischen Lesart nicht unbegr\u00fcndet:<\/p>\n\n\n\n<p>Denn sicherlich haben gerade digitale Medien demokratische Potentiale. Fakt ist aber auch, dass die Nutzung von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien, d.h. die&nbsp;<em>Aktivierung dieser Potenziale<\/em>&nbsp;voraussetzungsreicher ist, als zun\u00e4chst angenommen. So braucht es einerseits lebensweltliches Orientierungswissen, d.h. Kenntnisse im Umgang mit den Technologien, der angemessenen Verarbeitung und Deutung von Informationen, Argumenten, wie auch die Kenntnisse und Ein\u00fcbung von Tugenden respektvoller Diskurskultur. Andererseits hat sich bereits in der Technikkritik sehr deutlich gezeigt, dass jedes Werkzeug \u2013 egal ob der Hammer oder das Smartphone \u2013&nbsp;<em>ambivalent<\/em>&nbsp;ist, d.h. dessen konkrete Nutzung immer auch durch in Gesellschaft und Kultur habitualisierte Wertesysteme und Menschenbilder, aber auch Ideen vorn Fortschritt und Bildungen getragen wird. Verweist man zudem auf die neusten Nutzungszahlen und -Verhalten, so zeigt sich schnell, dass die demokratisch-emanzipatorischen Potentiale durch die f\u00fcr digitale R\u00e4ume charakteristische Anonymit\u00e4t und Unverbindlichkeit nur schleppend eingeholt werden. Im Gegenteil, die leicht zu ermittelnde Beliebtheit bestimmter Inhalte l\u00e4sst vielmehr vermuten, dass besonders solche Inhalte und Seiten oder Apps frequentiert werden, die entweder implizit und explizit diskriminierende Menschen-, Rollen- und Weltdeutungen anbieten oder aber durch die spezifisch dahinterstehende Nutzungsoberfl\u00e4che eine Konsumhaltung auch Menschen gegen\u00fcber verstetigen. Nicht zuletzt er\u00f6ffnen sich in diesem Zusammenhang und unter den Bedingungen kapitalistischer und politischer Interessen auch in der digitalen Welt neue R\u00e4ume f\u00fcr&nbsp;<em>Manipulation<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Vermachtung<\/em>&nbsp;\u2013 bis hin zu einer strategischen Verbreitung und Eingew\u00f6hnung anti-demokratischer Ideologien.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Dynamiken pr\u00e4gen dabei nicht nur die Lebenswelt der Gl\u00e4ubigen und markieren die \u201aZeichen der Zeit mit denen Theologien konfrontiert sind. Auch generieren diese Entwicklungen einen neuen Marktplatz, auf dem auch Theologien sich positionieren m\u00fcssen. Ob dies angemessen passiert indem man sich ebenfalls einen attraktiven Marktstand zimmert und mindestens so laut br\u00fcllt, wie die lautesten Marktschreier \u2013 oder, ob eine solche Vorgehensweise durch die Anpassung an die Logik des Marktes letztlich zum Ausverkauf der Botschaften f\u00fchren, sollte dringend bedacht und beantwortet werden.&nbsp;Ein Seitenblick auf den feministischen Diskurs, der seit einigen Jahren zu diesen Themen gef\u00fchrt wird, kann bei der Suche nach solchen Antworten m\u00f6glicherweise helfen. Zumindest haben feministisch engagierte Frauen, M\u00e4nner und Dritte ein gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr m\u00f6gliche ambivalente, diskriminierende, anti-emanzipatorische Dynamiken entwickelt und bestehen bereits mit eigenen Projekten in der digitalen Welt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die vom Gleichstellungsb\u00fcro der Stadt Paderborn ausgerichteten Veranstaltungen zum&nbsp;<em>diesj\u00e4hrigen Weltfrauentag<\/em>&nbsp;(https:\/\/www.paderborn.de\/rathaus-service\/stadtverwaltung\/gleichstellungsstelle\/aktuelles\/internationaler-frauentag-2020.php) besch\u00e4ftigen sich mit diesen Themen. Ein Besuch lohnt sich auch deshalb, weil neben der kritisch-differenzierten Auseinandersetzung mit diesen Fragen dort ebenso kreative Antworten, Angebote und Ideen gesponnen und diskutiert werden, um Freiheit, Gerechtigkeit und&nbsp;<em>Empowerment<\/em>&nbsp;auch in der digitalen Welt nachhaltig erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-blue-color has-text-color\">Dr. Anne Weber ist Kollegiatin im Graduiertenkolleg &#8222;Kirche-Sein in Zeiten der Ver\u00e4nderung&#8220; an der Theologischen Fakult\u00e4t Paderborn. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitales Empowerment? Ob in der Industrie, der Wirtschaft, im Bereich Kultur oder im Bildungskontext \u2013 ohne digitales Marketing, digitale Medien, digitale Netzwerke und digitale Kommunikation scheint unser Alltag, unsere Arbeit nicht mehr denkbar. 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