{"id":1840,"date":"2025-06-27T13:55:03","date_gmt":"2025-06-27T11:55:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1840"},"modified":"2025-06-27T13:55:03","modified_gmt":"2025-06-27T11:55:03","slug":"das-lukasevangelium-endzeitlich-betrachtet-eine-skizze-zur-lukanischen-eschatologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2025\/06\/27\/das-lukasevangelium-endzeitlich-betrachtet-eine-skizze-zur-lukanischen-eschatologie\/","title":{"rendered":"Das Lukasevangelium \u201eendzeitlich\u201c betrachtet. Eine Skizze zur lukanischen Eschatologie"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1840 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1840')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1840').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Die christliche Systematische Theologie hat verschiedenste eschatologische Theorien und Modelle entworfen, die nicht selten ihren Ausgangspunkt in den biblischen Texten haben. Aber auch biblische Texte sind in der Frage nach der Auferstehung der Toten nicht einig &#8211; auch, weil sie eben keine systematische Theologie entwickeln. Einig sind sie &#8211; fu\u00dfend auf den Heilsvorstellungen im Judentum &#8211; in ihrer endzeitlichen Hoffnung, die sich mit dem Beginn einer neuen Welt (eines neuen \u00c4ons) verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Vorstellung entfaltet das Lukasevangelium (LkEv), das ca. in der 2.\/3. Generation von Christusgl\u00e4ubigen um 80\/90 n. Chr. entstanden ist. Lukas steht in der Situation, dass die sich nach Jesu Tod entwickelnde Erwartung seiner unmittelbaren Wiederkunft mit dem Beginn der angek\u00fcndigten Heilszeit noch immer nicht eingesetzt hat. Er formuliert gegen\u00fcber seinen Vorg\u00e4ngern Markus und Paulus deshalb eine andere Eschatologie, und zwar mittels Aussagen, die er Jesus t\u00e4tigen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorausgesetzt ist, dass Lukas zeigen m\u00f6chte, wie sich die Bundesgeschichte Gottes mit Israel bzw. mit der Welt erf\u00fcllt: Gottes Wirken in der Welt zeigt sich im Wirken Jesu, was bereits in den Verhei\u00dfungen der Geburtsgeschichte (Lk 1-2) angelegt ist, mit dem Auftreten von Johannes dem T\u00e4ufer in Lk 3 zur Begr\u00fcndung einer Erneuerungsbewegung Israels in Vorbereitung der K\u00f6nigsherrschaft Gottes mit Jesus als Leiter vorbereitet wird und mit Jesu programmatischer Antrittsrede (Lk 4) beginnt. Darin bezieht der lk Jesus die prophetischen Selbstaussagen aus dem Jesajabuch (Jes 61,1f.; 58,6) in aktualisierender Lekt\u00fcre auf sich selbst (Lk 4,18f.): auf ihm ruht der Geist, den Armen verk\u00fcndet er die frohe Botschaft, er ruft Freiheit aus und heilt Blinde. Einerseits wird deutlich, welche sozialen Auswirkungen Jesu Wirken hat, wenn er z.B. die \u00c4nderung des Schicksals der Armen ank\u00fcndigt. Andererseits zeigt sich in Jesu Wirken an den Marginalisierten (Lk 4-8), dass in seinem Wirken die K\u00f6nigsherrschaft Gottes anf\u00e4nglich anbricht, sodass zun\u00e4chst konstatiert werden kann: Eschatologie dr\u00fcckt sich im LkEv in der Bindung der Gottesherrschaft an Jesus aus (pr\u00e4sentische Eschatologie).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es so einfach aber nicht ist, weil in Jesu Wirken die K\u00f6nigsherrschaft Gottes zwar<em> angebrochen<\/em>, <em>aber<\/em> <em>nicht vollendet<\/em> ist, ihre Erf\u00fcllung mit der Wiederkunft Jesu (als Menschensohn) gar noch aussteht, erl\u00e4utert Lk im Gespr\u00e4ch Jesu mit den Pharis\u00e4ern in Lk 17,21-24 (futurische Eschatologie). Diese Vorstellung gestaltet Lukas verschiedentlich aus, insbesondere in den jesuanischen Gleichnissen (exemplarisch Lk 16,19-31; 19,11-27) aber auch in der sog. Endzeitrede (Lk 21,5-36).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden (Lk 19,11-27) liest sich mit Blick auf die Verz\u00f6gerung der Wiederkunft Jesu entsprechend der Erfahrung der lk Gemeinde in der 2.\/3. Generation: Sich um unbestimmte Zeit verz\u00f6gernd, gilt es, die Zwischenzeit bis zum Weltende zu gestalten. In der Frage des Gestaltungs-WIEs kommen ethische Aspekte in den Blick, denn nach dem LkEv hat das Verhalten im irdischen Leben Konsequenzen f\u00fcr das Leben in der K\u00f6nigsherrschaft Gottes. Das bildet auch das Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann in Lk 16,19-31 ab, wobei sich der Fokus mit Blick auf das Leben und Verhalten im Diesseits auf das Gericht und die Umkehr verschiebt. Es wird eine Umkehr der Verh\u00e4ltnisse angek\u00fcndigt: Wer in diesem Leben arm ist, wird im kommenden reich sein. Auch das erfordert ethische und soziale Konsequenzen f\u00fcr das Diesseits, denn <em>Jetzt<\/em> entscheidet sich die Zukunft f\u00fcr die Anh\u00e4nger:innen Jesu, und zwar in der Ausrichtung des Handelns jedes bzw. jeder Einzelnen. Darin tritt ein starkes Interesse am individuellen Schicksal nach dem Tod hervor, wobei Lukas mit einem individuellen Sterben vor der Parusie rechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Hoffnungsperspektive bietet (auch) die Endzeitrede Lk 21,5-36, selbst wenn die Ank\u00fcndigung von Bedr\u00e4ngnissen und Verfolgung auf den ersten Blick wenig hoffnungsvoll scheinen. In einem Gespr\u00e4ch mit den J\u00fcngern k\u00fcndigt Jesus Zeichen der Endzeit an, er\u00f6ffnet aber, dass das Ende der Welt nicht Zerst\u00f6rung, sondern die Vollendung von Gottes Plan ist, der die Wiederkunft des Menschensohnes (Jesu Christi) mit sich bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt festzuhalten? \u2013 Pointe lukanischer Eschatologie ist die Ermahnung, angesichts der Ungewissheit des Zeitpunktes der Parusie (d.h. der Wiederkunft Jesu Christi) in steter Bereitschaft und Wachsamkeit zu leben und entsprechende ethische Konsequenzen im Umgang miteinander zu ziehen\u2026 Eine Vorstellung, die insbesondere in Bezug auf ihre Folgerungen ethischen und sozialen Handelns auch heute noch tragf\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"453\" height=\"563\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/06\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1841\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/06\/image.png 453w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/06\/image-241x300.png 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2025\/06\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1842\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bilder von privat (S.B.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-b901fd84d88b174b600c6734025cea51 wp-block-paragraph\">Dr. Saskia Breuer ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Katholische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eschatologie bezeichnet in der traditionellen christlichen Theologie (gem\u00e4\u00df seiner \u00dcbersetzung) \u201edie Lehre von den letzten Dingen\u201c und bezieht sich grob auf die Vorstellungen von Tod, Auferstehung und dem menschlichen Schicksal nach dem Tod. 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