{"id":180,"date":"2020-02-28T09:36:58","date_gmt":"2020-02-28T08:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=180"},"modified":"2021-11-26T08:50:49","modified_gmt":"2021-11-26T07:50:49","slug":"alles-koennte-anders-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2020\/02\/28\/alles-koennte-anders-sein\/","title":{"rendered":"Alles k\u00f6nnte anders sein!"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_180 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_180')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_180').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Gem\u00e4\u00df seinem Leitsatz <em>Die Welt ist zum Ver\u00e4ndern da, nicht zum Ertragen<\/em>&nbsp;macht er auf die Handlungsspielr\u00e4ume aufmerksam, die jede und jeder von uns in ihren und seinen t\u00e4glichen Lebensvollz\u00fcgen hat. Dabei predigt er keinen asketischen Weltverzicht, sondern m\u00f6chte Lust machen, Neues auszuprobieren, neue Wege zu gehen, utopisch zu denken, zu f\u00fchlen und zu handeln. Beispiele konkreten guten Gelingens untermauern seinen Imperativ.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vermute, dass er Religionen und Theologien nicht unbedingt als seine nat\u00fcrlichen Verb\u00fcndeten versteht, da sie nicht Gegenstand seiner Reflexionen zu sein scheinen, ihnen vielleicht sogar skeptisch gegen\u00fcbersteht. Warum ist das so?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was sagt es \u00fcber Religionen und Theologien aus, wenn sie von ihm, einem Sozialpsychologen und Soziologen nicht als vielversprechende Ressource f\u00fcr das Projekt <em>lebensbejahende Zukunft<\/em>&nbsp;wahrgenommen werden? Dass er auf diesem Auge vielleicht blind ist und die vielen kreativen lebensbejahenden Praktiken religi\u00f6s motivierter Menschen und entsprechende Elemente theologischer Schriften nicht wahrnimmt? Oder dass Religionen und Theologien sich vielleicht noch nicht gut genug unter diesem Aspekt in der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren? Oder k\u00f6nnen sie vielleicht den dr\u00e4ngenden Fragen der Zeit derzeit nicht inspirierend genug begegnen? Oder kann es auch daran liegen, dass wir Menschen, die Tr\u00e4gerinnen und Tr\u00e4ger von Religionen und Theologien und ihre Gestalterinnen und Gestalter, wie so viele anderen Menschen auch, so in unseren Alltagsvollz\u00fcgen gebunden sind, dass wir kaum Zeit, Mu\u00dfe und Energie versp\u00fcren, utopisch zu denken, zu f\u00fchlen und zu handeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich ist es von Allem etwas und das ist ausgesprochen schade. Denn es geh\u00f6rt eigentlich zu den nat\u00fcrlichen Kompetenzen von Religionen und Theologien, die Menschen zu ermutigen, \u00fcber ihr eigenes Interesse hinaus f\u00fcr das Gemeinwohl aller einzustehen. Ihre Quellentexte und erinnerten Pers\u00f6nlichkeiten legen in zu gro\u00dfer Breite und Intensit\u00e4t Zeugnis genau davon ab, um sie zu ignorieren; n\u00e4mlich davon, wie neue Wege zu wagen, das friedensstiftende und emanzipatorische Potenzial von Religionen wecken kann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2020\/02\/light-bulbs-1125016_1920-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182\" width=\"352\" height=\"198\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir sollten uns diese Geschichten erz\u00e4hlen. Denn nur so bewahren wir sie und antiquiren sie nicht. Geschichten haben, so meine ich, das Potenzial, das, was der Philosoph G\u00fcnther Anders <em>moralische Fantasie<\/em>&nbsp;genannt hat, anzuregen. Moralische Phantasie ist f\u00fcr ihn die F\u00e4higkeit, zum einen die Folgen von derzeitig zu beobachteten Fehlentwicklungen empathisch zu antizipieren (und damit versteht er sie als eine Schl\u00fcsselkompetenz f\u00fcr existenziell wahrnehmbare Verantwortung) und zum anderen verbindet er mit dem Begriff der moralischen Phantasie die Bef\u00e4higung, F\u00e4den in eine noch unbekannte, da noch nicht existente, bessere Welt zu spinnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dort, wo gesellschaftliche Utopien und religi\u00f6se eschatologische Vorstellungen von einem guten Ausgang sich kreuzen, k\u00f6nnen, so meine ich, spannende Synergien entstehen. Warum sollten wir da nicht anfangen zu spinnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-blue-color has-text-color\">Jun.-Prof. Dr. Muna Tatari ist Juniorprofessorin f\u00fcr Islamische Systematische Theologie\/ Kalam am Institut f\u00fcr Islamische Theologie der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade lese ich ein Buch von Harald Welzer: Alles k\u00f6nnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie f\u00fcr freie Menschen. Mutig, phantasievoll und bisweilen k\u00fchn entwirft er positive Zukunftsszenarien, die auf einer genauen Analyse der bestehenden gesellschaftlichen Ungleichgewichte und \u00f6kologischen Herausforderungen beruhen. 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