{"id":1729,"date":"2024-11-29T01:26:53","date_gmt":"2024-11-29T00:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1729"},"modified":"2024-12-06T15:58:50","modified_gmt":"2024-12-06T14:58:50","slug":"uebergaenge-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/11\/29\/uebergaenge-gestalten\/","title":{"rendered":"\u00dcberg\u00e4nge gestalten"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1729 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1729')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1729').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/zekkblog\\\/2024\\\/11\\\/29\\\/uebergaenge-gestalten\\\/\",\"post_id\":1729,\"post_title_referrer_track\":\"%C3%9Cberg%C3%A4nge+gestalten\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>\n<p>Als Religionsp\u00e4dagogin und Praktische Theologin bin ich besonders sensibilisiert f\u00fcr Ritualtheorie. Deshalb nehme ich \u00dcberg\u00e4nge von einer Zeit in die andere immer besonders intensiv wahr und sie regen mich zur Reflexion an. Nun befinde ich mich selbst in einem \u00dcbergang, denn die Doktorarbeit ist abgegeben und die Zeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin endet bald. Auch jenseits von meiner individuellen Situation erlebe ich \u00dcberg\u00e4nge. Gerade wechselt der Herbst in den Winter, evangelisch endet mit dem Toten- oder Ewigkeitssonntag das alte Kirchenjahr und am kommenden Sonntag wird am ersten Adventssonntag der Beginn des neuen Kirchenjahres gefeiert, als Ankunftserwartung vor Weihnachten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberg\u00e4nge vollf\u00fchren Menschen st\u00e4ndig, nicht nur jahreszeitenbezogen oder religi\u00f6s. Gerade f\u00fchlt es sich politisch so an, als w\u00e4ren wir kollektiv mitten in einer \u201erite de passage\u201c (vgl. Arnold van Genneps Aufteilung in Abl\u00f6sungs-, Zwischen- und Integrationsphase oder Victor Turners rituelles Dazwischen). Wir sp\u00fcren die Liminalit\u00e4t, den \u00dcbertrittsprozess von einem nicht mehr vorhandenen Zustand in einen mit Erwartungen oder \u00c4ngsten verbundenen, unbekannten zuk\u00fcnftigen Zustand. In Deutschland ist die eine Bundesregierung nicht mehr vollst\u00e4ndig im Amt, die neue Bundesregierung wird erst im Februar gew\u00e4hlt. Auf globaler Ebene sind Menschen weltweit seit dem eindeutigen US-Wahlergebnis am 5. November in (an)gespannter Erwartung der offiziellen Ernennung des neu gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Ende Januar. Wir wissen nicht genau, was uns in der neuen politischen Zeit, in der neuen Phase erwartet und k\u00f6nnen lediglich versuchen, den \u00dcbergang aufmerksam mitzuverfolgen und die Initiationsrituale, die politisch sehr gezielt inszeniert werden, zu reflektieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch universit\u00e4r gibt es st\u00e4ndig mehr oder weniger rituell begangene \u00dcberg\u00e4nge, sei es f\u00fcr Studierende, Lehrende, Menschen in Qualifikationsphasen oder nicht-wissenschaftliche Mitarbeitende. Die Immatrikulation in einen Studiengang geh\u00f6rt f\u00fcr Abiturient*innen oft zum \u00dcbergang von der Jugend in das junge Erwachsenenalter. Das Ende des Bachelors ist f\u00fcr viele Studierende zugleich der Beginn des Masters, das Praxissemester stellt gerade f\u00fcr Lehramtsanw\u00e4rter*innen den \u00dcbergang des Erwerbs von Theoriewissen zu Praxisanwendung dar (vgl. Malte Klings Dissertation von 2017 \u201eDas Praxissemester als \u00dcbergang. Eine praktisch-theologische Untersuchung des Rollenwechsels von Studierenden zu Lehrenden\u201c). Lehrende erleben sehr bewusst den Anfang und das Ende der Vorlesungszeit als \u00dcberg\u00e4nge; ersterer bedeutet mehr Zeit in Seminarr\u00e4umen und H\u00f6rs\u00e4len, letzterer bringt Lehrende durch Korrekturen von Studienleistungen und eigene Forschung mehr an die Schreibtische. Auch Promovierende oder Habilitierende erleben \u00dcbergangsphasen, wenn z. B. die Doktorarbeit oder Habilitationsschrift abgegeben ist, aber die Disputation oder der Habilitationsvortrag noch bevorsteht. Ein*e neue*r Mitarbeiter*in kommt, gibt einen Einstand, w\u00e4hrend eine andere Person ein Institut verl\u00e4sst und sich nach der Schl\u00fcsselabgabe neuen Zielen widmet. Selbst solche profane \u00dcbergangskommunikation wie die wiederkehrende Mail des Pr\u00e4sidiums zu Jahresendregelungen mit Bestellschluss, Abrechnungshinweisen und Schlie\u00dfzeiten k\u00f6nnen insofern rituellen Wert haben, da sie jedes Jahr vom Alten ins Neue weisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese \u00dcberg\u00e4nge werden von Menschen an der Universit\u00e4t performt, teils bewusst zelebriert \u2013 wie das 15. Jubil\u00e4um des ZeKKs \u2013 , teils nur individuell oder in kleinem Kreis wahrgenommen. Angesichts der Vielzahl der universit\u00e4r wie global erlebten \u00dcberg\u00e4nge bietet es sich m. E. theologisch und kulturwissenschaftlich an, den Wert des bewussten Gestaltens und Reflektierens der Rituale im Kleinen wie im Gro\u00dfen herauszustellen. Denn wir gewinnen durch das bewusst performte Erleben von \u00dcberg\u00e4ngen nicht nur Halt; wir k\u00f6nnen Kraft sch\u00f6pfen aus Wiederkehrendem und Gemeinschaft f\u00f6rdern, statt nur auf das Ungewisse zu warten. Auf dass wir uns alle immer wieder bewusst machen, welche Schwellen wir individuell oder institutionell \u00fcberschreiten!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1730\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280-450x300.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/crosswalk-3712127_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>#Rituale #\u00dcberg\u00e4nge #Gestalten #ZeKK-Jubil\u00e4um #Kirchenjahr<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-ccb8fd4fd9ce036a97775e0eb8e54d08\">Anne Breckner ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Evangelische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Religionsp\u00e4dagogin und Praktische Theologin bin ich besonders sensibilisiert f\u00fcr Ritualtheorie. Deshalb nehme ich \u00dcberg\u00e4nge von einer Zeit in die andere immer besonders intensiv wahr und sie regen mich zur Reflexion an. Nun befinde ich mich selbst in einem \u00dcbergang, &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/11\/29\/uebergaenge-gestalten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9271,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1729","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9271"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1729"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1729\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1737,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1729\/revisions\/1737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}