{"id":1725,"date":"2024-11-22T07:54:16","date_gmt":"2024-11-22T06:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1725"},"modified":"2024-11-22T07:54:16","modified_gmt":"2024-11-22T06:54:16","slug":"die-schwestern-vom-kostbaren-blut-in-paderborn-neuenbeken-und-die-aufarbeitung-ihrer-kolonialen-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/11\/22\/die-schwestern-vom-kostbaren-blut-in-paderborn-neuenbeken-und-die-aufarbeitung-ihrer-kolonialen-vergangenheit\/","title":{"rendered":"Die \u201eSchwestern vom Kostbaren Blut\u201c in Paderborn Neuenbeken und die Aufarbeitung ihrer kolonialen Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1725 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1725')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1725').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Bei dieser Besch\u00e4ftigung st\u00f6\u00dft man sehr rasch auf die zahlreichen Missionsorden, die in und um Paderborn ans\u00e4ssig waren und von hier aus Ihre Missionar*innen in alle Welt ausgesandt haben, z.B. die Jesuiten. Es gab aber auch Frauen-Missionsorden in der Region. In Neuenbeken siedelten sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg die Schwestern vom kostbaren Blut an, die 1885 im Kloster Mariannhill in S\u00fcdafrika gegr\u00fcndet worden waren. Sie unterhalten in Neuenbeken bis heute auch ein Missionsmuseum mit Mitbringseln, Geschenken und anderen Gegenst\u00e4nden aus ihren Einsatzorten auf der ganzen Welt, das nach Anmeldung besichtigt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der ersten Kontaktaufnahme von Seiten des Arbeitsbereichs Neuere\/Neueste Geschichte stellte sich schnell heraus, dass die Schwestern gro\u00dfes Interesse an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung ihrer Geschichte haben. Mehrmals konnten wir sie mit Studierenden besuchen, das Museum studieren und ins Gespr\u00e4ch \u00fcber die Mission in Vergangenheit und Zukunft kommen. Dieser Austausch war und ist gepr\u00e4gt von gegenseitigem Respekt und Interesse, so unterschiedlich die Teilnehmenden auch sind. Immer wieder scheinen aber auch die Schwierigkeiten durch, die die Auseinandersetzung mit den kolonialen Verstrickungen der Mission f\u00fcr die Schwestern bedeutet, z.B. wenn es um das uns heute ganz fremde Missionsverst\u00e4ndnis am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts geht oder um die Sprache der ordenseigenen Publikationen in der Zeit des Nationalsozialismus: F\u00fcr die Schwestern ist die Erinnerung an ihre Gr\u00fcndung und die fr\u00fchen Jahre wichtiger Teil ihrer Identit\u00e4t, und so ist es eine echte Herausforderung, Strukturen und Praktiken kritisch aufzuarbeiten, dem sich die Schwestern jedoch engagiert stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir als Historiker*innen die Vergangenheit des Ordens erforschen wollen, dann brauchen wir dazu Quellen. Einiges davon liegt publiziert vor, z.B. in dem reich bebilderten Band \u201eGute Erde. Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Pionierinnen: 1885 \u2013 1910\u201c von Schwester Annette Buschgerd aus dem Jahr 2017. Dar\u00fcber hinaus teilte die Autorin auch Exzerpte aus Quellen mit uns, die sie im Ordensarchiv im Mutterhaus im niederl\u00e4ndischen Aarle-Rixtel angefertigt hat. Zuletzt stellten die Schwestern uns sogar ihre Best\u00e4nde von zwei Missionszeitschriften zur Digitalisierung zur Verf\u00fcgung: die \u201eCaritas-Bl\u00fcten\u201c und das \u201eVergissmeinnicht\u201c. F\u00fcr die erste ist die Digitalisierung durch die Universit\u00e4tsbibliothek Paderborn inzwischen abgeschlossen, f\u00fcr die zweite wird das in K\u00fcrze der Fall sein. Die Zeitschriften liegen nun also \u00fcber der Katalog der UPB elektronisch vor und sind nutzbar f\u00fcr die historische Forschung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dieser Basis und unterst\u00fctzt von Schwester Annette konnte die Studentin Aminah Schneider einen Blogbeitrag <a href=\"https:\/\/paderborn-postkolonial.de\/beitraege\/missionsschwestern-vom-kostbaren-blut-mariannhiller-missionsschwestern-neuenbekens-rolle-in-der-mission\/\">Missionsschwestern vom Kostbaren Blut (Mariannhiller Missionsschwestern): Neuenbekens Rolle in der Mission<\/a> schreiben. Au\u00dferdem sind inzwischen eine Masterarbeit und eine Bachelorarbeit in Arbeit, deren Ergebnisse wir mit Spannung erwarten. Mit dem Seminar \u201eMission und Kolonialismus im 19. Jahrhundert\u201c (Prof. Dr. Nicole Priesching\/Prof. Dr. Korinna Sch\u00f6nh\u00e4rl) werden wir die Schwestern auch bald schon wieder besuchen \u2013 Interessierte k\u00f6nnen sich dieser Exkursion gerne anschlie\u00dfen und sich bei Korinna Sch\u00f6nh\u00e4rl dazu anmelden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"346\" height=\"211\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/grafik-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1726\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/grafik-3.png 346w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/11\/grafik-3-300x183.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Text zum Foto:<\/strong> Sr. Philippine und die ersten missionierten Sch\u00fclerinnen der Missionsniederlassung Mariannhill 1885: Die bewusst arrangierte Anordnung hebt die zentrale Rolle der Schwester hervor, w\u00e4hrend die Sch\u00fclerinnen in gereihter Formation die<br>eindeutigen Hierarchien verdeutlichen. Quelle: Buschgerd, Gute Erde, S.31.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-77485d732adb45737114283dd4029c38 wp-block-paragraph\">Prof. Dr. Korinna Sch\u00f6nh\u00e4rl ist Professorin am Historischen Institut im Bereich Neuere und Neuste Geschichte an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Arbeitsbereich Neure\/Neueste Geschichte der Universit\u00e4t Paderborn entsteht seit 2022 ein studentischer Blog Paderborn Postkolonial, in dessen Rahmen Studierende sich mit der Aufarbeitung des kolonialen Erbes von Stadt und Region besch\u00e4ftigen. 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