{"id":1601,"date":"2024-05-31T10:01:32","date_gmt":"2024-05-31T08:01:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1601"},"modified":"2024-05-31T10:01:32","modified_gmt":"2024-05-31T08:01:32","slug":"chancen-neuer-technologien-fuer-ein-spirituelles-und-gelungenes-leben-zum-auftakt-der-ringvorlesung-anthropologie-der-digitalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/05\/31\/chancen-neuer-technologien-fuer-ein-spirituelles-und-gelungenes-leben-zum-auftakt-der-ringvorlesung-anthropologie-der-digitalisierung\/","title":{"rendered":"Chancen neuer Technologien f\u00fcr ein spirituelles und gelungenes Leben \u2013 zum Auftakt der Ringvorlesung \u201eAnthropologie der Digitalisierung\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1601 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1601')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1601').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Neue Technologien bringen nicht nur ethische Herausforderungen mit sich, sondern lassen uns auch grundlegende Fragen neu stellen: Wie verstehen wir uns als Menschen? Welche grundlegenden Eigenschaften des Menschseins sind durch die kommenden Entwicklungen in Gefahr? Welche Art von Beziehung zu anderen Menschen erachten wir als notwendig f\u00fcr ein gelungenes Leben? Das sind alles Fragen der Anthropologie, ein Fach, das sowohl in den Kulturwissenschaften als auch in Philosophie und Theologie angesiedelt ist: ein ideales Thema f\u00fcr unser Zentrum f\u00fcr Komparative Theologie und Kulturwissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch welchen Mehrwert hat es, wenn Theologinnen und Theologen sich mit diesen Fragen besch\u00e4ftigen? Erstens unterscheidet sich das Menschenbild bestimmter religi\u00f6ser Traditionen in manchen Punkten von einem s\u00e4kularen oder gar naturalistischen Verst\u00e4ndnis. Zweitens k\u00f6nnten gesellschaftlich-technologische Entwicklungen wichtige Voraussetzungen f\u00fcr den Glauben unterminieren, wie etwa Religionsfreiheit, die M\u00f6glichkeit von Spiritualit\u00e4t und Charakterformung oder Kontingenzbewusstsein.&nbsp; Drittens gibt es spezifische Herausforderung wie auch Chancen von k\u00fcnstlicher Intelligenz und virtueller Realit\u00e4ten f\u00fcr die religi\u00f6se Praxis: Kann und darf man digital Eucharistie feiern oder virtuell nach Mekka pilgern? Kann und darf man menschliche Bewusstseine technologisch verbinden, um eine religi\u00f6se Einheitserfahrung zu erlangen? Sollte man religi\u00f6se Gef\u00fchle mithilfe von spirituellen Enhancements auch denen erm\u00f6glichen, die sich als \u201ereligi\u00f6s unmusikalisch\u201c verstehen?<\/p>\n\n\n\n<p>All diesen Fragen geht die aktuelle Ringvorlesung \u201eAnthropologie der Digitalisierung\u201c des Zentrums f\u00fcr Komparative Theologie nach. Den Auftakt hierzu machte in der vergangenen Woche Professor Benedikt Schmidt von der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. Er promovierte in Freiburg bei Eberhard Schockenhoff zum Verh\u00e4ltnis von autonomer Vernunft und Offenbarung in der theologischen Ethik. Unter der Leitfrage \u201eWie kann ich der werden, der ich sein soll?\u201c stellte der Gastreferent eine m\u00f6gliche Perspektive theologischer Ethik auf die Digitalisierung vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Schmidt nannte Elon Musk \u201eeinen der gro\u00dfen Vision\u00e4re unserer Zeit\u201c. Allerdings m\u00fcsse das Versprechen der Digitalisierung, den Menschen als Objekt vision\u00e4rer Gestaltung zu betrachten, anthropologisch und ethisch eingeordnet werden. Anhand des Themenfeldes der \u00f6ffentlichen Kommunikation arbeitete Schmidt beispielhaft heraus, welche Gefahren etwa f\u00fcr die Demokratie bestehen, wenn der \u00f6ffentliche Diskurs sich in gro\u00dfen Teilen auf privatwirtschaftliche, gewinnorientierte Plattformen verlagere. Der Deutsche Ethikrat habe unmissverst\u00e4ndlich auf negative Entwicklungen hingewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine vollkommen \u201esmarte Ordnung\u201c, in welcher die Bed\u00fcrfnisse der Menschen zwar bestm\u00f6glich befriedigt w\u00e4ren, liefe der Selbstbestimmung des Menschen zuwider. Diese Selbstbestimmung des Menschen stellte Schmidt als zentrales ethisches Kriterium bei der Bewertung der Digitalisierung dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Schmidt stellte anschlie\u00dfend drei Leitbilder des guten Lebens vor: Elon Musk stand stellvertretend f\u00fcr die \u201edigitale Existenz\u201c der \u201eIngenieure\u201c; Friedrich Nietzsche wurde als Vertreter der \u201e\u00e4sthetischen Existenz\u201c der \u201eGenies\u201c herangezogen; Repr\u00e4sentant der \u201ereligi\u00f6sen Existenz\u201c der \u201eHeiligen\u201c war Jesus. Das Leitbild der \u201ereligi\u00f6sen Existenz\u201c unterscheidet sich vom Leitbild der \u201edigitalen Existenz\u201c vor allem durch die Dimension der Transzendenz, die unbedingte Affirmation der Person (auch durch Selbstliebe), das sittlich Gute als Werthorizont sowie das relationale Eingebundensein in eine Beziehungswelt. Gemeinsam seien den drei Leitbildern jeweils Formen der Selbst\u00fcberwindung.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Einsch\u00e4tzung: Technologien k\u00f6nnen uns nicht dabei helfen, eine Vorstellung des guten Lebens zu erhalten. Vielmehr besteht die Gefahr, dass verschiedene Interessengruppen versuchen, mithilfe digitaler Technologien uns Werte und Ziele zu \u201eimplantieren\u201c, die letztlich nicht zu einem gelungenen Leben f\u00fchren. Wenn wir allerdings einen klaren Kompass, klare Leitbilder, klare Vorstellungen von einem \u201eguten Leben\u201c haben \u2013 ob nun philosophisch oder religi\u00f6s begr\u00fcndet \u2013 dann k\u00f6nnen wir neue Technologien verantwortungsvoll nutzen, um diesem Ziel schrittweise n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"878\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--1024x878.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1603\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--1024x878.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--300x257.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--768x658.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--1536x1317.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--2048x1756.jpg 2048w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/05\/BloKK-Anthropologie--350x300.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-2a84cb76f6d1c8ec3997b4806eab36b3\">PD Dr. Johannes Gr\u00f6ssl vertritt aktuell die Professur f\u00fcr Systematische Theologie am Institut f\u00fcr Katholische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung bewegt uns alle, ob privat, im Lehrkontext oder im Hinblick auf die Entwicklung unserer Gesellschaft. 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