{"id":1565,"date":"2024-03-29T14:38:31","date_gmt":"2024-03-29T13:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1565"},"modified":"2024-03-30T03:24:41","modified_gmt":"2024-03-30T02:24:41","slug":"mutig-stark-beherzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/03\/29\/mutig-stark-beherzt\/","title":{"rendered":"mutig \u2013 stark \u2013 beherzt"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1565 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1565')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1565').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!\u201c (1. Kor. 16,13-14)<\/p>\n\n\n\n<p>Mutig \u2013 stark \u2013 beherzt<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt das nicht wie das laute Rufen im Walde in einer Situation, in der einem alles unheimlich wird? Ist das nicht die Form von Selbsterm\u00e4chtigung, die wir angesichts der uns umgebenden Katastrophen nun wirklich nicht gebrauchen k\u00f6nnen? Macht uns das nicht eher blind gegen\u00fcber dem, was gerade zerst\u00f6rt wird, zerbr\u00f6selt, in Aufl\u00f6sung begriffen ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Missbrauchsskandale der Kirchen bef\u00f6rdern den Vertrauensverlust in das, was wir Religion nennen \u2013 aber auch in einen Gott, in dessen Namen und Schutz Menschen gro\u00dfes Unheil angetan wurde. Die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, mit denen Religionen und Kirchen gesellschaftlich umgeben waren und mit denen sie Gesellschaften umgeben haben, sind perdu. Und wo sie sich noch behaupten, gehen sie mit Zwang und Unterdr\u00fcckung Andersglaubender einher. Die Luft f\u00fcr Religionen ist rauer geworden \u2013 weltweit. Darin liegt auch ein Gl\u00fcck, weil gelingende und befreiende Religion nun nicht mehr mit Zwang und Gewalt daherkommen kann, sondern sich in der Ohnmacht, in der Hingabe, in der Liebe zu bew\u00e4hren hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Am eigenen Leib sp\u00fcre ich diese Ver\u00e4nderungen der Gro\u00dfwetterlage, die mich bisweilen handlungs- und denkm\u00fcde machen, mich mitunter runterziehen und niedergeschlagen sein lassen. Theoretisch war mir das klar, aber ich muss es nun wieder neu lernen: Die Kirchen und die Religionen sind keine Orte, wo die besseren Menschen leben, keine Organisationen, in denen es moralisch besser zugeht als anderswo, keine Institutionen mit Vorbildcharakter. Das macht mich nicht nur betroffen, sondern bezieht mich mit ein. Denn nat\u00fcrlich w\u00e4re ich auch gerne auf der besseren Seite. Aber ich bin es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer solchen Situation werde ich von drei Adjektiven angesprochen:<\/p>\n\n\n\n<p>Mutig. Die apokalyptische Situation, in der wir uns angesichts der globalen Katastrophen befinden, raubt mir Schlaf und Hoffnung und l\u00e4sst meine Hoffnungsbilder schal werden. Was kann da helfen? Statt Hoffnung machen zu wollen hilft mir in apokalyptischen Situationen der Mut, nicht Hochmut, eher schon Wagemut und Demut: \u00dcbergang statt Untergang! Mutig werden hei\u00dft f\u00fcr mich, in un\u00fcbersichtlicher und gef\u00fchlt hoffnungsloser Situation nicht Augen und Ohren schlie\u00dfen und einschlafen oder wie angewurzelt stehen bleiben oder alles schei\u00dfegal sein oder braune Masse werden lassen, sondern weitergehen, nicht aufgeben, trotzig und getrost, umsichtig und sensibel, fehlerfreundlich und unabgeschlossen (imperfekt), barmherzig mit mir selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Stark sein \u2013 Und andere stark machen in ihren F\u00e4higkeiten. Sich gegenseitig st\u00e4rken. Gemeinschaft pflegen. All dies sind auch Aufgaben f\u00fcr die Universit\u00e4t und den dortigen Umgang miteinander. Nicht die Menschen runterputzen und ihnen zeigen, was ihnen alles noch fehlt \u2013 wer wollte sich erdreisten und behaupten, dass er oder sie das w\u00fcsste, was den anderen fehlt? Stattdessen den Blick daf\u00fcr entwickeln, mit den Ressourcen zu arbeiten, die zuhanden sind, Sachen kl\u00e4ren und Menschen st\u00e4rken, wie Hartmut von Hentig dies genannt hat. Sei stark: Lass Dich von den Schnelleren nicht aufhalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Beherzt \u2013 das ist die Kirchentags\u00fcbersetzung von \u201ein Liebe\u201c. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir k\u00fchlen Kopf bewahren angesichts dessen, was uns herausfordert. Auch daf\u00fcr ist die Universit\u00e4t da, f\u00fcr Distanz, kluge Analyse, klaren Verstand. Aber das ver\u00e4ndert die Welt noch nicht, denn wir Menschen leben von und mit unseren Gef\u00fchlen. Wir lernen am besten, wenn wir begeistert sind und nicht hirnlos etwas in uns reinpr\u00fcgeln. Wir ben\u00f6tigen Freir\u00e4ume, Experimentierfelder, Laborsituationen. Pr\u00fcfungen sind keine letzten Gerichte, sondern Gelegenheiten, Vor-Urteile zu befragen, Wahrheit zu finden und L\u00f6sungen zu kommunizieren. Wir sind und bleiben \u2013 theologisch gesprochen \u2013 immer im Vorletzten, wir sind keine letzte Generation. Nat\u00fcrlich stehen wir unter Entscheidungsdruck und befinden uns in Zeitnot. Gef\u00fchlt d\u00fcrfen wir uns \u00fcberhaupt keine Fehler mehr leisten. Und dennoch m\u00fcssen wir beherzt daf\u00fcr eintreten, dass wir Fehler machen und Umwege gehen d\u00fcrfen, dass wir im Vagen leben und schwanken k\u00f6nnen, dass wir auf Resonanz angewiesen sind und in Bewegung bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb gilt auch f\u00fcr die Universit\u00e4t:<\/p>\n\n\n\n<p>Seid mutig und seid stark. Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1567\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry-1024x1024.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry-300x300.png 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry-150x150.png 150w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry-768x768.png 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/03\/BloKK-Harry.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-90e634a32c1050ff7e4f90b1ce4800bc\">Prof. Dr. Harald Schroeter-Wittke ist Professor f\u00fcr Didaktik der Ev. Religionslehre mit Kirchengeschichte und Mitglied im Pr\u00e4sidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese drei Worte bilden die Losung des 39. Deutschen Evangelischen Kirchentags, der vom 30. April bis zum 4. Mai 2025 in Hannover stattfinden wird. Sie beziehen sich auf den Schluss des 1. 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