{"id":1525,"date":"2024-02-02T10:53:36","date_gmt":"2024-02-02T09:53:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1525"},"modified":"2024-02-02T10:53:36","modified_gmt":"2024-02-02T09:53:36","slug":"kirche-ist-nur-einmal-im-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2024\/02\/02\/kirche-ist-nur-einmal-im-jahr\/","title":{"rendered":"&#8222;Kirche ist nur einmal im Jahr&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1525 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1525')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1525').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Die im Herbst 2022 durchgef\u00fchrte Studie bildet nicht nur das Verh\u00e4ltnis zu Religion und Kirchenmitgliedschaft evangelischer Christ:innen ab, sondern hat erstmals in der Geschichte der KMU auch die katholische Gemeinschaft der Glaubenden befragt. Die Ergebnisse zur Bedeutung des Gottesdienstes d\u00fcrften allgemein nicht \u00fcberraschen. Die Zeiten, zu denen man au\u00dferhalb von Weihnachten und vielleicht noch Ostern zeitig zum Gottesdienst kommen musste, um noch einen g\u00fcnstigen Platz vor dem Lautsprecher, aber nicht hinter der S\u00e4ule, zu bekommen, sind lange vorbei. Auch wenn es nach der Coronapandemie laut Studie zu einem leichten Anwachsen der Gottesdienstbesucher:innen kam, nehmen insgesamt nur noch 8% der Katholik:innen und 3% der Protestant:innen einmal pro Woche am Gottesdienst teil. Gekoppelt ist dieses Umfrageergebnis mit der Beobachtung, dass nur noch eine Minderheit der Bev\u00f6lkerung in Deutschland den Besuch von Gottesdiensten f\u00fcr wichtig erachtet. Damit w\u00e4chst wohl auch die Erwartungshaltung an einen guten Gottesdienst: \u201eDie Menschen erwarten vom Gottesdienstbesuch vor allem ein \u00e4sthetisches Erlebnis inklusive einer intellektuell ansprechenden Predigt und moderner Sprache.\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Es sind insbesondere die sogenannten Kasualgottesdienste anl\u00e4sslich von Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen, die die Menschen noch in die Kirche locken. Nicht der Alltag selbst steht bei der Gottesdienstfeier im Vordergrund, sondern der Ausbruch aus dem Alltag: \u201e42 Prozent versprechen sich vom Kirchgang eine angenehme Unterbrechung vom Alltag.\u201c<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber man kann den Gottesdienst auch anders denken. Der russisch-orthodoxe Theologe Alexander Schmemann betonte in den 60\/70er-Jahren, dass der Gottesdienst kein Ausstieg aus dem Alltag ist, sondern bereits im Alltag beginnt \u2013 in dem Moment, wenn die Menschen sich aus ihren konkreten Lebenssituationen heraus auf den Weg in die Kirche machen. Der Gottesdienst ist Zelebration des Alltags \u2013 eine Zelebration, die an den Alltag ankn\u00fcpft und ihn gleichzeitig verwandelt, weil er mit der Freude Christi verbunden wird: \u201eA ray of sun on a gloomy factory wall, the smile on a human face, each rainy morning, the fatigue of each evening \u2013 all is now referred to this joy and not only points beyond itself, but can also be a sign, a mark, a secret ,presence\u2018 of that joy.\u201c<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um Gottesdienste nicht nur als Unterbrechung des Alltags, sondern auch als Feiern des Alltags zu begreifen, kann die Unterscheidung des katholischen Theologen Hans-Joachim H\u00f6hn weiterf\u00fchren: \u201eDas Fest hilft, den Alltag zu bew\u00e4ltigen, indem es ihn auf Zeit aufhebt. Die Feier dagegen hilft, denn Alltag zu bew\u00e4ltigen, indem sie ihn bewu\u00dft macht.\u201c<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Gottesdienste k\u00f6nnen beides sein \u2013 \u00ad Feste des Besonderen wie auch Feiern des Gew\u00f6hnlichen und sind damit eben nicht nur saisonal bedeutsam. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/kmu.ekd.de\/kmu-themen\/gottesdienst (zuletzt abgerufen am 31.1.2024).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Alexander Schmemann, For the Life of the World. Sacraments and Orthodoxy (St Vladimir\u2019s Seminary Press Classics Series; 1), New York 2018, 72.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Hans-Joachim H\u00f6hn, sp\u00fcren. Die \u00e4sthetische Kraft der Sakramente, W\u00fcrzburg 2002, 79.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"692\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280-1024x692.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1526\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280-1024x692.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280-300x203.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280-768x519.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280-444x300.jpg 444w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2024\/02\/gate-1707702_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-2e093408ff395ab134fec7bb3457cd16\">Dr. Cornelia Dockter-Verscharen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Systematische Theologie\u00a0unter besonderer Ber\u00fccksichtigung\u00a0gesellschaftlicher Herausforderungen an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Gottesdienst #Kirche #Alltag <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKirche ist nur einmal im Jahr\u201c hei\u00dft es als Aufh\u00e4nger zum Thema \u201eGottesdienst\u201c der Ende letzten Jahres ver\u00f6ffentlichten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) der Evangelischen Kirche in Deutschland. 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