{"id":1368,"date":"2023-07-28T10:12:26","date_gmt":"2023-07-28T08:12:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1368"},"modified":"2023-07-28T10:12:26","modified_gmt":"2023-07-28T08:12:26","slug":"sei-gegruesset-o-libori","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/07\/28\/sei-gegruesset-o-libori\/","title":{"rendered":"Sei gegr\u00fc\u00dfet, o Libori"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1368 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1368')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1368').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Daraus entstand das Libori-Fest, wie man es heute kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tradition nach soll 836 die gesamte Strecke von Le Mans nach Paderborn ein Pfau der Reisegruppe vorangeflogen sein und sich auf dann auf dem Paderborner Dom niedergelassen haben. Als alle den Dom betreten hatte, fiel der Pfau tot um. Dieser Mythos machte den Pfau, insbesondere seine Federn, zu einem bekannten Symbol in Paderborn. Pfauen sind generell auff\u00e4llige Tiere, gerade die Schwanzfedern und die Pr\u00e4sentation dieser sind wundersch\u00f6n anzuschauen. Es ist also kein Wunder, dass Pfauen oder seine Federn oft in Paderborn zu sehen sind: In st\u00e4dtischen Einrichtungen oder in Gesch\u00e4ften zum Beispiel. Selbst der SC Paderborn nutzt f\u00fcr die Saison 2023\/2024 stilisierte Pfauenfedern als Muster auf seinen Heimtrikots. Auch in den kirchlichen Prozessionen spiegelt sich der Pfau wider: Ein unverzichtbares Objekt in der Liturgie zum Libori-Fest ist ein gro\u00dfer Pfauenwedel. Es ist einer der wenigen noch im liturgischen Gebrauch benutzten Wedel in der katholischen Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>So erstaunlich die Verbindung eines Tieres aus dem asiatischen Raum mit einer ostwestf\u00e4lischen Stadt hat, umso normaler erscheinen die Verbindungen in Religionen, die der Herkunft der Pfauen n\u00e4her sind:<\/p>\n\n\n\n<p>In der griechischen Mythologie lie\u00df Hera durch den viel\u00e4ugigen Riesen Argus ihre Nebenbuhlerin Io beobachten, sodass ihr Gemahl Zeus nicht mit ihr verkehren konnte. Argus wird schlie\u00dflich durch eine Pan-Fl\u00f6te eingeschl\u00e4fert und get\u00f6tet. Als Erinnerung an dessen \u201eArgusaugen\u201c \u00fcberf\u00fchrt Hera diese in das Gefieder der Pfauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in persischen und islamischen Kontexten kommt der Pfau vor. Die Schwanzfedern schm\u00fccken h\u00e4ufig Abbildungen von mythischen gefl\u00fcgelten Wesen, wie etwa dem Simurgh aus der persischen Mythologie oder Buraq, dem Reittier, auf dem der Prophet Muhammad seine Himmelsreise angetreten haben soll. Pfauen sind auch h\u00e4ufig auf Malereien zu sehen. Auch hier k\u00f6nnte man noch weitere Geschichten erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Rolle spielt der Pfau im ezidischen Glauben. Gott schuf zun\u00e4chst sieben Engel, die ihn repr\u00e4sentieren und die Sch\u00f6pfung in der Folge weiter ausf\u00fchrten. Der gr\u00f6\u00dfte und ehrenvollste davon ist Melek Taus, der als Pfau dargestellt wird. Er wird als Vermittler zwischen Gott und den Menschen gesehen. Der Begr\u00fcnder des Ezidentums wird als Inkarnation Melek Taus gesehen. So wurde der Pfau zum wichtigen Symbol im Ezidentum.<\/p>\n\n\n\n<p>In Indien ist der Pfau Nationalvogel, man begegnet ihm dort in vielerlei Hinsicht. Neben \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden wird er in hinduistischen Str\u00f6mungen und anderen Erz\u00e4hlungen als Reittier von G\u00f6ttern und G\u00f6ttinnen gesehen. Zudem verzehren Pfaue junge Schlangen, sodass sie auch ganz praktische Gr\u00fcnde haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Christliche, griechische, islamische, persische, ezidische, hinduistische Kulturen: Sie alle haben ihre eigenen Geschichten, Ideen und Vorstellungen von Pfauen. \u00a0Es g\u00e4be so viel, was man sich erz\u00e4hlen k\u00f6nnte, so viele verschiedene Perspektiven, so viel Stoff f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, fu\u00dft die Paderborner Pfauensage auf der Reliquien\u00fcberf\u00fchrung des hl. Liborius aus Le Mans nach Paderborn, die genauen Umst\u00e4nde sind aber unklar. Was hingegen klar ist: Seit 836 sind die St\u00e4dte Le Mans und Paderborn miteinander verbunden. Damit ist es die \u00e4lteste noch erhaltene St\u00e4dtepartnerschaft europaweit. Vielleicht vermag auf diese Weise der hl. Liborius mit der Pfauensage nicht nur ein Vermittler zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen Kirche und Welt, sondern auch zwischen Religionen sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280-1024x681.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1369\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280-300x199.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280-768x511.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280-451x300.jpg 451w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/07\/peafowl-ga61a9f78f_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Benedikt K\u00f6rner ist Referent f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog sowie Sekten- und Weltanschauungfragen des Erzbistums Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Libori #Paderborn #Pfau #interreligi\u00f6s<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche wird in Paderborn Libori gefeiert. 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