{"id":1301,"date":"2023-05-19T11:33:07","date_gmt":"2023-05-19T09:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1301"},"modified":"2023-05-19T11:56:40","modified_gmt":"2023-05-19T09:56:40","slug":"ein-gemeinsames-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/05\/19\/ein-gemeinsames-wort\/","title":{"rendered":"Ein gemeinsames Wort"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1301 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1301')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1301').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Ohne diese Grundlage w\u00e4re es undenkbar, dass sich heute sogar ein Papst von muslimischen Gespr\u00e4chspartnern in seinen Schriften inspirieren l\u00e4sst und dies explizit herausstellt.<a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Dabei verl\u00e4uft der Dialog auf h\u00f6chster kirchlicher Ebene nicht ohne Irritationen. Im Jahr 2006 war es die Erinnerung an ein Gespr\u00e4ch zwischen zwei Protagonisten des 14. Jahrhunderts, die diese wertsch\u00e4tzende Gespr\u00e4chsgrundlage auf die Probe stellte. In seiner ber\u00fchmten <a href=\"https:\/\/epub.uni-regensburg.de\/406\/1\/Papstredeneu.pdf\">Regensburger Rede<\/a> hatte Benedikt XVI. sich darauf bezogen, um das Verh\u00e4ltnis von Glaube und Vernunft zu illustrieren. Dabei ging es ihm offenkundig weniger um interreligi\u00f6se Fragen, und er selbst hat im R\u00fcckblick deutlich gemacht, dass die Zitate nicht seine eigene Position spiegeln sollten. Dennoch ist es kaum verwunderlich, dass die Rede Benedikts XVI., der zu diesem Zeitpunkt nicht l\u00e4nger Regensburger Professor, sondern Papst war, zu Emp\u00f6rung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den vielen deutlichen, teils protestierenden, teils erkl\u00e4renden Reaktionen ragte eine heraus, die bis heute Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Ein Jahr nach der Papstrede, im Herbst 2007, unterzeichneten 138 muslimische Gelehrte einen Offenen Brief an Benedikt XVI. und andere Kirchenf\u00fchrer unter dem koranisch inspirierten Titel <a href=\"https:\/\/www.acommonword.com\/the-acw-document\/\">&#8222;A Common Word Between Us and You&#8220;<\/a>. Der Text ist keine polemische Erwiderung, sondern eine Einladung, sich an einen gemeinsamen Grund zu erinnern, ohne Unterschiede zwischen den Religionen zu verwischen. Er tut dies, indem er das Thema prominent in den Mittelpunkt r\u00fcckt, das auch Benedikt XVI. in seiner viel beachteten ersten <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est.html\">Enzyklika Deus Caritas Est<\/a> als \u201eMitte des christlichen Glaubens\u201c herausgestellt hatte: Liebe. So erinnert das Dokument an die Verpflichtung aller Gl\u00e4ubigen, sich f\u00fcr den Frieden zu engagieren und h\u00e4lt fest: \u201eThe basis for this peace and understanding already exists. It is part of the very foundational principles of both faiths: love of the One God, and love of the neighbour.\u201c<a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Das \u201eA Common Word\u201c-Dokument nimmt dabei auch das Judentum in den Blick und ist weit davon entfernt, Unterschiede zwischen den Religionen weichzusp\u00fclen: \u201eWhilst Islam and Christianity are obviously different religions &#8211; and whilst there is no minimising some of their formal differences &#8211; it is clear that the&nbsp;<em>Two Greatest Commandments<\/em>&nbsp;are an area of common ground and a link between the Qur\u2019an, the Torah and the New Testament.\u201c<a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Gerade bleibenden Differenzen wertsch\u00e4tzend begegnen zu k\u00f6nnen, ist ein Grundanliegen Komparativer Theologie, und auch hier kann die vom Offenen Brief betonte Liebe geeignete Erinnerung sein, nicht vorschnelle Vereinnahmung, sondern Anerkennung des Anderen anzuzielen.<a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wohl kein Zufall, dass der Hauptautor des Offenen Briefes <a href=\"https:\/\/www.acommonword.com\/the-genesis-of-a-common-word-acw\/\">Offenen Briefes<\/a>, H.R.H. Prinz Ghazi bin Muhammad, Philosophieprofessor und Berater des jordanischen K\u00f6nigs in religi\u00f6sen Fragen, bereits seine Doktorarbeiten dem Thema der Liebe gewidmet hat. Vom 12. Bis 14. Juni wird er in den Bonner Annemarie-Schimmel-Lectures seine j\u00fcngsten Forschungen dazu einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorstellen. Anmeldungen sind noch m\u00f6glich. F\u00fcr die Paderborner und Bonner Zentren der Komparativen Theologie kann dies eine Inspiration sein, die Zusammenarbeit zu vertiefen und sich vom Geist des Offenen Briefes anregen zu lassen. Dessen Schlusssatz lautet: \u201eSo let our differences not cause hatred and strife between us. Let us vie with each other only in righteousness and good works. Let us respect each other, be fair, just and kind to another and live in sincere peace, harmony and mutual goodwill.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;So Papst Franziskus in seiner Enzyklika&nbsp;<em>Fratelli Tutti<\/em>&nbsp;(https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html), 5.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;A Common Word,&nbsp;Summary and Abridgement.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;A Common Word, III.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/\/B2231EC3-E288-4070-A2B7-1147F47829FB#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. dazu Klaus von Stosch, Komparative Theologie als Wegweiser in der Welt der Religionen, Paderborn 2012, 97f.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/05\/Poster-A3_CTSI_RZ-3.pdf\" alt=\"\" class=\"wp-image-1308\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Lukas Wiesenh\u00fctter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Systematische Theologie unter besonderer Ber\u00fccksichtigung gesellschaftlicher Herausforderungen der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>#commonword #PrinzGhazibinMuhammad #Liebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Haltung der Kirche zum Islam zeichnet sich seit dem Zweiten Vatikanum durch \u201eHochachtung\u201c aus. 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