{"id":1271,"date":"2023-04-14T11:08:01","date_gmt":"2023-04-14T09:08:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1271"},"modified":"2023-04-14T13:34:32","modified_gmt":"2023-04-14T11:34:32","slug":"osterwege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/04\/14\/osterwege\/","title":{"rendered":"Osterwege"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1271 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1271')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1271').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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In diesen Osterevangelien, die aus dem Osterzyklus des Johannesevangeliums stammen, geht es um vision\u00e4re Erfahrungen, die angesichts von Tod das Leben verk\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Davor und jeweils zu Beginn spiegelt sich jedoch in den Evangelienerz\u00e4hlungen die Karfreitagskrise \u2013 der ersehnte Messias ist tot, seine Anh\u00e4ngerschaft orientierungslos und ver\u00e4ngstigt, die erwachten Hoffnungen auf ein neues Leben scheinen zerschlagen. Alles aus und vorbei?<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Verlust eines geliebten Menschen bricht stets eine Welt zusammen. Wo kann es da Hoffnung geben? Kann es weitergehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ostern zeigt gegen\u00fcber den Todes- und Krisenerfahrungen einen Neuanfang auf \u2013 Aufbr\u00fcche angesichts von Tod und Scheitern, verschiedene Wege und Erfahrungen eines tiefer blickenden \u201eSehens\u201c, inspirierende Begegnungen, vision\u00e4re Zeugnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Osterzyklus des Johannesevangeliums sind verschiedene Ostererfahrungen erz\u00e4hlerisch verdichtet an zun\u00e4chst einem einzigen Tag. An diesem \u201eersten Tag\u201c der Woche \u2013 der in Entsprechung zur Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung (vgl. Gen 1,5) gleichsam eine neue Sch\u00f6pfung einl\u00e4utet \u2013 kommt am fr\u00fchen Morgen Maria von Magdala zum Grab. Es herrscht Finsternis, sie sucht nach einem Toten. Noch in der Nacht machte sie sich auf den Weg, wie im Hohelied die Liebende ihren Geliebten sucht (Hld 3,1-4). Dann aber ist sie irritiert: der Stein ist weg \u2013 ist auch \u201eder Herr\u201c weg, f\u00fcr immer verloren? Gibt es nicht einmal mehr einen Haftpunkt f\u00fcr die Erinnerung? Ihre Nachricht l\u00e4sst Petrus und \u201eden J\u00fcnger, den Jesus liebte\u201c, ebenfalls zum Grab laufen. Letzterer kommt aufgrund der Zeichen, die er vorfindet, zum \u00f6sterlichen \u201eSehen\u201c \u2013 doch er kehrt mit Petrus \u201enach Hause zur\u00fcck\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend macht Maria von Magdala ihre eigene \u201eSehenserfahrung\u201c in der Begegnung mit dem Auferstanden (es ist schade, dass in der liturgischen Praxis vielerorts der Auferstandene nach dem Wettlauf der beiden J\u00fcnger keinen Auftritt mehr erh\u00e4lt und auch das wichtige Zeugnis der ersten Apostelin ungeh\u00f6rt bleibt). F\u00fcr diese Begegnungserfahrung ist eine doppelte Wende der Weinenden und Klagenden vom Grab als Ort der Trauer n\u00f6tig, bis sie den Lebendigen \u2013 den sie in ihrem beredten Missverst\u00e4ndnis als \u201eH\u00fcter des Gartens\u201c tituliert \u2013 erkennt. Bei dieser begl\u00fcckenden Erfahrung soll sie aber wiederum nicht stehen bleiben (es geht nicht um ein Ber\u00fchrungsverbot), sondern erh\u00e4lt einen Auftrag. Ihre Verk\u00fcndigung der Osterbotschaft, die in der Formulierung \u201eich habe den Herrn gesehen\u201c an prophetische Beauftragungsvisionen erinnert (vgl. z.B. Jes 6), bildet den Auftakt zur Osterwoche.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Erz\u00e4hlduktus l\u00e4sst ihr Osterbekenntnis den Auferstandenen in der Mitte der Gemeinschaft der noch ver\u00e4ngstigten J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger gegenw\u00e4rtig werden \u2013 die \u201eam Abend dieses ersten Tages\u201c dann eine analoge Erfahrung machen, welche ihre Trauer und Furcht in inspirierte Freude verwandelt. So erf\u00fcllt sich Marias Sendung. Wer k\u00f6nnte heute die Rolle der vision\u00e4ren Prophetin und Apostelin in krisengesch\u00fcttelter Gesellschaft und Glaubensgemeinschaft einnehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Von dieser gemeinschaftlichen Erfahrung ist allerdings Thomas ausgeschlossen. Er beharrt in der Folge auf eigenem Sehen, scheint handgreifliche Beweise zu brauchen, weist das Zeugnis der anderen, von Jesus Gesandten zur\u00fcck. Sein Anliegen ist verst\u00e4ndlich. Wie k\u00f6nnte auch so unerwartet ein Happy End der erlebten Katastrophensituation eintreten?<\/p>\n\n\n\n<p>Acht Tage darauf, am Beginn einer neuen \u2013 in die Zukunft weisenden \u2013 Woche wird ihm w\u00e4hrend einer erneuten Offenbarung des Auferstandenen eine eigene Sehens- und Glaubenserfahrung geschenkt. Demgegen\u00fcber werden sp\u00e4tere Generationen auf das \u201eBuch\u201c (in Joh 20,30 auf das 4. Evangelium bezogen) mit all diesen Geschichten verwiesen, das wie f\u00fcr den Geliebten J\u00fcnger \u201eZeichen\u201c zur glaubenden Deutung bereith\u00e4lt und so Leben vermittelt. \u2013 Inwiefern kann dieses heute ebenso als Quelle der Hoffnung dienen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"340\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/04\/BloKK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1272\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/04\/BloKK.jpg 605w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/04\/BloKK-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/04\/BloKK-500x281.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Andrea Taschl-Erber ist Professorin f\u00fcr Exegese und Theologie des Neuen Testaments am Institut f\u00fcr Katholische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Osterevangelien #Hoffnung #Leben #MariavonMagdala<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Mitte der \u201eOsterwoche\u201c angekommen, blicke ich zur\u00fcck und nach vorn auf die beiden Evangelien des vergangenen Ostersonntags (Joh 20,1-18) und des kommenden Wei\u00dfen Sonntags (Joh 20,19-31), welche die Osteroktav rahmen. 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