{"id":1238,"date":"2023-03-03T10:12:27","date_gmt":"2023-03-03T09:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1238"},"modified":"2023-03-03T10:12:27","modified_gmt":"2023-03-03T09:12:27","slug":"jetzt-ist-die-zeit-mk-115","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/03\/03\/jetzt-ist-die-zeit-mk-115\/","title":{"rendered":"Jetzt ist die Zeit (Mk 1,15)"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1238 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1238')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1238').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/zekkblog\\\/2023\\\/03\\\/03\\\/jetzt-ist-die-zeit-mk-115\\\/\",\"post_id\":1238,\"post_title_referrer_track\":\"Jetzt+ist+die+Zeit+%28Mk+1%2C15%29\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So lautet die Kirchentagslosung in diesem Jahr. Manchmal wird sie flankiert von den beiden Worten Hoffen.Machen. Im Februar wird an vielen Stellen in Deutschland Kirchentagssonntag gefeiert. Als Pr\u00e4sidiumsmitglied freue ich mich, zum vom 7.-11. Juni 2023 einzuladen zum gemeinsamen Suchen nach Gott, der Welt und dem Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt ist die Zeit! Die Losung des Kirchentags hat einen heiklen Kontext: Markus 1,14-15:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNachdem aber Johannes gefangen genommen war, da ging Jesus nach Galil\u00e4a und verk\u00fcndigte die Frohe Botschaft Gottes. Er spricht: \u201aJetzt ist die Zeit! Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und vertraut der frohen Botschaft!\u2018\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Johannes der T\u00e4ufer gefangen genommen war \u2013 Was f\u00fcr ein Schock f\u00fcr die, die er getauft hat. Was f\u00fcr ein Schock f\u00fcr seine Sch\u00fcler. Jesus war beides: T\u00e4ufling und Sch\u00fcler von Johannes. Nachdem Johannes gefangen genommen war \u2013 grundlos, willk\u00fcrlich. Was f\u00fcr ein Schock f\u00fcr Jesus!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ging Jesus nach Galil\u00e4a und verk\u00fcndigte die frohe Botschaft Gottes. Als sein T\u00e4ufer, Lehrer und Freund dem Tod ins Auge blicken musste, da blieb Jesus nicht sitzen. Als sich seine Hoffnung, dass andere es schon richten w\u00fcrden, zerschlugen, da ging Jesus los. Da verharrte er nicht in Angst und Mutlosigkeit, Verzweiflung oder Selbstvorw\u00fcrfen, sondern da machte er sich auf. Sich aufmachen, sich \u00f6ffnen, was f\u00fcr eine verhei\u00dfungsvolle Bewegung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus machte sich auf: Nicht nach Jerusalem, sondern nach Galil\u00e4a, ins verarmte Niemandsland an den Arsch der Welt. Nicht ins Zentrum der Macht, sondern an den Rand, da, wo noch Bewegung drin ist, wo noch nicht alles auf Konfrontation aus ist. Nicht nach D\u00fcsseldorf oder Berlin, sondern nach OWL. Entscheidend ist auf dem Platz, da, wo\u2019s weh tut; da, wo gelebt wird; da, wo geliebt wird. Hier, Jetzt: Da geht Jesus hin und verk\u00fcndigt die frohe Botschaft Gottes: Es ist noch lange nicht aller Tage Abend! Denn Du bist ein bedingungslos geliebtes Gotteskind! Es ist noch nicht aus mit uns hier und jetzt! Es gibt Hoffnung mit Dir und mir. Fass Vertrauen in diese frohe Botschaft, in dieses eu-angelion, in dieses Evangelium Gottes: Jetzt ist die Zeit! Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und vertraut der frohen Botschaft!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder wie Martin Luther \u00fcbersetzte: Tut Bu\u00dfe und glaubt an das Evangelium. Mit diesem Bibelvers beginnt Luther seine 95 Thesen. Mit diesem Bibelvers beginnt die Reformation: These 1: \u201eDa unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: \u201aTut Bu\u00dfe\u2018 usw. (Mk 1,15), wollte er, dass das ganze Leben der Gl\u00e4ubigen ein Bu\u00dfetun sein sollte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ganze Leben ein Bu\u00dfetun? Ist das nicht ein bisschen weltfremd? Lieber Martin Luther: Besteht der christliche Glaube protestantischer Lesart etwa nur darin, Spa\u00dfverderber zu sein? Wie soll und will man denn mit Spa\u00dfverderbern \u2013 und nat\u00fcrlich auch mit Spa\u00dfverderberinnen \u2013 die Welt ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bu\u00dfe ist ein schwieriges Wort f\u00fcr uns. Der Kirchentag \u00fcbersetzt mit \u201eUmkehren\u201c. Das ist schon deutlich besser. Denn wenn wir auf das Ende einer Sackgasse zulaufen und die Karre an die Wand fahren \u2013 und die Klimakatastrophe ist wahrlich eine solche Sackgasse \u2013 dann macht es Sinn umzukehren, und zwar schleunigst und gr\u00fcndlich. V\u00f6llig egal, ob wir dabei Bu\u00dfe tun, uns schuldig f\u00fchlen oder nicht, Umkehren tut echt not, wenn die Welt den Bach abgeht. Doch geht das t\u00e4glich, Umkehren? Wer st\u00e4ndig umkehrt, dreht sich doch auch nur im Kreis, oder um sich selbst, oder? Was meint Jesus also damit, wenn er die Frohe Botschaft Gottes so einleitet? Hier ist es klug, in den griechischen Text zu schauen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Reich Gottes, die&nbsp;<em>basileia tou theou<\/em>, die K\u00f6nigsherrschaft Gottes ist&nbsp;<em>engik\u00e4n<\/em>, ist ganz eng bei uns, f\u00f6rmlich da, mit den H\u00e4nden zu greifen, gar nicht mehr aufzuhalten oder abzuwehren. H\u00f6rt auf, euch dagegen zu wehren und zu verwahren. Fangt an, die Welt mit Gottes Augen der Liebe zu sehen. Denkt doch endlich um,&nbsp;<em>meta-noeite<\/em>&nbsp;\u2013 das ist das Wort, das Luther mit Bu\u00dfetun und der Kirchentag mit Umkehren \u00fcbersetzt. Meta \u2013 das kennen wir von Metaphysik oder Metamorphose oder Zuckerbergs Metaversum. Meta meint eine Richtungs\u00e4nderung, eine Volte, eine Bewegung weg von der Wand, an die wir den Karren zu fahren drohen. Und noeite kommt von&nbsp;<em>nous<\/em>: Verstand, Denken, Einstellung. Also:&nbsp;<em>Meta-noeite!<\/em>&nbsp;Denkt um! Das ist gemeint. Komm heraus aus Deinen eingefahrenen Denkweisen! Komm heraus aus Deinem Gef\u00e4ngnis, das da lautet: Wir machen das so, weil wir das immer schon so gemacht haben! Lass den Riss der Gnade und den Lichtspalt der Liebe in Deinem Denken zu. Denkt um \u2013 und: Vertraut \u2013&nbsp;<em>pisteuete<\/em>. Vertraut darauf, dass Gottes K\u00f6nigsherrschaft ganz nah ist, da ist \u2013 bei Dir und bei mir \u2013 mitten unter uns, wie es bei Lukas hei\u00dft. H\u00f6r auf, Gott, der Welt und den Menschen zu misstrauen. Investiere Dein Vertrauen in Gottes nahe K\u00f6nigsherrschaft. Setz Dich dieser Kraftquelle aus und vertrau darauf, dass sie alle Kr\u00e4fte des B\u00f6sen, des Widrigen und der Feindschaft in Liebe wegschmelzen oder auch verbrennen wird. Glaube dieser Kraft. Sie verwandelt dich und alle Welt. Sie \u00fcberwindet den Tod. Jetzt ist die Zeit! Dann kommst Du von selbst ins Hoffen.Machen \u2013 oder anders gesagt, ins Bu\u00dfetun \u2013 ein Leben lang.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1239\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080-1024x1024.png 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080-300x300.png 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080-150x150.png 150w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080-768x768.png 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/02\/kampagne_1080x1080.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Logo: Deutscher Evangelischer Kirchentag<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color wp-block-paragraph\">Harald Schroeter-Wittke ist Professor f\u00fcr Didaktik der Ev. Religionslehre mit Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Paderborn und Mitglied im Pr\u00e4sidium des Kirchentags.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">#Kirchentag #evangelisch #N\u00fcrnberg #Hoffnung #Umkehr #ReichGottes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lautet die Kirchentagslosung in diesem Jahr. Manchmal wird sie flankiert von den beiden Worten Hoffen.Machen. Im Februar wird an vielen Stellen in Deutschland Kirchentagssonntag gefeiert. Als Pr\u00e4sidiumsmitglied freue ich mich, zum vom 7.-11. Juni 2023 einzuladen zum gemeinsamen Suchen &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/03\/03\/jetzt-ist-die-zeit-mk-115\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8966,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8966"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1238"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1241,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1238\/revisions\/1241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}