{"id":1212,"date":"2023-01-27T08:10:56","date_gmt":"2023-01-27T07:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1212"},"modified":"2023-01-27T08:10:56","modified_gmt":"2023-01-27T07:10:56","slug":"schulter-an-schulter-dienen-zef-39-reflexionen-zu-einer-juedisch-christlichen-dialogreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2023\/01\/27\/schulter-an-schulter-dienen-zef-39-reflexionen-zu-einer-juedisch-christlichen-dialogreise\/","title":{"rendered":"&#8222;Schulter an Schulter dienen&#8220; (Zef 3,9). Reflexionen zu einer j\u00fcdisch-christlichen Dialogreise"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1212 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1212')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1212').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Jerusalem ist ein besonderer Ort, nicht nur f\u00fcr Juden, Muslime und Christen, aber in besonderer Weise f\u00fcr sie, die \u201aKinder Abrahams\u2018. Auf engstem Raum zwischen den Mauern und in den Gassen der Altstadt, vom Tempelberg und der<em>Kotel<\/em>, der sogenannten Klagemauer bis zur Grabeskirche verdichten sich Sehns\u00fcchte, Erwartungen, aber auch Anspr\u00fcche und Konflikte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine Woche hat sich die bei der Deutschen Bischofskonferenz angesiedelten Unterkommission f\u00fcr die religi\u00f6sen Beziehungen zum Judentum auf den Weg nach Jerusalem gemacht, zusammen mit drei Rabbinern aus der Orthodoxen bzw. Allgemeinen Rabbinerkonferenz in Deutschland. Im Zentrum der Reise steht der j\u00fcdisch-christliche Dialog, als gedachter Rahmen, aber auch im tagt\u00e4glichen Vollzug: im gemeinsamen Lernen talmudischer Texte, im Austausch mit Gespr\u00e4chspartnerinnen und -partnern vor Ort \u00fcber orthodoxe Toraschulen f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen, \u00fcber j\u00fcdische Medizinethik am Lebensende, \u00fcber Orthodoxie und Feminismus, \u00fcber die verschiedenen j\u00fcdischen Gruppen und Str\u00f6mungen und nicht zuletzt \u00fcber die Herausforderungen der aktuellen politischen Entwicklungen in Israel. Und auch die gemeinsame Feier von&nbsp;<em>Kabbalat Schabbat<\/em>&nbsp;in verschiedenen Synagogen der Stadt sowie ein gemeinsamer&nbsp;<em>Schiur<\/em>&nbsp;zu den Lesungstexten des Schabbats bzw. Sonntags geben der Dialogreise ihr Gesicht. Ein gemeinsamer Besuch der Schoa-Gedenkst\u00e4tte&nbsp;<em>Yad Vashem<\/em>&nbsp;erinnert die j\u00fcdisch-christliche Beziehungen an ihre historische Hypothek.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reise steht im Kontext eines besonderen Dialogprozesses zwischen orthodoxem Judentum und Katholischer Kirche in der j\u00fcngsten Vergangenheit:<a href=\"\/\/757DC205-05EA-446D-A2B2-E0270F65C91F#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Denn genau 70 Jahre nach Ende der Schoa und 50 Jahre nach der Verabschiedung der Konzilserkl\u00e4rung&nbsp;<em>Nostra aetate<\/em>&nbsp;w\u00fcrdigen orthodoxe Rabbiner und Verantwortliche aus Israel, den USA und Europa in der Erkl\u00e4rung \u201eDen Willen unseres Vaters im Himmel tun: Hin zu einer Partnerschaft zwischen Juden und Christen\u201c (2015) die positiven Errungenschaften des Dialogprozesses zwischen Katholischer Kirche und Judentum. Sie verstehen Juden und Christen ausdr\u00fccklich als Partner, \u201aum den moralischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen\u2018 und \u201agemeinsam eine aktive Rolle bei der Erl\u00f6sung der Welt \u00fcbernehmen\u2018 zu k\u00f6nnen, auch angesichts bleibender Differenzen in Theologie und Spiritualit\u00e4t. Wiederum im Lichte des Jubil\u00e4ums der Konzilserkl\u00e4rung entsteht das zweite Dokument \u201eZwischen Jerusalem und Rom. Gedanken zu 50 Jahre Nostra aetate\u201c (2016), verfasst von hochrangigen internationalen Vereinigungen des orthodoxen Judentums. Zusammen mit dem&nbsp;<em>Dokument \u201eDabru emet\u201c (2000), das mehrheitlich von liberalen und konservativen Rabbinern und j\u00fcdischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterzeichnet worden ist,&nbsp;<\/em>verstehen sich alle Erkl\u00e4rungen in unterschiedlicher Weise als Impulsgeber f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung von Juden und Christen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als erste offizielle katholische Reaktion auf diese Erkl\u00e4rungen kann das Dokument der Deutschen Bischofskonferenz \u201eGott wirkt weiterhin im Volk des Alten Bundes\u201c (2019) gelten. Der Text w\u00fcrdigt die j\u00fcdische Wertsch\u00e4tzung der Konzilserkl\u00e4rung und best\u00e4tigt, dass sich Juden und Christen trotz theologischer Differenzen als Partnerinnen und Partner in der einen Welt verstehen k\u00f6nnen. Ganz im Sinne der Konzilserkl\u00e4rung geh\u00f6re dazu, \u201ein grundlegender Verbundenheit mit der Tradition Israels sowie mit den j\u00fcdischen Glaubensgeschwistern heute&nbsp;den Tag zu erwarten, \u201ader nur Gott bekannt ist, an dem alle V\u00f6lker mit&nbsp;einer&nbsp;Stimme den Herrn anrufen und ihm \u201aSchulter an Schulter dienen\u2018 (Zef 3,9)\u2018 (NA 4)\u201c<a href=\"\/\/757DC205-05EA-446D-A2B2-E0270F65C91F#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In all diesen Erkl\u00e4rungen wird nicht nur eine bleibend aktuelle theologische Programmatik f\u00fcr den j\u00fcdisch-christlichen Dialog heute und morgen festgeschrieben, sondern auch ein geistlicher Erfahrungsraum: zuk\u00fcnftig \u201aSchulter an Schulter\u2018 zu lernen, im gemeinsam gef\u00fchrten Dialog Welt und Wirklichkeit zu verstehen und als Partnerinnen und Partner den vielf\u00e4ltigen Herausforderungen unserer Zeit in Politik, Kultur und Gesellschaft zu begegnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"\/\/757DC205-05EA-446D-A2B2-E0270F65C91F#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Die im Folgenden zitierten Erkl\u00e4rungen und weitere f\u00fcr die christlich-j\u00fcdischen Beziehungen (aus katholischer Sicht) relevante Texte sind enthalten in: \u201eGott wirkt weiterhin im Volk des Alten Bundes\u201c (Papst Franziskus). Texte zu den katholisch-j\u00fcdischen Beziehungen seit&nbsp;<em>Nostra aetate<\/em>, hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2019 (Arbeitshilfe Nr. 307).&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dbk-shop.de\/de\/publikationen\/arbeitshilfen\/gott-wirkt-weiterhin-volk-alten-bundes-papst-franziskus.html\">https:\/\/www.dbk-shop.de\/de\/publikationen\/arbeitshilfen\/gott-wirkt-weiterhin-volk-alten-bundes-papst-franziskus.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"\/\/757DC205-05EA-446D-A2B2-E0270F65C91F#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.&nbsp;&nbsp;S. 202.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1213\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje-450x300.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2023\/01\/Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gerd Eichmann, https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Jerusalem-Klagemauer-08-2010-gje.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color wp-block-paragraph\">Prof. Dr. Jan Woppowa ist Professor f\u00fcr Religionsdidaktik am Institut f\u00fcr Katholische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn und Berater der bisch\u00f6flichen Unterkommission f\u00fcr die religi\u00f6sen Beziehungen zum Judentum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">#Judentum #Christentum #KatholischeKirche #Bischofskonferenz #Jerusalem #Dialog #Israel #Orthodoxie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arrival 20:00 CET in Frankfurt am Main. 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