{"id":1127,"date":"2022-10-14T08:39:36","date_gmt":"2022-10-14T06:39:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1127"},"modified":"2022-10-14T08:39:36","modified_gmt":"2022-10-14T06:39:36","slug":"die-euphorische-leere-danach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/10\/14\/die-euphorische-leere-danach\/","title":{"rendered":"Die euphorische Leere danach"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1127 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1127')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1127').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Doch nicht nur die ber\u00fchmten Herzsteine der inneren Sorgen scheinen zu verschwinden, sondern auch die Last, die man tagein tagaus neben dem normalen Alltagswahnsinn auf den Schultern trug. Endlich Zeit f\u00fcr all die Beziehungen und Tr\u00e4ume, die w\u00e4hrend der unendlichen Arbeitsphasen zu kurz gekommen sind. Die Euphorie ist gro\u00df, man erh\u00e4lt bewundernde Gl\u00fcckw\u00fcnsche, sp\u00fcrt Lebensgeister in sich zur\u00fcckkehren, die man zwischen unz\u00e4hligen Nachtschichten, Schlafmangel und Koffeinabh\u00e4ngigkeit verloren glaubte. Man kann sich diesem Moment der Gl\u00fcckseligkeit, dieser wohlwollenden Aufmerksamkeit hingeben. Doch, f\u00fcr manche brennt das Strohfeuer der Euphorie nur hell und kurz. Es vergl\u00fcht im Moment, in dem das be\u00e4ngstigende Gef\u00fchl der \u201eLeere danach\u201c einsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten, in denen viele von uns in einem permanenten Krisenmodus versuchen, ihren Alltag mehr schlecht als recht zu bew\u00e4ltigen, scheint es mehr als geboten, genauer auf die pers\u00f6nlichen, mentalen Bed\u00fcrfnisse abseits von Karriere, Konsum und Materialismus zu schauen. Gab das Projekt uns \u00fcber Monate und Jahre einen Sinn durch geregelte Tagesabl\u00e4ufe, sehen sich nun nicht wenige Menschen mit dem Problem der Entlastungsersch\u00f6pfung konfrontiert. Man kennt es vielleicht noch aus der Schulzeit, wenn man sich unb\u00e4ndig auf die Ferien freute, nur um dann direkt am ersten Tag krank zu werden. An dieser Stelle signalisiert der K\u00f6rper, dass die Pause in mehrfacher Hinsicht notwendig ist. Die Anspannung f\u00e4llt derma\u00dfen stark ab, dass man mitunter glaubt, gar keine Spannung mehr versp\u00fcren zu k\u00f6nnen. Problematisch wird es dann, wenn sich aus dem Spannungsverlust auch ein Verlust an Lebensfreude entwickelt. Der Rausch der Euphorie \u00fcber das Erreichte verwandelt sich in der Leistungsgesellschaft schnell zum l\u00e4hmenden Kater der eigenen Antriebslosigkeit. Denn, nicht nur der K\u00f6rper fordert seine Pausen, auch die Seele verdient Beachtung f\u00fcr die Zeiten, in denen man einfach nur \u201efunktionieren\u201c musste.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eLeere danach\u201c zu \u00fcberwinden, in der einem das Erreichte pl\u00f6tzlich bedeutungslos, beinah gleichg\u00fcltig anmutet, ist besonders schwer, wenn man nicht auf ein intaktes soziales Umfeld zur\u00fcckgreifen kann. Familie und Freunde sind in dieser Zeit umso wichtiger, nicht nur um sich die verdiente Best\u00e4tigung f\u00fcr die durchlebten M\u00fchen als Seelenbalsam verschreiben zu lassen, sondern um das nun entstehende Vakuum mit Elementen zu f\u00fcllen, die wieder Lust auf das Leben verbreiten. An dieser Stelle wei\u00df sich auch derjenige besonders gesch\u00fctzt, der auf seinen Glauben vertrauen kann. Aus diesem ziehen viele Menschen die n\u00f6tige Kraft, die es erm\u00f6glicht, die Zeit nach dem Abschluss eines gro\u00dfen Projekts f\u00fcr die eigene, heilsame Reflektion zu nutzen \u2013 ohne Sinn- und eigenem Bedeutungsverlust. Trost f\u00fcr die geschundene Seele finden wir im Gebet, indem wir unsere Dankbarkeit f\u00fcr das Erreichte zum Ausdruck bringen k\u00f6nnen. Nicht umsonst informiert uns der Koran dar\u00fcber, dass unsere Herzen im Gedenken Gottes Ruhe finden werden (Q 13:28). Auch in der Bibel finden wir das g\u00f6ttliche Versprechen, dass Gott die Lebenskraft zur\u00fcckbringt \u2013 sei das zu durchschreitende Tal noch so finster (Ps 23). Muslime und Christen finden gleicherma\u00dfen in Gott die Hilfe zur Selbsthilfe, wenn es darum geht, sich wieder mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Dieses Sch\u00f6pfen neuer Kraft kann sich vor allem dann verst\u00e4rken, wenn man alte Beziehungen pflegt und Neue eingeht. Das Verrichten guter Werke als Dienst am Menschen hat schon so manchem durch Phasen der eigenen Bedeutungslosigkeit geholfen. Vielleicht mag man auch das aus seiner Kindheit kennen: Das Lachen eines Menschen, dem man durch eine kleine Aufmerksamkeit geholfen hat, gibt einem die Kraft, sich neue Ziele und vielleicht auch neue, scheinbar unrealisierbare Projekte vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1128\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920-450x300.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/10\/despaired-g1d8e38582_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">David Koch hat in dieser Woche seine Dissertation zur Frage einer m\u00f6glichen W\u00fcrdigung Muhammads aus christlicher Perspektive im Fach Komparative Theologie in Paderborn eingereicht.<\/p>\n\n\n\n<p>#innereleere #lebenskraft #glaube #reflektion #mentalhealth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist geschafft. 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