{"id":1026,"date":"2022-06-24T10:27:21","date_gmt":"2022-06-24T08:27:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1026"},"modified":"2022-06-24T12:03:16","modified_gmt":"2022-06-24T10:03:16","slug":"psychohygiene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/06\/24\/psychohygiene\/","title":{"rendered":"<strong>Psychohygiene<\/strong>"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1026 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1026')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1026').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/zekkblog\\\/2022\\\/06\\\/24\\\/psychohygiene\\\/\",\"post_id\":1026,\"post_title_referrer_track\":\"Psychohygiene\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>\n<p>\u00dcblicherweise erkennt man erst dann, was Gesund-Sein bedeutet, wenn man es nicht mehr ist. Diese Binsenweisheit ist so unspektakul\u00e4r wie existentiell bedeutsam, wie es uns die letzten zwei Jahre immer wieder bisweilen dramatisch vor Augen gef\u00fchrt haben. Pl\u00f6tzlich wurde im politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und auch im pers\u00f6nlichen Leben der Takt von einem Virus vorgegeben, mit dem man sich mittlerweile mehr oder weniger arrangiert hat, der allerdings nach wie vor seine Spuren im Alltag hinterlassen hat \u2013 angesichts von omnipr\u00e4senten Desinfektionsspendern, fallengelassenen Masken auf dem B\u00fcrgersteig und unbeholfenen Tanz-\u00e4hnlichen Bewegungen beim Begr\u00fc\u00dfen, da noch nicht ganz klar ist, ob der Handschlag rehabilitiert ist oder nicht. So wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft neue Regeln aufstellen mussten und nun abw\u00e4gen, welche dieser Regeln archiviert werden k\u00f6nnen, bevor sie im Herbst ihr Revival feiern, mussten wir f\u00fcr uns pers\u00f6nlich ebenfalls neue Abl\u00e4ufe und Gewohnheiten etablieren, unsere Art des Lebens anpassen und damit umgehen lernen, dass Krankheit und Tod traurige Must-haves in unser aller Leben sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Allgegenwart von Krankheit f\u00fchrt dazu, dass die eigene k\u00f6rperliche Verletzlichkeit, die faktischen Einschr\u00e4nkungen, Verluste und Einschnitte, die man erlebt hat, irgendwie eingeordnet, verarbeitet und eventuell sogar sinnvoll in das eigene Leben integriert werden m\u00fcssen. Resilienz als die F\u00e4higkeit, das innere Gleichgewicht gegen St\u00f6rungen und Angriffe von au\u00dfen beizubehalten, hat hierdurch eine ganz neue Bedeutung erhalten. Auch wenn vieles jetzt gerade zur\u00fcck zu \u201enormal\u201c pendelt, k\u00f6nnen die psychosozialen Auswirkungen der Pandemie nicht geleugnet werden. Entsprechend r\u00fcckt in den Vordergrund, dass Gesundheit nicht nur eine Sache des K\u00f6rpers, sondern eben auch der Psyche \u2013 oder etwas spiritueller ausgedr\u00fcckt \u2013 der Seele ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wo aber die Seele im Spiel ist, da ist auch die Religion nicht weit. Zu der Frage, was Gott bzw. sein Handeln in der Welt mit Ursprung und Verlauf der Pandemie zu tun hat, ist schon viel aus theologischer Sicht geschrieben worden. Auf der ganz praktischen Ebene stellt sich f\u00fcr mich allerdings nach wie vor die Frage, ob man nicht noch mehr Lehren aus der Pandemie ziehen kann als die Einsicht, dass Weihwasserbecken in hygienischer Hinsicht dubios sind. M\u00fcsste man nicht gelernt haben, dass Krank-Sein immer nicht nur etwas mit dem K\u00f6rper macht, sondern den ganzen Menschen mit Leib und Seele in Beschlag nimmt und wir deswegen nicht nur eine K\u00f6rper- sondern auch eine Psychohygiene brauchen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der in Kooperation von ZeKK, CTSI und der Theologischen Fakult\u00e4t Paderborn stattgefundenen internationalen Tagung vom 16.-18.06. zum Thema <a href=\"https:\/\/www.thf-paderborn.de\/interreligioese-fachtagung-zum-thema-religion-and-health\/\">\u201eHealth and Religion\u201c<\/a> wurden aus interreligi\u00f6ser Perspektive vielf\u00e4ltige Fragen zum Zusammenhang von Krankheit, Gesundheit, Religiosit\u00e4t und Gottes heilendem Wirken in der Welt (bspw. das islamische Konzept des shifa oder Christus als Arzt und Heiler) thematisiert. Den Hauptvortrag am Abend hielt der Professor f\u00fcr Global Health des Universit\u00e4tsklinikums Bonn Walter Bruchhausen, der die Bedeutung des Zusammenwirkens von Religion und Medizin in einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft betont hat. Dabei gehe es eben nicht darum, dass Religion die Aufgaben der Medizin \u00fcbernehme, sondern darum, dass die gro\u00dfe Bedeutung der pers\u00f6nlichen Spiritualit\u00e4t nicht nur derjenigen, die von Krankheit betroffen sind, sondern auch derjenigen, die im Gesundheitssektor arbeiten, st\u00e4rkere Beachtung finden sollte. Hier kommt die F\u00e4higkeit zur Resilienz wieder ins Spiel. Wer \u2013 auf welcher Seite auch immer stehend \u2013 tagt\u00e4glich mit Krankheit und Tod konfrontiert ist, braucht funktionierende coping-Strategien und eine Sinngebung f\u00fcr das eigene Tun, die \u00fcber die Logiken des Marktes hinausgeht. Diese Sinngebung muss nicht zwingend religi\u00f6s fundiert sein, allerdings zeigt sich Religion doch bleibend als wichtiger Player auf dem Spielfeld der Suche nach Motivation und Zielsetzung des eigenen Handelns.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tagung hat die M\u00f6glichkeiten eines Zusammenspiels von Spiritualit\u00e4t bzw. Religiosit\u00e4t und Health Care eindrucksvoll vor Augen gef\u00fchrt und damit noch einmal deutlich gemacht, inwieweit Religionen durchaus systemrelevant sein k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"701\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-1024x701.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1028\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-1024x701.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-300x205.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-768x526.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-1536x1052.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1-438x300.jpg 438w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/06\/wooden-figure-g07e15a51d_1920-1.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color\">Dr. Cornelia Dockter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholisch-theologischen Fakult\u00e4t Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>#Krankheit #Religion #Mental Health #Resilienz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise erkennt man erst dann, was Gesund-Sein bedeutet, wenn man es nicht mehr ist. Diese Binsenweisheit ist so unspektakul\u00e4r wie existentiell bedeutsam, wie es uns die letzten zwei Jahre immer wieder bisweilen dramatisch vor Augen gef\u00fchrt haben. Pl\u00f6tzlich wurde im &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/06\/24\/psychohygiene\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8966,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8966"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1026"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1036,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026\/revisions\/1036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}