{"id":1007,"date":"2022-05-27T09:02:30","date_gmt":"2022-05-27T07:02:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/?p=1007"},"modified":"2022-05-27T09:02:30","modified_gmt":"2022-05-27T07:02:30","slug":"umma-for-future-musliminnen-und-der-umweltschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/05\/27\/umma-for-future-musliminnen-und-der-umweltschutz\/","title":{"rendered":"Umma for Future?! \u2013 Muslim*innen und der Umweltschutz"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1007 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1007')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1007').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Abgesehen von mal kr\u00e4ftigen\/kurzen Regenschauern und Nieselregen, kann ich noch nichts Beunruhigendes sehen. Erst am sp\u00e4ten Abend, als ich wieder in meinem Zuhause 100 km entfernt von Paderborn ankomme, sehe ich best\u00fcrzt in den Nachrichten, was in Paderborn, ca. 4 km von der Universit\u00e4t entfernt, in k\u00fcrzester Zeit passiert ist: demolierte Autos, zersprungene Fensterscheiben, ein Meer aus Dachziegeln, \u00c4sten und Scherben auf den Stra\u00dfen und viele verletzte Menschen. Freund*innen und Kolleg*innen posten in den sozialen Medien ihre Aufnahmen von durch die Luft fliegenden Gegenst\u00e4nden und Verkehrsschildern und Ampeln, die wie Streichh\u00f6lzer umzukippen scheinen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ereignisse der letzten Woche zeigen uns anschaulich, dass die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise auch in unserem Leben angekommen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich mich mit Muslim*innen \u00fcber den Klimawandel unterhalte, nehme ich unterschiedliche Reaktionen darauf wahr. F\u00fcr manch eine ist es ein Zeichen der nahenden Apokalypse, von dem der Koran in vielen Suren anschaulich berichtet und \u00e4hnliche Weltszenarien eindr\u00fccklich beschreibt. Die Mehrheit hingegen sieht den Klimawandel als von uns Menschen gemacht an und erkennt einen Zusammenhang zwischen unserem Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen der Erde und unserem Lebensstil. Auch wenn mein soziales muslimisches Umfeld kein repr\u00e4sentatives Abbild der muslimischen Communities in Deutschland darstellt, ist zun\u00e4chst festzuhalten, dass das Thema Umweltschutz auch Muslim*innen durchaus besch\u00e4ftigt. Noch vor einigen Jahren bel\u00e4chelt, wenn ich es vorgezogen habe, mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, plastikreduziert einzukaufen oder die Kinder nicht mit Wegwerfwindeln zu wickeln, setzen sich nun auch verst\u00e4rkt Muslim*innen mit Umwelt- und Klimaschutz auseinander.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4ngst gibt es Initiativen, die etwa Halal nicht nur auf die Schlachtung des Tieres beziehen, sondern dazu auch die artgerechte Tierhaltung z\u00e4hlen. Auch gibt es Initiativen, die Alternativen gegen Lebensmittelverschwendung und Plastikgeschirr beim gemeinschaftlichen Fastenbrechen im Ramadan in Moscheen anbieten. Es verwundert nicht, dass diese in ihren Internetauftritten auch islamisch-theologische Inhalte aufweisen und eine islamische Umweltethik auf der Grundlage des Korans aufarbeiten. Es d\u00fcrfte klar sein, dass man kaum Muslim*innen finden w\u00fcrde, die den Inhalten dort theologische Gegenargumente entgegenbringen k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geht man nun einen Schritt weiter und betrachtet, wie viele Muslim*innen bestrebt sind, ihren Alltag \u00f6kologisch bewusster zu gestalten, st\u00f6\u00dft man jedoch auf eine gro\u00dfe Diskrepanz: Umweltschutz ist unter Muslim*innen weiterhin nur eine Randerscheinung, die die gro\u00dfe Mehrheit der Muslim*innen nicht erreicht bzw. nicht f\u00fcr sich als relevant erachten. Umweltschutz taucht weder als Thema in medialen Beitr\u00e4gen noch in der Praxis der Moscheen oder der gro\u00dfen Dachverb\u00e4nde auf, eher im Gegenteil: Der Anblick der M\u00fcllberge beim Besuch von Kermesveranstaltungen in vielen Moscheen derzeit oder auf dem Festi Ramazan im April rufen bei vielen den Alltag umweltbewusst gestaltenden Muslim*innen blankes Entsetzen hervor und f\u00fchren zu Diskussionen dar\u00fcber, wie man sich in dieser Situation gleichzeitig solidarisch mit der Moschee zeigen soll und dabei ignorieren k\u00f6nne, welche Sch\u00e4den die bei der Aktion entstehenden M\u00fcllberge aus Einweggeschirr f\u00fcr die Natur bedeuten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei gibt es bislang erprobte Konzepte zur M\u00fcllvermeidung speziell f\u00fcr&nbsp;Gro\u00dfveranstaltungen. \u00dcber die Gr\u00fcnde dieses fehlenden Einsatzes unter vielen Muslim*innen kann nur spekuliert werden. M\u00f6glicherweise sind umwelt- und klimabewusstes Handeln ein Thema des Bildungsb\u00fcrgertums. Studien belegen, dass auch in der Mehrheitsgesellschaft das Thema \u00fcberwiegend bei bildungsorientierten Schichten Anklang findet. Auch wenn Muslim*innen in Deutschland zu den Bildungsaufsteiger*innen z\u00e4hlen, bilden sie aber noch lange nicht die Mehrheit in den einzelnen Moscheevereinen ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um Ver\u00e4nderungen zu bewirken, bedarf es einer intensiven Diskussion in muslimischen Communities. M\u00f6glicherweise z\u00e4hlt auch das Argument, dass viele Muslim*innen sich weiterhin an ihren Herkunftsl\u00e4nder orientieren. Da Umweltschutz dort keine allzu wichtige Rolle spielt, verwundert es kaum, wenn es f\u00fcr sie auch nicht auf der Tagesordnung steht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb setze ich meine Hoffnung in die junge Generation, die sich, anders als ihre Elterngeneration, als deutsche Muslim*innen verstehen und durch ihr ver\u00e4ndertes Bewusstsein und wachsendes gesellschaftliches Engagement manch einen muslimischen Dachverband und Moscheeverein zu mehr umwelt- und klimabewusstem Verhalten bewegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1009\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920-450x300.jpg 450w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/files\/2022\/05\/board-g749b739dd_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-blue-color has-text-color wp-block-paragraph\">Dr. Naciye Kamcili-Yildiz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Paderborner Institut f\u00fcr Islamische Theologie an der Universit\u00e4t Paderborn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">#Unwetter #Klimawandel #Islam #Bildung #Nachhaltigkeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich und meine Studierenden am Freitag, den 20.05. im Seminar sitzen und \u00fcber den Umgang mit dem Koran in p\u00e4dagogischen Kontexten diskutieren, schaue ich hin und wieder aus dem Fenster und denke, dass die Wettervorhersage mit der Unwetterwarnung wieder &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/2022\/05\/27\/umma-for-future-musliminnen-und-der-umweltschutz\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8966,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1007","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8966"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1007"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1011,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1007\/revisions\/1011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zekkblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}