{"id":55,"date":"2018-04-06T17:10:27","date_gmt":"2018-04-06T15:10:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zeitgeschichte\/?p=55"},"modified":"2018-04-09T12:17:02","modified_gmt":"2018-04-09T10:17:02","slug":"ein-paar-gedanken-zum-internationalen-tag-gegen-rassismus-von-herrn-dr-schubert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/zeitgeschichte\/2018\/04\/06\/ein-paar-gedanken-zum-internationalen-tag-gegen-rassismus-von-herrn-dr-schubert\/","title":{"rendered":"Ein paar Gedanken zum Internationalen Tag gegen Rassismus von Herrn Dr. Schubert"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_55 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_55')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_55').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Sie machten mit der Wahl des Gedenktages Erinnerungspolitik in einer Welt, deren Verwurzelung in den Ideen des Rassismus im s\u00fcdafrikanischen politischen und gesellschaftlichen System besonders augenf\u00e4llig war: Am 21. M\u00e4rz 1960 wurde eine friedliche Demonstration in Sharpeville in S\u00fcd-Afrika in Reaktion auf ein Gesetz \u00fcber die Apartheid blutig niedergeschlagen. 69 Menschen wurden dabei ermordet.<\/p>\n<p>In den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, zu denen auch die Zeitgeschichtsforschung geh\u00f6rt, besteht Einigkeit dar\u00fcber, dass nicht erst Menschen sterben m\u00fcssen, um von \u201aRassismus\u2018 zu sprechen.<!--more--> Rassismus ist eine Sache des Denkens, des Sprechens und der Rechtfertigung h\u00f6herer gesellschaftlicher Stellung oder politischer Herrschaft. Rassismus ist, um mit Albert Memmi einen weitestgehend akzeptierten Experten zum Thema zu zitieren, \u201edie verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tats\u00e4chlicher oder fiktiver Unterschiede zum Vorteil des Ankl\u00e4gers und zum Nachteil seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen\u201c (Rassismus, 2. Aufl. Hamburg 1992, S. 103). Aus Ungleichheit, die zweifelsohne menschliches Leben ausmacht, wird Ungleichwertigkeit. Kolonialismus wurde rassistisch legitimiert, nationalsozialistische Herrschaft und mit ihr die Durchsetzung von \u201aVolksgemeinschaft\u2018 bauten auf rassistischer Weltanschauung auf. Das haben wir \u00fcberwunden, mag man jetzt denken und in der Tat: Mit unserem historischen Bewusstsein sind wir sehr gut geworden im Identifizieren von Rassismus.<\/p>\n<p>Und was sehen wir nun in unserer Gegenwart hier in Deutschland? Durchaus auch Bedauern \u00fcber die nicht abgeschlossene Vergangenheit, die die Rassisten*innen daran hindert, doch offen rassistisch zu sein. Manchmal bricht die Lust der rassistischen Provokation auch brachial hervor, die dann als \u201aKameltreiber\u2018 diffamierten haben das Recht, das Recht unserer offenen Gesellschaft zur Gegenwehr zu nutzen. Doch meistens versteckt sich der Rassismus im Alltag der sichtbar \u201aAnderen\u2018, die bei der Fahrt in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln mit Aggressionen umzugehen haben und bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche abgewertet werden. Und er versteckt sich hinter dem vermeintlichen Populismus, der doch nur dem \u201aVolk aufs Maul\u2018 schaue und dessen \u00c4ngste, Wut und Besorgnis angesichts der Konfrontation mit den \u201aFremden\u2018 ernst n\u00e4hme. Das ist mitunter rassistische Legitimation einer privilegierten Stellung in einer von Unterprivilegierung gepr\u00e4gten Welt. Sie reicht bis an die Ideen derjenigen, die sich f\u00fcr die Unterprivilegierten unserer St\u00e4dte einsetzen: So wurde das freche Auftreten bestimmter M\u00e4nner in der Warteschlange wohlt\u00e4tiger Essensausgabe verallgemeinert und verabsolutiert als vermeintlicher Ausdruck ihrer \u201aHerkunft\u2018 und \u201aKultur\u2018 \u2013 zum Nachteil aller ihrer \u201aKultur\u2018, zum Vorteil aller der \u201arichtigen Herkunft\u2018. Rassistischer Ausschluss war die Folge. Wo und ab wann wird aus rassistischen Ideen auch rassistische Gesellschaft?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vereinten Nationen haben 1966 den 21. M\u00e4rz als \u201eInternationalen Tag zur \u00dcberwindung von Rassendiskriminierung\u201c ausgerufen. 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